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Thomas Tuchel hat seinen England-Kader für die WM-Mission vorgestellt und damit vor dem Turnier auf der Insel heftige Diskussionen ausgelöst. Mit einem aufwendig inszenierten Film präsentierte der deutsche Nationalcoach die 26 Auserwählten um Kapitän Harry Kane, doch die harten Entscheidungen sorgten sofort für Kopfschütteln. Besonders die Boulevardzeitung The Sun reagierte scharf und schrieb: „Wer glaubt, dieser Kader könne die Weltmeisterschaft gewinnen, sollte sich mal den Kopf untersuchen lassen.“

Tuchels klare Linie bei der Kaderwahl
Für Tuchel zählt bei der WM einzig der Titel, 60 Jahre nach dem Wembley-Triumph soll das lange Warten der Engländer enden. Angeführt von Kane und Jude Bellingham startet England mit einem Kader ins Turnier, in dem mehrere prominente Namen fehlen. Nicht dabei sind überraschend die Offensivspieler Cole Palmer und Phil Foden, Rechtsverteidiger Trent Alexander-Arnold sowie Abwehr-Routinier Harry Maguire.
Auch Morgan Gibbs-White von Nottingham Forest und Dominic Calvert-Lewin von Leeds United, die derzeit besten englischen Torschützen der Premier League, erhielten kein Ticket. Dafür nominierte Tuchel sensationell Ivan Toney vom saudiarabischen Klub Al-Ahli. Für den deutschen Coach, der seit Anfang 2025 auf der englischen Bank sitzt, geht es nur um das bestmögliche Gefüge, nicht um einzelne Namen.
„Das Team stand immer im Mittelpunkt“
Die Kritik an seinen Entscheidungen lässt Tuchel nach außen kalt. „Es ist schwer, alle zufrieden zu stellen, aber wir müssen einen Kader aufstellen, den wir lieben und von dem wir überzeugt sind“, sagte er am Freitag. Er scheue sich nicht vor „harten Entscheidungen. Ich habe die Spieler, die es bis ganz nach oben schaffen können. Es geht um die Energie, die Verbindungen und die Chemie.“
Auch die musikalische Inszenierung der Kaderbekanntgabe war bewusst gewählt. Zu John Lennons „Come Together“, das aus den Boxen dröhnte, rückte das Gemeinsame in den Vordergrund. „Wir haben gesagt, wir wollen das beste Team, nicht die talentiertesten Spieler. Das Team stand immer im Mittelpunkt“, erklärte Tuchel. Entsprechend sind nur noch 14 Profis dabei, die vor zwei Jahren in Deutschland Vize-Europameister wurden. Für elf Spieler wird die WM dagegen das erste große Turnier ihrer Laufbahn.
England reist mit perfekter Qualifikation an
Die Three Lions gehen nach einer makellosen Qualifikation mit acht Siegen aus acht Spielen ins WM-Rennen. In Gruppe L trifft England am 17. Juni auf Kroatien, am 23. Juni auf Ghana und am 27. Juni auf Panama. Anfang Juni reist Tuchel mit seinem Team zur finalen Vorbereitung in die USA.
Harry Kane blickte derweil schon voraus und schrieb am Freitag bei Instagram: „Ich kann es kaum erwarten, mit den Jungs dort zu sein und hoffentlich eine fantastische Erfahrung zu machen.“ Solche Momente „träumt man schon als Kind. Ich kann es kaum erwarten, endlich loszulegen!!“ Wo die Reise enden soll, macht der Kader-Film ebenfalls deutlich: Er spielt in New York, dem Ort des großen Finales.
Für Tuchel gibt es nur zwei mögliche Geschichten: Entweder wird er nach dem Endspiel am 19. Juli als Genie gefeiert oder die WM endet in einer Katastrophe.