Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- 1 Belgien: Keine Verlängerung, Rudi Garcia geht
- 2 Argentinien: Scaloni lässt seine Zukunft offen
- 3 Senegal: Verband trennt sich von Thiaw nach dem WM-Aus
- 4 Südafrika: Broos legt sein Amt nach dem WM-Aus nieder
- 5 Koeman setzt einen Schlusspunkt
- 6 Der KNVB muss schnell handeln
- 7 WM-Aus trifft mehrere Nationalteams
- 8 Blitz-Amtszeit: Renard nach 18 Tagen schon wieder weg
- 9 WM 2026: Alle Trainer, die nach dem Aus zurückgetreten oder entlassen wurden
- 10 Die neuen Nationaltrainer: Wer übernimmt nach der WM 2026?
Der nächste Viertelfinalist trennt sich von seinem Trainer: Rudi Garcia ist nicht länger Nationaltrainer Belgiens, sein zum 31. Juli auslaufender Vertrag wird nicht verlängert. Offen ist auch die Zukunft von Weltmeistercoach Lionel Scaloni bei Argentinien. Zuvor galt: Gleich zwei prominente Trainerbänke stehen vor der Neubesetzung: Der FC Liverpool ebnet Arne Slot laut Telegraaf den Weg zum Bondscoach der Niederlande, und in Uruguay soll WM-Legende Diego Forlán als Interimstrainer auf Marcelo Bielsa folgen. Eine Übersicht aller Nachfolger gibt es ab sofort in der neuen Tabelle am Ende des Artikels.

Zuvor hatte Kroatien die Dalic-Nachfolge geklärt: Der frühere Bundesliga-Profi Slaven Bilic wird abermals Nationaltrainer der „Vatreni“, wie der Verband HNS am Montag mitteilte. Zuvor hatte der nächste WM-Trainer seinen Hut genommen: Pape Thiaw ist nicht länger Nationaltrainer Senegals. Nach dem enttäuschenden WM-Abschneiden leitete der senegalesische Fußballverband (FSF) das Verfahren zur Beendigung der Tätigkeit von Thiaw und seines gesamten Trainerstabs ein. Zuvor hatte bereits Hugo Broos sein Amt als Nationaltrainer Südafrikas niedergelegt, wie ein Verbandsvertreter der Nachrichtenagentur AFP bestätigte. Zuvor war bereits Zlatko Dalic sechs Tage nach dem Sechzehntelfinal-Aus Kroatiens gegen Portugal als Nationaltrainer zurückgetreten, nach knapp neun Jahren und dem Vizeweltmeister-Titel 2018.
Ronald Koeman ist nach dem WM-Aus der Niederlande als Bondscoach zurückgetreten und hat seinen Abschied mit bemerkenswerter Ruhe vollzogen. Der 63-Jährige kehrt in seine Heimat zurück und begründet den Schritt mit dem Wunsch, mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Damit beginnt für den niederländischen Verband KNVB erneut die Suche nach einem neuen Nationaltrainer. Und am Freitag folgte der nächste Paukenschlag: Der DFB hat den Vertrag von Bundestrainer Julian Nagelsmann mit sofortiger Wirkung aufgelöst, und die Nachfolge ist laut Transfer-Insider Fabrizio Romano bereits fix: Jürgen Klopp wird neuer Bundestrainer („Here we go“). Auch bei Algerien gibt es einen prominenten Abschied: Superstar Riyad Mahrez erklärte nach dem WM-Aus seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Und nun der nächste Abgang, der kurioseste von allen: Hervé Renard tritt nach nur 18 Tagen als Nationaltrainer Tunesiens zurück. Und mit dem Gastgeber trifft es nun den prominentesten Namen des Turniers: Nach dem Achtelfinal-Aus bestätigte Mexikos Javier Aguirre seinen Rücktritt, Rafael Márquez übernimmt. Und auch die Black Stars aus Ghana stehen ohne Chef da: Carlos Queiroz trat nach dem Sechzehntelfinal-Aus zurück. Und nun der jüngste prominente Abgang: Portugals Roberto Martínez bestätigte nach dem Achtelfinal-Aus gegen Spanien seinen Rücktritt.

