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Die deutschen Fußballerinnen wollen heute am Dienstagabend in Nürnberg den nächsten Schritt Richtung WM 2027 in Brasilien machen. Nach zwei klaren Erfolgen in der Qualifikation wartet mit Österreich allerdings ein Gegner, der nach zwei Niederlagen unter Zugzwang steht.

Im Max-Morlock-Stadion trifft der Rekordeuropameister um 18.15 Uhr auf die Alpenrepublik. Übertragen wird die Partie im Liveticker und Audiolivestream bei sportschau.de sowie live im ZDF.
Dass der Auftritt in Nürnberg für Deutschland ein gutes Omen sein kann, weiß man im DFB-Team noch aus dem Vorjahr: In der Nations-League-Gruppenphase gerieten die deutschen Spielerinnen gegen Österreich zunächst mit 0:1 in Rückstand, setzten sich am Ende aber deutlich mit 4:1 durch.
Österreich unter Druck, Deutschland klar in der Favoritenrolle
Auch diesmal spricht auf dem Papier vieles für die Mannschaft von Bundestrainer Christian Wück. Während Deutschland in der WM-Qualifikation souverän gestartet ist, verloren die Österreicherinnen sowohl gegen Norwegen als auch gegen Außenseiter Slowenien jeweils mit 0:1.
Für den Gruppensieg und das direkte Ticket an den Zuckerhut muss das Team von Alexander Schriebel die Partie in Nürnberg und anschließend auch das Heimspiel am kommenden Sonnabend um 18 Uhr in Ried gewinnen, das live bei sportschau.de zu sehen ist.

Für Österreich wäre das eine Herkulesaufgabe. Gegen Deutschland setzte es zuletzt regelmäßig deutliche Rückschläge. So ging auch das Nations-League-Rückspiel im vergangenen Jahr in Wien mit 0:6 verloren.
Die Wucht dieser Pleite ist in Österreich bis heute spürbar. Barbara Dunst vom FC Bayern fand dafür deutliche Worte: „Ich muss ganz ehrlich sagen, wir können uns das nicht noch einmal leisten. Da geht es schon auch um unsere Namen, um unseren Marktwert und die Ehre. Ich habe keine Lust, mit einer Packung zurück nach München zu reisen. Für mich persönlich geht es da um sehr, sehr viel“.
Tabelle der Gruppe A4, Österreich unter Druck
In der Gruppe qualifiziert sich nur der Erste direkt für das nächste große Turnier. Österreich steht nach den bisherigen Partien noch ohne Punkt da und belegt derzeit den letzten Platz.
Wück erwartet Widerstand – Brand fordert mehr Konsequenz
Auch die deutsche Seite stellt sich auf einen intensiven Gegner ein. Janina Minge sagte: „Ich weiß, dass sie 200 Prozent geben werden, um uns zu ärgern“. Jule Brand ergänzte: „Österreich wird es uns sehr schwer machen. Deswegen müssen wir als Team gut zusammenspielen, gut funktionieren“.
Deutschland reist mit Rückenwind an: Gegen Slowenien gab es ein 5:0, in Norwegen sogar ein überraschend klares 4:0. Trotzdem sah Brand noch Luft nach oben. „Wir können noch mehr Torchancen herausspielen, den letzten Pass noch konsequenter spielen“, sagte die frühere Wolfsburgerin, die erneut auf der Zehnerposition erwartet wird und dort eine Schlüsselrolle übernehmen könnte.
Ihr Wechsel im vergangenen Sommer nach Frankreich hat der 23-Jährigen sichtbar gutgetan. Seitdem übernimmt sie auch im Nationalteam mehr Verantwortung und wirkt auf dem Platz zielstrebiger. „Bei Lyon sind so viele Topspielerinnen, von denen ich in jedem Training lerne“, erklärte Brand: „Ich schaue mir Dinge von ihnen ab.“
Bewährte Achse trotz Ausfällen
Brand steht trotz ihres jungen Alters vor ihrem 72. Einsatz im Nationaltrikot. Häufiger aus dem aktuellen Aufgebot kam nur Lea Schüller zum Zug, die Stürmerin von Manchester United bringt es bereits auf 84 Länderspiele.
