Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- 1 Kimmich als Rechtsverteidiger
- 2 Rückblick auf 2014: Lahm als Referenz
- 3 Nagelsmanns Plan für die WM in den USA, Mexiko und Kanada
- 4 Goretzka für die Testspiele gegen Schweiz und Ghana
- 5 Nagelsmanns Einschätzung im kicker-Interview und WM-Quali-Statistik
- 6 Pavlovic, Verletzung und die Bedeutung von Bayern-Tiefe
Unser 2014er Weltmeistertrainer Joachim Löw sieht Joshua Kimmich für die anstehende Weltmeisterschaft in der Rolle des Rechtsverteidigers – trotz seiner Fähigkeit, auch im zentralen Mittelfeld Weltklasse-Niveau zu erreichen. In einem Interview mit der Sport Bild begründete der ehemalige Bundestrainer seine Sichtweise und zog Parallelen zu seiner Entscheidung 2014 mit Philipp Lahm. Gleichzeitig verteidigte Löw die Nominierung von Leon Goretzka für die anstehenden Länderspiele und lobte dessen Zuverlässigkeit. Auch die Verletzungssituation bei Bayern-Profi Aleksandar Pavlovic spielte in Löws Stellungnahme eine Rolle.

Kimmich als Rechtsverteidiger
Joachim Löw betonte die Vielseitigkeit von Joshua Kimmich und unterstrich dessen Qualität für zwei verschiedene Positionen. „Ich glaube, dass Joshua aktuell auf jeder der beiden Positionen auf Weltklasse-Niveau spielt. Momentan würde ich sagen: Da wir im zentralen Mittelfeld Spieler haben, die das Niveau haben, um ganz nach oben zu kommen, ist Joshua rechts auf der richtigen Position. Denn bei den Rechtsverteidigern tun wir uns schwer“, sagte Löw der Sport Bild.
Die Aussage reflektiert Löws Einschätzung, dass die Konkurrenzsituation im zentralen Mittelfeld derzeit stärker besetzt ist, während es auf der rechten Abwehrseite Bedarf gibt. Diese taktische Einordnung verweist auf die strategische Fragestellung vor Turnieren: Wo bringt ein Spieler dem Kader den größten Mehrwert?
Rückblick auf 2014: Lahm als Referenz
Den historischen Bezug stellte Löw anhand eines konkreten Beispiels her: „Löw selbst hatte bei der WM 2014 mit Kapitän Philipp Lahm im defensiven Mittelfeld begonnen und ihn im Turnierverlauf nach rechts hinten beordert.“ Damit verwies der Ex-Bundestrainer auf seine Erfahrung, Spieler während eines Turniers taktisch umzusetzen, um die beste Balance für die Mannschaft zu finden.
Der Vergleich mit Lahm unterstreicht, dass Positionswechsel auf höchstem Niveau kein neues Phänomen sind und dass Trainer im Turnierverlauf auf Anpassungen setzen, um Defizite zu beheben oder Stärken zu maximieren.
Nagelsmanns Plan für die WM in den USA, Mexiko und Kanada
Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte frühzeitig erklärt, Kimmich, der bei Bayern München meist in der Zentrale aufläuft, bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) in der Abwehr einsetzen zu wollen. Diese Vorgabe des Chefcoachs bestimmt die Debatte um Kimmichs Rolle im DFB-Kader und die taktischen Vorbereitungen vor dem Turnier.
Die WM-Termine (11. Juni bis 19. Juli) und die Austragungsorte sind fester Bestandteil der Planungen des DFB-Stabes; die Frage der optimalen Position für Schlüsselspieler wie Kimmich bleibt dabei zentral für die Kader- und Einsatzplanung.
Goretzka für die Testspiele gegen Schweiz und Ghana
Leon Goretzka steht im Kader für die Partien gegen die Schweiz am Freitag (20.45 Uhr/RTL) und gegen Ghana am Montag (20.45 Uhr/ARD). Trotz deutlicher Kritik an seiner Spielzeit bei Bayern sieht Löw die Nominierung als gerechtfertigt an und lobte Goretzkas Eigenschaften als Mittelfeldspieler.
„Leon ist gut, er ist ein Spieler, von dem man Stabilität erwarten darf. Er hat Erfahrung, kann seine Rolle sehr gut interpretieren. Wenn man die ganze Saison zusammennimmt, hatte er schon viele Einsätze und viele Spielminuten. Das ist okay, ich glaube, das reicht so“, sagte Löw. Damit hob der 66-Jährige die Konstanz und Rolle Goretzkas im zentralen Mittelfeld hervor.
Nagelsmanns Einschätzung im kicker-Interview und WM-Quali-Statistik
Julian Nagelsmann hatte zuletzt in seinem viel beachteten Interview mit dem kicker gesagt, Goretzka werde „trotz weniger Spielzeit bei Bayern“ bei der WM „gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle zu haben wie in der WM-Quali“. Diese Aussage des Bundestrainers stützt die Entscheidung, Goretzka in den Kader aufzunehmen.
In der WM-Qualifikation war Goretzka in sechs Spielen immer zum Einsatz gekommen, fünfmal stand er in der Startelf. Löw teilte diese Einschätzung und hob eine wichtige Eigenschaft des Mittelfeldspielers hervor: „Auf Leon ist Verlass“, meinte der 66-Jährige.
Pavlovic, Verletzung und die Bedeutung von Bayern-Tiefe
Auch Goretzkas Klubkollege Aleksandar Pavlovic, der dem DFB-Team angeschlagen fehlt, wurde von Löw thematisiert. Der Coach würdigte Pavlovics Qualität und betonte gleichzeitig die Bedeutung von gleichwertigen Ersatzspielern in einem Klub wie Bayern München.
Löw sagte dazu: „sehr gut, keine Frage. Und gerade bei Bayern braucht man eben Spieler, die dann auch gleichwertig ersetzt werden können. Auf Leon würde ich bei der WM sicherlich setzen, absolut.“