İlkay Gündoğans Zeit bei Galatasaray neigt sich dem Ende zu. Der 35-Jährige spielt in den Planungen von Trainer Okan Buruk keine Rolle mehr. Ein Abschied im Januar gilt als sehr wahrscheinlich.

Nach Informationen übereinstimmender türkischer Medien arbeitet der Klub bereits an einer vorzeitigen Auflösung des bis Saisonende laufenden Vertrags. Der Weltmeister von 2014 kam in dieser Spielzeit auf gerade einmal zwei Kurzeinsätze – insgesamt elf Minuten. In der Mittelfeld-Rotation ist er hinter Neuzugängen und etablierten Kräften komplett abgerutscht.
Hohe Bezüge, keine sportliche Gegenleistung
Neben der sportlichen Situation belastet Gündoğans Gehalt die interne Lohnstruktur erheblich. Der Mittelfeldstratege kam vergangene Saison ablösefrei von Manchester City und erhielt einen Vertrag, der für türkische Verhältnisse außergewöhnlich hoch dotiert ist. Bei ausbleibender Leistung wird dieses finanzielle Engagement für die Vereinsführung zunehmend untragbar.
Die Verantwortlichen um Sportdirektor Ceyhun Kazanci wollen den frei werdenden Ausländerplatz und das Gehaltsbudget für Winter-Neuzugänge nutzen. Prioritäten liegen auf der defensiven Mittelfeldzentrale und der Innenverteidigung.
Drei realistische Optionen für den nächsten Schritt
Für Gündoğan zeichnen sich drei konkrete Destinationen ab:
Saudi-Arabien gilt als heißester Kandidat. Die Liga sucht weiterhin nach europäischen Führungsspielern mit Namen, die finanzielle Angebote liegen weit über europäischen Niveau. Mehrere Klubs haben bereits Interesse signalisiert.
MLS bietet sich als sportlich wie privat attraktive Alternative an. Die Liga hat in den vergangenen Jahren zahlreiche deutsche Nationalspieler aufgenommen – von Hany Mukhtar bis Marco Reus. Gündoğans Profil passt in das Anforderungsprofil der Franchises, die nach erfahrenen Spielgestaltern suchen.
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Italien bleibt eine Option mit emotionaler Komponente. Juventus Turin wurde in der Vergangenheit bereits mit dem Mittelfeldspieler in Verbindung gebracht. Auch der FC Turin könnte als sportlich reizvolles Ziel in Frage kommen, sollte sich eine Lösung über eine Leihe bis Saisonende realisieren lassen.
Teil eines größeren Kaderumbaus
Gündoğans Abgang ist kein Einzelfall. Auch Kaan Ayhan (ein Einsatzminute) und Wilfried Singo (41 Minuten, verletzungsbedingt) stehen vor dem Aus. Das Trio kam in dieser Saison zusammen auf lediglich 53 Minuten Einsatzzeit. Galatasaray schafft Platz – personell, finanziell und im Ausländer-Kontingent.
Trainer Okan Buruk hat nach dem holprigen Saisonstart (Unentschieden gegen Çorum FK) vier Siege in Folge eingefahren und die Tabellenführung übernommen. Der Kaderumbruch soll die Titelverteidigung in der Süper Lig und das Weiterkommen in der Champions League absichern.
Was von Gündoğan bleibt
Sportlich hat der 35-Jährige in Istanbul wenig Spuren hinterlassen. 15 Pflichtspiele, ein Tor, eine Vorlage – die Bilanz seiner ersten Saison liest sich für einen Spieler seines Formats enttäuschend. Dennoch: Gündoğans Professionalität im Training und seine Erfahrung im Umgang mit jungen Mitspielern wurden intern gewürdigt. Ein Abschied im Guten ist möglich, sofern sich die Vertragsauflösung einvernehmlich gestalten lässt.
Für den deutschen Nationalspieler (82 Länderspiele) geht es nun darum, die verbleibenden Monate der Saison sportlich sinnvoll zu nutzen – sei es in Riad, Los Angeles oder Turin. Die Zeit drängt. Der Winter-Transfermarkt öffnet in gut dreieinhalb Monaten.