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Die erste XXL-WM in den USA, Mexiko und Kanada liefert Rekord um Rekord. Schon vor den Halbfinals sind Besucherzahlen, Tore und personelle Wechsel auf der Trainerbank in bislang ungeahnte Sphären geklettert.

Zuschauerströme sprengen alte Marken
Weil das Turnier mit 48 statt 32 Mannschaften und 104 statt 64 Partien ausgetragen wird, fallen die Bestwerte reihenweise. Der Zuschauerrekord war bereits in der Vorrunde bei der DFB-Niederlage gegen Ecuador gefallen. Vor den Halbfinals kamen in den 100 WM-Spielen mehr als 6,5 Millionen Menschen ins Stadion. Damit liegt die XXL-WM deutlich über der bisherigen Bestmarke von der WM 1994 in den USA, als 3,59 Millionen Fans gezählt wurden.
Ganz nüchtern betrachtet relativiert sich der Wert allerdings etwas. Der Zuschauerschnitt liegt bei 65.274 pro Partie, die FIFA meldete zuletzt eine Auslastung von 99,7 Prozent. Der Durchschnitt von 68.991 Fans pro Spiel aus dem Jahr 1994 bleibt dennoch unerreichbar, selbst wenn die Halbfinals, das Spiel um Platz drei und das Endspiel restlos ausverkauft sind.

Tore in Serie und Topstars im Rekordtempo
Auch vor dem Tor ist die WM ein Ausnahmefall. Vor den letzten vier Spielen stehen bereits 291 Treffer zu Buche, die bisherige Bestmarke von 172 Toren bei der WM 2022 in Katar war schon in der Vorrunde übertroffen. Mit 2,91 Toren pro Spiel liegt das Turnier auf dem höchsten Schnitt seit 1970, damals wurden 2,97 erzielt. Den absoluten Rekord hält aber weiter die WM 1954 mit 5,38 Toren pro Partie.
Enzo Fernández markierte beim 3:2 Argentiniens gegen Ägypten im Sechzehntelfinale das 3000. Tor der WM-Geschichte. Zugleich wird die WM 2026 zur Bühne der großen Torjäger: Lionel Messi kommt auf 21 WM-Tore, Kylian Mbappé auf 20. Beide haben den alten Rekord von Miroslav Klose mit 16 Treffern längst pulverisiert und liegen mit jeweils acht Turniertoren noch im Rennen um den Goldenen Schuh. Mehr als acht Tore bei einer einzelnen WM schaffte zuletzt Gerd Müller 1970 mit zehn Treffern, der Uralt-Rekord gehört weiterhin Just Fontaine mit 13 Toren 1958.
Rücktritte, Rekorde und Kuriositäten
Julian Nagelsmann ist nur einer von inzwischen 16 Nationaltrainern, die im Zusammenhang mit der WM ihren Posten verloren oder ihren Abschied angekündigt haben. Tunesien trennte sich während des Turniers von Sabri Lamouchi. Auch „Feuerwehrmann“ Herve Renard konnte in den verbliebenen beiden Gruppenspielen das Ruder nicht mehr herumreißen. Die übrigen Coaches zogen nach dem WM-Aus selbst Konsequenzen oder erhielten keinen neuen Vertrag. Zu den prominenten Namen zählen neben dem ehemaligen Bundestrainer Nagelsmann auch Roberto Martínez aus Portugal und Ronald Koeman aus den Niederlanden. Zuletzt wurde Pape Thiaw am Sonntag in Senegal entlassen.

Im Schatten dieser Wechsel jagt auch die Statistik von einer Bestmarke zur nächsten. Karibikstaat Curacao ist nun der kleinste WM-Teilnehmer der Geschichte, Kap Verde schaffte als kleinstes Land überhaupt sogar den Sprung in die K.o.-Runde. Beide profitierten dabei auch vom neuen Modus. Lionel Messi und Cristiano Ronaldo bestreiten ihre sechste WM, wobei Ronaldo als einziger der beiden bei jeder Endrunde mindestens einmal traf. Spaniens Torhüter Unai Simon blieb bis zum Viertelfinale gegen Belgien 649 Minuten ohne Gegentor und löste damit Walter Zenga ab, dessen Rekord aus dem Jahr 1990 bei 517 Minuten lag.
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Curacaos Schlussmann Eloy Room verbuchte beim 0:0 gegen Ecuador mit 15 Paraden die meisten Rettungstaten in der regulären Spielzeit einer WM-Partie. Sein Coach Dick Advocaat ist mit 78 Jahren nun ältester WM-Trainer und löste Otto Rehhagel ab. Kylian Mbappé erreichte zudem mit 37,6 km/h die höchste jemals bei einem WM-Spieler gemessene Geschwindigkeit, während vor allem im Gastgeberland USA die TV-Quoten nach oben schnellten.
Historisches Halbfinale und Marken mit Beigeschmack
Frankreich, Spanien, England und Argentinien haben schon vor dem finalen Turnierabschnitt Geschichte geschrieben. Erstmals seit Einführung der FIFA-Weltrangliste 1992 stehen die Top vier gemeinsam im Halbfinale einer Weltmeisterschaft. Zudem liefen bei dieser Endrunde erstmals sieben Brüderpaare auf, auch wenn nur drei davon im selben Team standen. Der Niederländer Brian Brobbey und sein für Ghana spielender Halbbruder Derrick Luckassen waren schließlich die ersten Brüder, die bei einer WM für unterschiedliche Nationen trafen.
Parallel dazu sorgt auch eine Negativmarke für Aufmerksamkeit. Mit 14 Eigentoren ist ein historischer Tiefpunkt erreicht.