DFB-Aufsichtsratschef Alexander Wehrle fordert Infantino-Rücktritt als FIFA-Präsident

Im Zuge der schweren Vertrauenskrise beim Fußball-Weltverband richtet DFB-Aufsichtsratschef Alexander Wehrle deutliche Worte an Gianni Infantino. Der VfB-Stuttgart-Vorstandschef fordert den sofortigen Rücktritt des FIFA-Präsidenten und spricht von einer gespaltenen Fußballwelt.

Die Ehrentribüne beim WM-Finale 2026 am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium mit Kanadas Premierminister Mark Carney, Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum, First Lady Melania Trump, US-Präsident Donald Trump, FIFA-Präsident Gianni Infantino sowie Spaniens König Felipe VI. und Königin Letizia. (Haiyun Jiang, Pool / Getty Images North America via Getty Images)
Die Ehrentribüne beim WM-Finale 2026 am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium mit Kanadas Premierminister Mark Carney, Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum, First Lady Melania Trump, US-Präsident Donald Trump, FIFA-Präsident Gianni Infantino sowie Spaniens König Felipe VI. und Königin Letizia. (Haiyun Jiang, Pool / Getty Images North America via Getty Images)

Im Podcast der Ludwigsburger Kreiszeitung wurde Wehrle deutlich: Infantino solle „einfach zurücktreten“. Er machte allerdings keinen Hehl daraus, dass diese Forderung wohl folgenlos bleiben wird. Es handle sich um seinen „persönlichen Wunsch, aber ich weiß, dass es Infantino einen Scheiß interessiert“, so der DFB-Funktionär unverblümt. Auslöser des Unmuts ist der inzwischen zurückgezogene Vorstoß des Schweizers, Anteile an FIFA-Turnieren an private Geldgeber zu veräußern. Dieser Plan habe die internationale Fußballfamilie nach Wehrles Einschätzung „total gespalten“.

Streit um Nachfolge und Wahlmodus

Mit Blick auf den anstehenden FIFA-Kongress im März 2027 pocht Wehrle auf einen fairen Ablauf der Präsidentenwahl. Statt einer „Klatschwahl“ brauche es zwingend eine „demokratische Wahl“, betonte er. Der Stuttgarter Klubchef hofft dabei auf das Antreten „ernstzunehmender Kandidaten“, die mit einem durchdachten Wahlprogramm die FIFA wieder auf ihre eigentlichen Aufgaben im Weltfußball ausrichten.

Bis zu diesem Termin wünscht sich Wehrle einen intensiven Austausch über die unterschiedlichen Interessen und Zielsetzungen der einzelnen Konföderationen. „Da muss man Lösungen aufzeigen“, forderte er, auch mit Blick auf mögliche neue Bewerber für das höchste Amt im Weltverband. Entscheidend sei dabei nicht, „mit Geldern Nationen zu kaufen, sondern um nachhaltige Programme und Entwicklungen für den Weltfußball in Summe“ zu ringen.

„Systemfrage“ statt Personalie

Eine Verlängerung der Amtszeit Infantinos kann sich Wehrle kaum vorstellen. Im Deutschlandfunk sprach er von einer grundsätzlichen „Systemfrage“ innerhalb des Verbandes. „Solange Herr Infantino Präsident ist, wird sich das nicht verändern. Deswegen brauchen wir grundlegend eine Debatte und dann auch eine andere Führung“, erklärte der Aufsichtsratschef.

Zwar habe der FIFA-Boss die umstrittenen Investorenpläne mittlerweile fallen gelassen, ein erneutes Vorgehen in dieser Richtung aber keineswegs ausgeschlossen. Genau hier sieht Wehrle den Präsidenten in der Pflicht: „Von daher muss er erstmal Antworten liefern.“