Belgien: Keine Verlängerung, Rudi Garcia geht
Rudi Garcia ist nicht länger Trainer der belgischen Fußball-Nationalmannschaft. Wie der Verband RBFA am Montag mitteilte, wird der zum 31. Juli auslaufende Vertrag des Franzosen nicht verlängert. Belgien war im WM-Viertelfinale gegen den späteren Weltmeister Spanien ausgeschieden (1:2). Medienberichten zufolge wird Mark van Bommel als sein Nachfolger gehandelt, der frühere Bayern-Star trainierte bis 2024 den belgischen Erstligisten Royal Antwerpen.
„Wir haben entschieden, die gemeinsame Reise der vergangenen 18 Monate nicht zu verlängern. Ich übergebe Belgien unter den besten acht Mannschaften der Welt“, sagte Garcia: „Ich wünsche Belgien allen Erfolg für die Fortsetzung des Generationenwechsels, dessen Einleitung ich mit Stolz mitgestalten durfte.“
Garcia (62) war im Februar 2025 als Nachfolger von Domenico Tedesco angetreten, er hat Belgien für 20 Länderspiele begleitet und die Roten Teufel erfolgreich durch die WM-Qualifikation sowie die Nations-League-Playoffs geführt. Garcia habe „zweifellos eine Schlüsselrolle bei der erfolgreichen Neuausrichtung gespielt“, sagte Vincent Mannaert, Sportdirektor Belgiens: „Insbesondere dank seines Engagements und seiner Erfahrung konnten der Teamzusammenhalt wiederhergestellt und ein starkes Ergebnis bei der jüngsten FIFA-Weltmeisterschaft erzielt werden.“
Argentinien: Scaloni lässt seine Zukunft offen
Noch keine Entscheidung, aber ein Fragezeichen: Lionel Scaloni hat nach der Niederlage im WM-Finale gegen Spanien (0:1 n.V.) seine Zukunft als Trainer der argentinischen Nationalmannschaft offengelassen. Der Weltmeistercoach von 2022 sagte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel: „Ich werde mit dem Verbandspräsidenten reden, ich weiß nicht, ob ich die Energie habe, es nochmal anzugehen.“
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Scaloni (48) hatte die Albiceleste 2018 übernommen und vier Jahre später zum dritten WM-Titel nach 1978 und 1986 geführt. Der Ex-Profi, der wie Lionel Messi aus Rosario stammt, trug das verlorene Endspiel, in dem seine Mannschaft nahezu chancenlos war, mit Fassung und Größe. Er gratulierte Spanien zum verdienten Sieg, dann kämpfte er vergeblich mit den Tränen.
„Es bildet sich kaum noch einmal eine so wunderbare Gruppe wie diese, und es tut mir in der Seele weh“, sagte Scaloni und fügte hinzu, ehe er die Pressekonferenz abbrach: „Es ist sehr schwer, und es ist wirklich schmerzhaft. Es tut mir sehr leid.“
Senegal: Verband trennt sich von Thiaw nach dem WM-Aus
Auch Senegal stellt sich nach einer enttäuschenden Weltmeisterschaft neu auf. Nach dem Rücktritt von Superstar Sadio Mané aus der Nationalmannschaft muss nun auch Trainer Pape Thiaw gehen, und das nicht freiwillig: Der senegalesische Fußballverband (FSF) teilte mit, man leite „das Verfahren zur Beendigung der Tätigkeit des Nationaltrainers Pape Thiaw sowie seines gesamten Trainerstabs“ ein. Dieser Schritt sei im „übergeordneten Interesse des senegalesischen Fußballs notwendig“.
Thiaw hatte das Amt erst 2024 übernommen. Der größte Erfolg seiner Amtszeit bleibt untrennbar mit einer Kontroverse verbunden: Beim Afrika-Cup im Januar gewann Senegal sportlich, verlor den Titel nach den Vorfällen eines chaotischen Spiels aber am Grünen Tisch an Finalgegner Marokko. Bei der WM in Nordamerika folgte das jähe Ende: Nach einer Gruppenphase mit nur einem Sieg schied Senegal im Sechzehntelfinale nach Verlängerung mit 2:3 gegen Belgien aus, obwohl das Team bis zur 86. Minute mit 2:0 geführt hatte.
