Deutsche Nationalmannschaft wird von Klopp kritisiert nach der Ecuador Pleite: „Wir wurden aufgefressen“

Jürgen Klopp hat der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach dem 1:2 gegen Ecuador im letzten Gruppenspiel eine klare Ansage gemacht. Der MagentaTV-Experte forderte im weiteren WM-Verlauf deutlich mehr Einsatz, mehr Tempo und mehr Präsenz in den Duellen. Besonders die vielen Ballverluste und das Verhalten im Pressing kritisierte er scharf.

MagentaTV-Experte Jürgen Klopp im Interview auf der Breakfast-Club-Dachterrasse vor der New Yorker Skyline, vor dem WM-Spiel Argentinien gegen Österreich.
MagentaTV-Experte Jürgen Klopp im Interview auf der Breakfast-Club-Dachterrasse vor der New Yorker Skyline, vor dem WM-Spiel Argentinien gegen Österreich. (Screenshot: MagentaTV)

Klopp vermisst Intensität und Konsequenz

Klopp machte deutlich, dass die Auswahl von Julian Nagelsmann die nötige Wucht bislang nicht auf den Platz bringe. „Wir müssen jetzt die Pace aufnehmen. Wir müssen mindestens mit der gleichen Intensität zu Werke gehen. Wir wurden in den Zweikämpfen aufgefressen“, sagte der frühere Liverpool-Coach nach der Niederlage. Nach seiner Einschätzung habe sich das Team mit den zahlreichen Fehlpässen und Ballverlusten selbst massiv geschwächt.

Auch das Verhalten in den gefährlichen Zonen nahm Klopp auseinander. „Die sind nicht cool – aber in den falschen Räumen sind sie eine Katastrophe“, betonte er. Vor allem die Raumaufteilung habe nicht gestimmt, denn: „Wirtz und Musiala waren überall – aber bei jedem Ballverlust war niemand nirgendwo.“

Leidenschaft als Pflicht, nicht als Kür

Für Klopp ist Fußball eine Frage der Haltung. Das Spiel müsse „gewürzt werden mit Leidenschaft, Intensität und Emotionalität. Wenn es für dich einfach nur Kicken ist“, sagte Klopp, „dann wirst du nicht weit kommen.“ Mit dieser Einschätzung zielte er auf die fehlende Entschlossenheit der DFB-Auswahl, die im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador nicht die nötige Zweikampfhärte und Kompaktheit fand.

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Der MagentaTV-Experte wird dabei selbst immer wieder als möglicher Nachfolger von Julian Nagelsmann gehandelt. An der inhaltlichen Kritik änderte das nichts. Klopp verlangte für die K.-o.-Phase ein deutlich höheres Niveau in Laufbereitschaft, Gegenpressing und Aggressivität.

Müller und Hummels schlagen ähnliche Töne an

Auch Thomas Müller sprach nach dem Auftritt gegen Ecuador von „Naivität“. Der Weltmeister von 2014 verwies auf das höhere Reifelevel des Gegners. „Der Weltmeister Argentinien sei „auf einem abgezockteren Level unterwegs. Wir haben halbseidene Ballbesitzphasen, wo Ballverluste wehtun.““

Mats Hummels fehlte vor allem die Aktivität aus dem Mittelfeld heraus. „Wenn du tief verteidigst, muss dein Mittelfeld ultra-aktiv angreifen. Du musst sie stressen. Das fehlt mir bei der Mannschaft. Das ist eine Frage der Eingespieltheit, aber auch des Wollens, eine Charakterfrage.“ Zugleich räumte er ein, dass es „deutsche Spieler, die das machen würden“ gebe. Insgesamt wirke das Team aber „ein bisschen zaghaft“.