Oliver Kahn kennt das Estadio Santiago Bernabéu aus eigener Erfahrung – und genau deshalb weiß der frühere Bayern-Torwart, was den Münchnern im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video) bevorsteht. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung machte der 56-Jährige deutlich: 90 Minuten in Madrid können „so anstrengend wie nirgendwo sonst“ sein.

„Alles drückt dich nach unten“
Kahn beschreibt die Arena von Real Madrid als besonderen Prüfstein: „Das Publikum in Madrid ist deutlich intensiver als in Barcelona, man hat das Gefühl, alles drückt dich nach unten. Die Atmosphäre kann einen einschüchtern. Und jetzt, mit dem Dach, wird das noch verstärkt.“ Für den ehemaligen Schlussmann, der die Bühne im Bernabéu bestens kennt, ist genau diese Wucht Teil der Herausforderung.
Kaum jemand hat die Königlichen so oft erlebt – und so oft bezwungen – wie Kahn. Bereits 2000 stand er in jener Bayern-Mannschaft, die als erste deutsche Elf überhaupt ein Spiel im Bernabéu gewann. Insgesamt verbuchte der Rekordtorwart sieben Siege gegen Real Madrid, dazu ein Remis und vier Niederlagen. In seiner Zeit erarbeiteten sich die Münchner den Ruf als „Bestia Negra“ und damit den Respekt der Spanier.
Real wieder in Champions-League-Form
Vor dem Duell sieht Kahn den deutschen Rekordmeister allerdings vor einer harten Aufgabe. Bayern ist gegen Real seit acht Partien ohne Sieg. Gleichzeitig rechnet er mit einem Gegner, der rechtzeitig in den Modus der Champions League gefunden hat.
„Real kommt aus einer Phase, in der es viele Widerstände überwinden musste, es gab Kritik, Unruhe, einen Trainerwechsel. Und auf einmal kommt der Erfolg gegen Manchester City, und dann spüren sie: Jetzt können wir die Saison drehen. Genau das macht Real so gefährlich“, sagte Kahn.