Südafrika: Broos legt sein Amt nach dem WM-Aus nieder
Hugo Broos ist wie erwartet nicht länger Fußball-Nationaltrainer von Südafrika. Der 74-Jährige habe sein Amt niedergelegt, bestätigte ein Vertreter des südafrikanischen Verbands der Nachrichtenagentur AFP. Bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada hatte der Belgier Südafrika zum ersten Mal überhaupt in die K.o.-Phase geführt, war im Sechzehntelfinale aber an den Kanadiern gescheitert (0:1). Broos hatte seinen Abschied bereits wenige Tage zuvor gegenüber der belgischen Zeitschrift Humo angekündigt und erklärt, Verbandspräsident Danny Jordaan wolle ihn in anderer Rolle behalten. Als möglicher Nachfolger auf der Bank gilt der ehemalige Nationaltrainer Pitso Mosimane, der Südafrika schon 2010 als damaliger Co-Trainer nach der WM im eigenen Land übernommen hatte. Nach dem Ausscheiden hatte Broos bereits angekündigt, die WM sei sicher seine letzte gewesen, sich aber noch nicht konkret zu seiner unmittelbaren Zukunft geäußert. Eine weitere Zusammenarbeit hatte er nicht ausgeschlossen: „Ich stehe immer zur Verfügung, wenn Menschen einen Rat brauchen“, sagte Broos.
Koeman setzt einen Schlusspunkt
Nach dem bitteren Aus im Sechzehntelfinale gegen Marokko, das die Niederlande im Elfmeterschießen mit 2:3 verloren, ließ Koeman zunächst noch Raum für Spekulationen. Erst knapp einen Tag später folgte der offizielle Rücktritt. Seine letzten Worte klangen dabei wie der endgültige Abschied aus dem Nationalteam.
„Ich habe mich entschieden, mehr Zeit mit meiner Frau, meinen Kindern und Enkelkindern zu verbringen“, sagte Koeman. Die De Telegraaf sprach von einem „Abgang mit Würde“ und deutete an, dass die zweite Amtszeit des früheren Weltklasseverteidigers nun beendet sei und der Weg für einen Neuanfang frei werde.
Auch private Gründe spielten eine Rolle. Koemans Ehefrau Bartina kämpft seit Jahren gegen Brustkrebs, und der Coach machte deutlich, wie sehr ihn ihre Situation geprägt hat. „Wenn jemand, den man von ganzem Herzen liebt, einen schweren Kampf ausfechtet, verändert sich die eigene Perspektive. Meine Frau Bartina hat mich trotz ihrer eigenen Krankheit jeden Tag unterstützt und ermutigt, meine Arbeit als Nationaltrainer zu Ende zu bringen. Dafür bin ich ihr dankbarer, als ich es jemals in Worte fassen könnte“, schrieb er bei Instagram.
Der KNVB muss schnell handeln
Für die Niederlande beginnt damit abermals eine Phase des Umbruchs. Als mögliche Nachfolger werden bereits mehrere Namen gehandelt, darunter PSV-Erfolgscoach Peter Bosz, der frühere Liverpool-Trainer Arne Slot sowie Erik Ten Hag und Michael Reiziger. Zeit bleibt dem Verband jedoch kaum, denn im September startet schon die Nations League.
Nigel de Jong, beim KNVB Direktor für Spitzenfußball, betonte die Dringlichkeit, kündigte aber zugleich Sorgfalt an. „Wir wissen um die Dringlichkeit, werden uns aber gleichzeitig die nötige Zeit nehmen, um die richtige Entscheidung sorgfältig zu treffen“, sagte er.
Medien: Liverpool ebnet Slot den Weg zum Bondscoach
Bei der möglichen Verpflichtung von Arne Slot ist offenbar eine wesentliche Hürde aus dem Weg geräumt. Wie der Telegraaf berichtet, hat der FC Liverpool seine Bereitschaft signalisiert, das Gehalt des im Mai entlassenen 47-Jährigen im Falle eines Engagements beim KNVB bis Ende Juni 2027 aufzustocken, sodass Slot keine finanziellen Abstriche machen müsste. Slot hatte nach der Meisterschaft 2025 seinen Vertrag bei den Reds verlängert, nach der unbefriedigenden abgelaufenen Saison folgte aber das Aus für den Nachfolger von Jürgen Klopp, der in Liverpool weiterhin auf der Gehaltsliste steht. Durch die Aufstockung würde der Klub unterm Strich sogar Geld sparen. Pikant: Kommt es zur Einigung, könnte Slot in seinem ersten Spiel als Bondscoach am 24. September ausgerechnet auf Klopp treffen, bei dem sich eine baldige Einigung mit dem DFB abzeichnet.
