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Erstmals in der Geschichte spielen 48 Nationen um den WM-Titel, und mit ihnen rollt eine bunte Welle an Spitznamen über die Fußballwelt: Da treffen Elefanten auf Pharaonen, Samurai auf Wüstenfüchse und weiße Wölfe auf blaue Haie. Hinter jedem Kosenamen steckt eine kleine Geschichte aus Wappen, Tierwelt, Geografie oder Trikotfarbe. Nur einer der ganz großen Favoriten steht seltsam blass da: das DFB-Team. Hier ist die komplette Übersicht aller 48 WM-Teilnehmer und ihrer Spitznamen.

Und Deutschland? Der Titelaspirant ohne Kosenamen
Während die halbe Welt mit Löwen, Falken und Drachen auftrumpft, hat ausgerechnet der vierfache Weltmeister keinen echten Spitznamen. Deutschland ist im Sprachgebrauch schlicht das DFB-Team, die Nationalelf oder die DFB-Elf. Kein Tier, keine Farbe, kein poetisches Bild. Der Versuch des DFB, ab 2015 die Marke „Die Mannschaft“ zu etablieren, geriet im Inland schnell zur Lachnummer und wurde nach der missratenen WM 2022 wieder beerdigt.
Die Ironie dabei: Im Ausland funktioniert genau dieser Begriff. Englische, spanische und italienische Medien sprechen voller Respekt von „Die Mannschaft“, als wäre das deutsche Wort selbst schon exotisch genug. Vielleicht passt die Leerstelle aber auch perfekt zum Klischee deutscher Nüchternheit: kein Schnickschnack, kein Kosename, einfach nur effizient Titel sammeln. Schade ist es trotzdem. Ein Land mit vier Sternen auf der Brust hätte einen knackigen Beinamen wahrlich verdient. Wie wäre es, liebe Fans, mit einem Vorschlag?

Die Spitznamen aller 48 WM-Teilnehmer, sortiert nach Gruppen
Von der Eröffnungsgruppe rund um Gastgeber Mexiko bis zu Titelverteidiger-Jägern wie England: Diese Übersicht ordnet alle Kosenamen den zwölf WM-2026-Gruppen zu. Ein Klick auf jedes Land führt direkt zum Team-Profil.
Gruppe A
- Mexiko: El Tri oder El Tricolor, benannt nach den drei Farben Grün, Weiß und Rot der Nationalflagge.
- Südafrika: Bafana Bafana, isiZulu für „Jungs, Jungs“. Die Verdopplung verleiht dem Schlachtruf seinen unverwechselbaren Sing-Sang.
- Südkorea: Taegeuk Warriors, nach dem rot-blauen Taegeuk-Symbol im Zentrum der Flagge, sowie Tigers of Asia.
- Tschechien: Národák („das Nationalteam“) und Repre („die Vertreter“), beides liebevolle Kurzformen aus der Alltagssprache.

Gruppe B
- Kanada: Gleich vier Namen: Les Rouges (die Roten), The Canucks, Maple Leafs (die Ahornblätter) und Les Voyageurs (die Reisenden).
- Schweiz: Nati, die wohl kürzeste Kosename-Lösung des Turniers, schlicht abgeleitet von Nationalmannschaft.
- Bosnien-Herzegowina: Zmajevi (die Drachen) und Zlatni Ljiljani (die goldenen Lilien), Letzteres nach dem mittelalterlichen Wappen der Region.
- Katar: Al-Annabi oder The Maroons, die Kastanienbraunen, nach der dominierenden Trikotfarbe.

Gruppe C
- Brasilien: Seleção (die Auswahl) und Os Canarinhos, die kleinen Kanarienvögel, eine Hommage an das berühmte kanariengelbe Trikot.
- Marokko: Die Atlas-Löwen, benannt nach dem einst im Atlasgebirge heimischen, heute in freier Wildbahn ausgestorbenen Berberlöwen.
- Schottland: The Dark Blues und The Thistle (die Distel), während The Tartan Army eher die treuen Fans im Karomuster meint.
- Haiti: Les Grenadiers (die Grenadiere) und Le Rouge et Bleu, die Rot-Blauen.

Gruppe D
- USA: The Stars and Stripes, dazu The Yanks und das augenzwinkernde The Soccer Boys.
- Türkei: Ay-Yıldızlılar, die Mond-Sterne, nach Halbmond und Stern auf der Nationalflagge.
- Paraguay: La Albirroja, die Weiß-Roten, nach den Streifen des Trikots.
- Australien: Socceroos, ein Kofferwort aus „soccer“ und „kangaroo“ und einer der charmantesten Spitznamen im Weltfußball.

Gruppe E
- Deutschland: Der große Sonderfall: kein folkloristischer Kosename, nur DFB-Team oder die Nationalelf. Mehr dazu weiter unten.
- Elfenbeinküste: Les Éléphants, die Elefanten, das Wappentier des Landes.
- Ecuador: La Tri beziehungsweise La Tricolor, nach Gelb, Blau und Rot der Flagge.
- Curaçao: The Blue Wave, die blaue Welle, passend zur Karibikinsel und ihrem WM-Debüt.
Gruppe F
- Niederlande: Oranje, nach dem Königshaus Oranien-Nassau, sowie schlicht Elftal (die Elf).
- Schweden: Tre Kronor (drei Kronen) nach dem Staatswappen und Blågult, Blau-Gelb.
- Japan: Samurai Blue, das Kämpfer-Ethos der Samurai vereint mit dem tiefen Blau der Trikots.
- Tunesien: Die Adler von Karthago, ein Verweis auf die antike Handelsmetropole an der tunesischen Küste.