Der Kader ist insgesamt breit und ausgewogen besetzt. Er vereint erfahrene Kräfte wie Ann-Katrin Berger und Rebecca Knaak mit jungen Spielerinnen wie Jella Veit, die mit 20 Jahren das „Küken“ im Team ist, sowie Franziska Kett und Carlotta Wamser, die beide zwar erst Anfang 20 sind, aber bereits EM-Erfahrung gesammelt haben.
Trotz der beiden Auftakterfolge setzt Wück nicht auf Experimente. Der Unterfranke will die eingespielte Struktur beibehalten und hat sein Gerüst offenbar auch schon mit Blick auf den wahrscheinlichen Fall der WM-Teilnahme im Kopf. „Wir wollen eine Bestätigung der letzten Monate, des letzten halben Jahres“, sagte der 52 Jahre alte Ex-Profi vor seinem persönlichen Heimspiel. Viele Spielerinnen im Kader seien Gesichter, „die wir kennen, die schon bewiesen haben, dass sie auf einem hohen Niveau Fußball spielen können“, so Wück weiter: „Wir erhoffen uns das natürlich auch gegen Österreich, weil wir den nächsten Schritt zur Weltmeisterschaft gehen wollen“.
Verzichten muss der Bundestrainer dabei auf Klara Bühl und die junge Angreiferin Cora Zicai, beide fallen verletzt aus. Dafür ist Selina Cerci nach ihrer Pause wieder dabei, zudem wurde Larissa Mühlhaus wegen der Ausfälle nachnominiert.
Entscheidend wird am Ende weniger die Personalfrage sein als die Art und Weise, wie Deutschland die Aufgabe angeht. „Es geht darum, spielerische Lösungen zu finden, Ideen und Spielintelligenz zu haben“, forderte Wück. Für seine Fußballerinnen geht es damit im Grunde um dasselbe wie für die Teilnehmer der Nürnberger Stadtrallye: gesucht wird eine Spur – nur eben diesmal die in Richtung Erfolgsspur.
Liveticker heute Deutschland Österreich
Ein Sieg wäre fast schon die WM-Qualifikation!
Gewinnt Deutschland heute und am Samstag, wäre man mit 12 Punkten nach 4 Spielen ganz oben. Abhängig wie Norwegen gegen Slowenien spielt, könnte das schon die Vorentscheidung sein.
Die Aufstellung
So könnte Deutschland heute auflaufen: Berger – Gwinn, Minge, Knaak, Kett – Senß, Nüsken – Dallmann, Brand, Endemann – Anyomi
Anpfiff
DFB Kapitänin Gwinn sagt im DFB.de Interview : „Die WM 2027 ist nicht mehr so weit weg“ – nun heisst es das Team weiter zu formen und sich auf das Turnier in Brasilien zu freuen.
Anpfiff
Bundestrainer Christian Wück in der DFB Pressekonferenz nach de rFrage des Wm Titels: „Die ersten Schritte sind gemacht und wir sind auf einem guten Weg. Wir haben aber auch zweimal erfahren müssen, dass Fußball nicht planbar ist. Wir haben gegen Spanien zweimal gemerkt, dass noch ein bisschen was fehlt. Es ist alles möglich, doch wir haben auch noch jetzt Aufgaben vor uns, auf die wir uns erstmal konzentrieren müssen.“
Morgen um 18:15 Uhr geht es los
In knapp 24 Stunden schalten wir ZDF ein – dann läuft live aus Nürnberg die TV-Übertragung. Das ZDF begleitet die Begegnung live aus Nürnberg mit Katja Streso in der Moderation. Als Expertin ordnet Kathrin Lehmann das Geschehen ein, den Kommentar übernimmt Claudia Neumann.