WM-Aus trifft mehrere Nationalteams
Koeman steht mit seinem Rücktritt nicht allein. Insgesamt war für bislang neun Trainer bei dieser WM Endstation. Neben dem Niederländer verloren auch Miroslav Koubek aus Tschechien, Steve Clarke aus Schottland, Sebastian Beccacece aus Ecuador sowie der sogar vom Staatspräsidenten angezählte Myung-bo Hong aus Südkorea ihren Posten. Auch Ghanas Carlos Queiroz trat nach dem Sechzehntelfinal-Aus zurück. Tunesiens Sabri Lamouchi wurde bereits nach nur einem Spiel durch Hervé Renard ersetzt. Und zuletzt zog auch Gastgeber-Trainer Javier Aguirre nach dem Achtelfinal-Aus die Konsequenzen.
Koeman selbst zog damit einen klaren Schlussstrich. Er sei „stolz auf alles, was mir der Fußball gebracht hat, auf die Menschen, die ich kennengelernt habe, und auf die Tatsache, dass ich meine größte Leidenschaft zu meinem Beruf machen durfte“, schrieb er. Auch das klang wie ein Abschied für immer.
Uruguay: Forlán soll Bielsa-Nachfolger werden
Auch in Südamerika bahnt sich eine prominente Lösung an: Nach dem Vorrundenaus soll der frühere Topstürmer Diego Forlán die Nationalmannschaft Uruguays als Interimstrainer übernehmen. Das bestätigte Verbandschef Ignacio Alonso beim TV-Sender Teledoce, eine Einigung könne „in den nächsten Stunden“ erzielt werden. Der Vertrag von Marcelo Bielsa war mit dem WM-Aus ausgelaufen. Forlán, mit 36 Toren in 112 Länderspielen drittbester Torschütze der Celeste und 2010 zum besten Spieler der WM gewählt, habe sich „begeistert“ von der Aussicht gezeigt. Er soll das Team zunächst bis März 2027 führen und parallel Uruguays U20 auf die Südamerikameisterschaft im Januar 2027 vorbereiten, danach ist eine dauerhafte Anstellung denkbar. Als Trainer ist der 47-Jährige allerdings weitgehend unbeschrieben: Auf ein kurzes Engagement bei CA Penarol 2020 folgte nur ein Zweitliga-Intermezzo, zuletzt versuchte er sich sogar als Tennisprofi.
Deutschland: DFB löst Nagelsmanns Vertrag auf, Klopp soll übernehmen
Der spektakulärste Abgang aber kommt aus Deutschland: Vier Tage nach dem verlorenen Sechzehntelfinale von Foxborough gegen Paraguay (3:4 im Elfmeterschießen) zogen der DFB und Julian Nagelsmann die Konsequenzen. Der eigentlich bis 2028 laufende Vertrag des Bundestrainers wurde mit sofortiger Wirkung aufgelöst, wie der Verband am Freitag mitteilte. Nagelsmann hatte das Amt im September 2023 von Hansi Flick übernommen. Mit ihm verlassen auch seine Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner den DFB.
Für die Nachfolge gibt es einen klaren Wunschkandidaten: Die Verbandsspitze werde „nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen“, teilte der DFB mit, der 59-Jährige habe „bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert“. Kurios: Noch bis zum Ende des Turniers erklärt Klopp die WM als Experte für MagentaTV, ehe er vom „Fernseh-Bundestrainer“ zum echten Chef der deutschen Nationalmannschaft aufsteigen könnte.
Ganz ohne Hürden ist der Wechsel allerdings nicht: Klopps Vertrag als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull läuft noch bis 2029, dem Vernehmen nach würde der Konzern ihn nur gegen eine Millionen-Ablöse ziehen lassen, das wäre ein Novum in der über 126-jährigen Geschichte des DFB. Dabei bahnt sich die Verbindung seit Jahren an: Schon 2019 gab es eine lose Verabredung zwischen Klopp und dem Verband, und noch im Januar 2023 sagte er: „Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass ich irgendwann mal Bundestrainer werde. Aber es muss passen.“
Ein weiterer Umbruch beim DFB steht ohnehin bevor: Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig verlängert seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht. Darüber hatte er Präsident Bernd Neuendorf bereits vor dem Start der Weltmeisterschaft informiert.