Gruppe G
- Belgien: Die Roten Teufel (Diables Rouges / Rode Duivels), seit über hundert Jahren der Beiname der belgischen Auswahl.
- Iran: Team Melli, persisch schlicht für „Nationalteam“.
- Ägypten: Die Pharaonen, ein direkter Gruß aus der Zeit der Hochkulturen am Nil.
- Neuseeland: All Whites, eine bewusste Anspielung auf die weltberühmten All Blacks aus dem Rugby.
Gruppe H
- Spanien: La Roja, die Rote, nach dem leuchtend roten Heimtrikot der Furia Roja.
- Uruguay: La Celeste, die Himmelblauen, eine der ältesten und stolzesten Fußballnationen der Welt.
- Saudi-Arabien: Al-Suqour Al-Akhdar, die Grünen Falken, Grün als Farbe der Nation und der Falke als Symbol der Arabischen Halbinsel.
- Kap Verde: Tubarões Azuis, die blauen Haie, ein Gruß des Inselstaats an den Atlantik.

Gruppe I
- Frankreich: Les Bleus, dazu Equipe Tricolore und das hierzulande gern bemühte La Grande Nation.
- Norwegen: Løvene (die Löwen) nach dem Wappenlöwen und nüchtern Landslaget, die Nationalmannschaft.
- Senegal: Die Löwen von Teranga, wobei Teranga in der Sprache Wolof die berühmte senegalesische Gastfreundschaft meint.
- Irak: Usud Al-Rafidain, die Löwen von Mesopotamien, eine Reverenz an das Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris.
Gruppe J
- Argentinien: La Albiceleste, die Weiß-Himmelblauen, sowie schlicht La Selección.
- Österreich: Das Team (offiziell ÖFB-Team) und volkstümlich Die Burschen.
- Algerien: Les Fennecs (die Wüstenfüchse) nach dem großohrigen Saharafuchs, dazu Les Verts und Les Guerriers du Désert, die Wüstenkrieger.
- Jordanien: Al-Nashama, die Tapferen oder die Ritterlichen, ein Beiname mit ehrenhaftem Beiklang.
Gruppe K
- Portugal: Seleção das Quinas, die Auswahl der Quinas, benannt nach den fünf blauen Schilden im portugiesischen Wappen.
- Kolumbien: Los Cafeteros, die Kaffeebauern, eine Hommage an das wichtigste Exportgut des Landes, dazu La Tricolor.
- Usbekistan: Oq bo’rilar (die weißen Wölfe) und Die Turanier, ein Verweis auf die zentralasiatische Region Turan.
- DR Kongo: Les Léopards, die Leoparden, das Symbol für Kraft und Schnelligkeit.

Gruppe L
- England: Three Lions, die drei Löwen aus dem königlichen Wappen, besungen in jeder englischen Fußballhymne.
- Kroatien: Vatreni (die Feurigen) und Kockasti, die Karierten, nach dem rot-weißen Schachbrettmuster des Trikots.
- Ghana: Black Stars, nach dem schwarzen Stern in der Mitte der ghanaischen Flagge.
- Panama: Los Canaleros, die Kanalbauer, eine stolze Anspielung auf den Panamakanal, sowie La Marea Roja, die Rote Flut.

Häufige Fragen zu den Spitznamen der WM-Teams
Warum hat Deutschland keinen Spitznamen?
Anders als die meisten Nationen hat sich für die deutsche Auswahl nie ein folkloristischer Beiname durchgesetzt. Gebräuchlich sind nur die nüchternen Bezeichnungen DFB-Team, Nationalelf oder DFB-Elf. Die vom DFB ab 2015 lancierte Marke „Die Mannschaft“ wurde im Inland überwiegend belächelt und nach 2022 wieder fallengelassen.
Welches WM-Team hat den schönsten Spitznamen?
Geschmackssache, doch besonders bildstark sind die Samurai Blue aus Japan, die Atlas-Löwen aus Marokko, die Wüstenfüchse (Les Fennecs) aus Algerien und die blauen Haie (Tubarões Azuis) von den Kapverden. Auch die australischen Socceroos sind ein echter Sympathieträger.
Was bedeutet Bafana Bafana?
Bafana Bafana ist isiZulu und heißt sinngemäß „Jungs, Jungs“. Die Verdopplung des Wortes ist im südlichen Afrika ein gängiges Stilmittel und macht den Schlachtruf der südafrikanischen Mannschaft besonders eingängig.
Woher kommt der Name Three Lions für England?
Die drei Löwen stammen aus dem königlichen Wappen Englands und zieren seit jeher das Trikot der Three Lions. Spätestens durch die Hymne „Three Lions (Football’s Coming Home)“ wurde der Beiname weltbekannt.
