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Die WM 2026 ist mit einer echten Überraschung gestartet: Spanien ist gegen Debütant Kap Verde nicht über ein 0:0 hinausgekommen. Lamine Yamal saß zunächst auf der Bank, die Offensive des Europameisters blieb über weite Strecken ohne Durchschlagskraft. Für den Außenseiter aus dem Atlantik war der Punkt in Atlanta dagegen ein historischer Erfolg.
Pressestimmen zu Spanien 0:0 Kap Verde: Sensation in Atlanta, Vozinha lässt Spanien verzweifeln

Favorit ohne Ideen
Das Team von Luis de la Fuente trat am Montag in Atlanta überraschend uninspiriert auf und verpasste den erhofften Start in die Titelmission. Gegen den krassen Außenseiter und Turnierneuling aus Kap Verde kontrollierten die Spanier zwar weite Phasen, fanden aber kaum Mittel gegen das kompakte Defensivspiel der Afrikaner. De la Fuente hatte den zuletzt angeschlagenen Yamal 71 Minuten lang geschont, auch Nico Williams begann zunächst auf der Bank. Genau an Kreativität und Tempo fehlte es der Nummer 3 der Weltrangliste dann jedoch spürbar.
Das Offensivtrio Ferran Torres, Mikel Oyarzabal und Gavi war in der ersten halben Stunde praktisch abgemeldet. Kap Verde verteidigte diszipliniert und ließ den Favoriten kaum Raum für gefährliche Aktionen. Für Spanien wurde immer deutlicher, dass Yamals Genie fehlte, schließlich war der 18-Jährige nach seiner im April erlittenen Oberschenkelblessur noch nicht für 90 Minuten belastbar.

Kap Verde schreibt Geschichte
Für die „Blauen Haie“ war das 0:0 weit mehr als nur ein Achtungserfolg. Der Punktgewinn bei ihrer ersten Endrundenteilnahme ist der größte Erfolg in der Fußballgeschichte des Landes mit rund 500.000 Einwohnern. Kap Verde, drittkleinster WM-Teilnehmer, feierte damit in seinem ersten Turnierspiel gleich den ersten Zähler bei einer Weltmeisterschaft.
Schon vor dem Anpfiff hatte Nationaltrainer Pedro Leitao Brito selbstbewusst Töne angeschlagen. „Wir wollen ohne Angst spielen. „Wir sind nicht hierher gekommen, um nur dabei zu sein, wir sind hierher gekommen, um uns zu messen“, sagte er. Seine Mannschaft setzte diese Haltung mit großer Disziplin um und verdiente sich das Ergebnis durch konsequente Abwehrarbeit.

Late Chancen, aber kein Tor
Erst kurz vor der Pause wurde Spanien gefährlicher. Nach einem Zuspiel von Rodri legte Marc Cucurella per Kopf auf Torres ab, dessen Abschluss nur die Latte traf. Den folgenden Kopfball von Oyarzabal lenkte Kap Verdes Torwart Vozinha über das Tor. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff parierte der 40 Jahre alte Keeper erneut stark gegen Torres in der 45. Minute und Aymeric Laporte in der 45.+3 Minute.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild zunächst unverändert. Spanien hatte optisch mehr vom Spiel, doch die Afrikaner hielten weiter kompakt dagegen, ohne selbst offensiv groß in Erscheinung zu treten. Vozinha blieb ein starker Rückhalt und war auch gegen Fabián Ruiz in der 56. Minute zur Stelle.
In der 71. Minute griff de la Fuente dann durch und brachte Yamal für Gavi. Wenig später kam auch Nico Williams ins Spiel. Der erhoffte Befreiungsschlag blieb jedoch aus, selbst mit den beiden Ballkünstlern gelang Spanien der erlösende Treffer nicht. Für den zweiten WM-Triumph nach 2010 muss sich der Mitfavorit deutlich steigern, zumal bereits das zweite Vorrundenspiel am Sonntag gegen Saudi-Arabien schwierig werden könnte. Letzter Gegner in Gruppe H ist Uruguay.
Für Spanien setzt sich damit auch das jüngste WM-Trauma fort. Seit dem Triumph in Südafrika vor 16 Jahren hat die Auswahl nicht mehr das Viertelfinale erreicht. 2014 schied der Titelverteidiger sensationell schon in der Vorrunde aus, 2018 war gegen Russland im Achtelfinale Schluss und 2022 gegen Marokko ebenfalls.
Vor dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada war Spanien neben Frankreich als einer der großen Favoriten auf den Goldpokal gehandelt worden. Gegen Kap Verde wirkte dieser Anspruch zum Auftakt allerdings weit entfernt.