Blitz-Amtszeit: Renard nach 18 Tagen schon wieder weg
Es ist die wohl kürzeste Trainer-Episode dieser WM: Hervé Renard ist nach dem Vorrunden-Aus Tunesiens als Nationaltrainer zurückgetreten, nach gerade einmal 18 Tagen im Amt. „Meine Reise ist zu einem Ende gekommen“, schrieb der 54 Jahre alte Franzose bei Instagram.
Renard hatte den Posten erst zum zweiten Gruppenspiel vom entlassenen Sabri Lamouchi übernommen, den Absturz der Nordafrikaner aber nicht stoppen können: Auch die Gruppenspiele zwei und drei gingen verloren, am Ende stand Tunesien mit null Punkten, zwei Toren und zwölf Gegentoren als Schlusslicht der Gruppe F da. Renard hatte zum Amtsantritt betont, „kein Zauberer zu sein“, und behielt damit recht. In seiner Abschiedsbotschaft wertete er die WM-Teilnahme dennoch als großen Erfolg und zeigte sich überzeugt, dass Tunesien „glanzvolle Kapitel in seiner Geschichte schreiben wird“. Pikant: Erst im April war Renard bereits als Nationaltrainer Saudi-Arabiens entlassen worden.
Mexiko: Aguirre bestätigt Rücktritt, Márquez übernimmt
Dem Aus bei der Heim-WM folgte die Bestätigung des Rücktritts: Javier Aguirre ist nicht mehr Trainer der mexikanischen Nationalmannschaft. „Ich sage auf Wiedersehen zum Fußball. Auf Wiedersehen zum Aztekenstadion“, sagte der 67-Jährige nach der 2:3-Niederlage im Achtelfinale gegen England in der Nacht auf Montag deutscher Zeit: „Ich gehe mit Stolz.“ Den Posten des Chefcoaches übernimmt nun wie geplant der ehemalige Barça-Profi Rafael Márquez, der seit 2024 als Co-Trainer unter Aguirre fungiert hatte.
Für Aguirre endet damit bereits die dritte Amtszeit als Coach Mexikos. Schon 2002 und 2010 hatte er die Nationalauswahl bei Weltmeisterschaften betreut, scheiterte jeweils aber ebenfalls im Achtelfinale. Im Juli 2024 übernahm er das Amt erneut. Während seiner Trainerlaufbahn coachte Aguirre zudem die Nationalmannschaften Japans und Ägyptens. Beim Turnier im eigenen Land hatte sich Mexiko ohne Gegentor als Sieger der Gruppe A gegen Südafrika, Südkorea und Tschechien durchgesetzt und auch das Sechzehntelfinale durch ein 2:0 gegen Ecuador überstanden. Gegen England war in Mexiko-Stadt nun Endstation.
Ghana: Queiroz verkündet Rücktritt nach WM-Aus
Auch bei den Black Stars ist Schluss: Der Portugiese Carlos Queiroz ist nach dem WM-Aus im Sechzehntelfinale als Trainer Ghanas zurückgetreten. Das gab der 73-Jährige am Sonntag bekannt. Zuvor hatte Ghana in der ersten K.o.-Runde in Kansas City mit 0:1 gegen Kolumbien verloren. „Ich beende diese Reise mit Stolz auf das Erreichte, aber auch mit der gesunden Unzufriedenheit derer, die stets mehr wollten“, sagte Queiroz.
Queiroz hatte sein Amt erst im April als Nachfolger des früheren Bundesligaprofis Otto Addo angetreten, der nach einem 1:2 im Test gegen Deutschland entlassen worden war. Für den Ex-Trainer von Real Madrid war es bereits die achte Station als Nationaltrainer, zum fünften Mal nahm er an einer Weltmeisterschaft teil. Bei seinem Abschied forderte Queiroz bessere „Rahmenbedingungen für Ghanas außergewöhnliche Fußballtalente“ und mahnte: „Die Zukunft der Black Stars wird nicht allein auf dem Spielfeld gestaltet.“
Portugal: Martínez bestätigt Rücktritt nach WM-Aus

Auch Portugal braucht einen neuen Chef: Nach dem Achtelfinal-Aus gegen Europameister Spanien hat Roberto Martínez seinen Rücktritt als Nationaltrainer bestätigt. „Es ist sicher, dass dies mein letztes Spiel für Portugal war. Ich möchte mich beim portugiesischen Volk bedanken. Ich nehme eine Erinnerung mit, die mir ein Leben lang bleiben wird“, sagte der Spanier nach dem 0:1 (0:0), das ein später Treffer von Mikel Merino (90.+1) besiegelt hatte. Für Cristiano Ronaldo und Portugal ist die WM 2026 damit beendet.
Martínez hatte das Team Anfang 2023 übernommen und im Sommer 2025 zum Triumph in der Nations League geführt, beim Finalturnier in Deutschland hatte Portugal ausgerechnet Spanien im Elfmeterschießen bezwungen. Dass nach der WM Schluss sein würde, hatte er bereits vorher versichert, sein Vertrag lief aus. „Die Spieler haben unglaubliche Arbeit geleistet, sie sind sehr talentiert und haben sich mit ganzem Engagement für das Team eingesetzt“, betonte Martínez, der in 45 Spielen als Trainer eine besondere Beziehung zu Portugal aufgebaut habe. Als Nachfolger wird der Portugiese Jorge Jesus gehandelt: Der 71-Jährige hat seinen Posten bei Al-Nassr in Saudi-Arabien verlassen, Gespräche mit Verbandspräsident Pedro Proença sind geplant, sobald Jesus in die Heimat zurückkehrt.
Kroatien: Dalic tritt nach WM-Aus zurück
Auch Kroatien steht ohne Nationaltrainer da: Sechs Tage nach dem WM-Aus im Sechzehntelfinale hat Zlatko Dalic seinen Rücktritt bekanntgegeben. Wie der kroatische Verband am Mittwoch mitteilte, gibt der 59-Jährige seinen Posten nach knapp neun Jahren frei. „Eine bescheidene Ankunft. Eine unvergessliche Reise. Ein stolzer Abschied“, schrieb der Verband auf X: „Zlatko Dalic hat beschlossen, sein unglaublich erfolgreiches Kapitel mit Kroatien zu beenden.“
Dalic hatte das Team um Kapitän Luka Modric im Oktober 2017 übernommen und 2018 ins WM-Finale geführt, wo Kroatien Vizeweltmeister wurde. 2022 holte er Platz drei, 2023 fehlte im Finale der Nations League nur wenig zum Titel. Insgesamt stand Dalic in 111 Spielen an der Seitenlinie. „Danke für die Erfolge, den Zusammenhalt und deinen unerschütterlichen Einsatz, für Kroatien zu kämpfen“, hieß es in der Mitteilung weiter: „Der Respekt, den du dir bei deinen Spielern, deinem Staff und deinen Gegnern erworben hast, sagt alles darüber aus, was für ein Mensch du bist.“ Bei der WM 2026 war Kroatien im Sechzehntelfinale an Portugal gescheitert (1:2).
Kroatien: Bilic übernimmt als Dalic-Nachfolger
Inzwischen ist die Nachfolge geklärt: Der frühere Bundesliga-Profi Slaven Bilic wird abermals Trainer der kroatischen Fußball-Nationalmannschaft. Das Exekutivkomitee stimmte einem entsprechenden Vorschlag von Präsident Marijan Kustic zu, wie der Verband HNS am Montag mitteilte, ohne eine Vertragslaufzeit zu nennen. Bilic, der die „Feurigen“ bereits zwischen 2006 und 2012 betreut hatte, folgt auf Erfolgscoach Zlatko Dalic, der nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Portugal (1:2) zurückgetreten war.
„Die Nachfolge von Zlatko anzutreten, ist keine leichte Aufgabe“, sagte Kustic über den Vize-Weltmeister von 2018 und WM-Dritten von 2022, „doch wir sind davon überzeugt, dass Slaven der richtige Mann für diese Rolle ist.“ Bilic, zuletzt auf der Bank des saudischen Erstligisten Al-Fateh, sprach von der „größtmöglichen Ehre“. Er sei sich der hohen Erwartungen bewusst, „doch wer Kroatien trainiert, muss darauf vorbereitet sein, schließlich sind wir eine Fußballnation, die mit ihrer Mannschaft fiebert und lebt“.
Der 57-Jährige, von 1993 bis 1996 beim Karlsruher SC aktiv, hatte als beinharter Verteidiger einst selbst 44 Länderspiele bestritten und dabei drei Tore erzielt. Als kroatischer Nationaltrainer erreichte er 2008 das EM-Viertelfinale, die WM 2010 verpassten die „Vatreni“ unter seiner Führung, bei der EM 2012 war in der Vorrunde Schluss. „Ich bin heute ein reiferer und erfahrenerer Trainer“, sagte Bilic. Er besitze allerdings „nach wie vor denselben Tatendrang und den Wunsch, Kroatien als starke, mutige und erfolgreiche Mannschaft zu sehen“.
WM 2026: Alle Trainer, die nach dem Aus zurückgetreten oder entlassen wurden
| Trainer | Land | Was geschah | Unser Artikel |
|---|---|---|---|
| Rudi Garcia | 🇧🇪 Belgien | Auslaufender Vertrag nach dem Viertelfinal-Aus nicht verlängert, van Bommel wird gehandelt | – |
| Pape Thiaw | 🇸🇳 Senegal | Vom Verband FSF nach dem Sechzehntelfinal-Aus gegen Belgien freigestellt, samt Trainerstab | – |
| Hugo Broos | 🇿🇦 Südafrika | Amt nach dem Sechzehntelfinal-Aus gegen Kanada niedergelegt, Mosimane gilt als Kandidat | – |
| Julian Nagelsmann | 🇩🇪 Deutschland | Vertrag nach Sechzehntelfinal-Aus mit sofortiger Wirkung aufgelöst, Klopp soll übernehmen | – |
| Ronald Koeman | 🇳🇱 Niederlande | Rücktritt nach Aus im Sechzehntelfinale, Slot-Verpflichtung zeichnet sich ab | Koeman tritt zurück |
| Miroslav Koubek | 🇨🇿 Tschechien | Posten geräumt nach dem WM-Aus | , |
| Steve Clarke | 🏴 Schottland | Posten geräumt nach dem WM-Aus | , |
| Sebastián Beccacece | 🇪🇨 Ecuador | Aufhören nach dem WM-Aus | Beccacece hört auf |
| Myung-bo Hong | 🇰🇷 Südkorea | Rücktritt, zuvor vom Staatspräsidenten angezählt | Hong wirft das Handtuch |
| Sabri Lamouchi | 🇹🇳 Tunesien | Entlassen nach 1.Spiel, ersetzt von Hervé Renard | Tunesien feuert Lamouchi |
| Hervé Renard | 🇹🇳 Tunesien | Rücktritt nach dem Vorrunden-Aus, nur 18 Tage im Amt | , |
| Javier Aguirre | 🇲🇽 Mexiko | Rücktritt nach dem Achtelfinal-Aus, Márquez übernimmt | , |
| Carlos Queiroz | 🇬🇭 Ghana | Rücktritt nach dem Sechzehntelfinal-Aus (0:1 gegen Kolumbien) | , |
| Roberto Martínez | 🇵🇹 Portugal | Rücktritt nach dem Achtelfinal-Aus (0:1 gegen Spanien), Nachfolger Jorge Jesus offiziell vorgestellt | – |
| Marcelo Bielsa | 🇺🇾 Uruguay | Vertrag nach dem Vorrundenaus ausgelaufen, Forlán soll interimsweise übernehmen | – |
| Zlatko Dalic | 🇭🇷 Kroatien | Rücktritt sechs Tage nach dem Sechzehntelfinal-Aus gegen Portugal, Nachfolger ist Slaven Bilic | Kroatien bei der WM 2026 |
Die neuen Nationaltrainer: Wer übernimmt nach der WM 2026?
Nach der Welle an Rücktritten und Entlassungen füllen sich die ersten Trainerbänke wieder. Das ist der aktuelle Stand bei den Nachfolgern:
| Land | Neuer Trainer | Vorgänger | Stand |
|---|---|---|---|
| 🇭🇷 Kroatien | Slaven Bilic | Zlatko Dalic | Offiziell im Amt, vom Verband HNS bestätigt |
| 🇵🇹 Portugal | Jorge Jesus | Roberto Martínez | Offiziell vorgestellt |
| 🇲🇽 Mexiko | Rafael Márquez | Javier Aguirre | Übernimmt das Amt |
| 🇩🇪 Deutschland | Jürgen Klopp | Julian Nagelsmann | Wunschkandidat des DFB, baldige Einigung zeichnet sich ab |
| 🇳🇱 Niederlande | Arne Slot | Ronald Koeman | Verhandlungen laufen, Liverpool stockt laut Telegraaf das Gehalt auf |
| 🇺🇾 Uruguay | Diego Forlán | Marcelo Bielsa | Interimslösung bis März 2027, Einigung laut Verband unmittelbar bevor |