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Uli Hoeneß hat seine Kritik an Julian Nagelsmann erneut verschärft. Der Ehrenpräsident des FC Bayern warf dem Bundestrainer vor, zu sehr auf die eigene Rolle zu setzen, und stellte ihm zugleich das erfolgreiche Teamkonzept seines Klubs gegenüber.

Hoeneß erneuert Attacke auf den Bundestrainer
Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte Hoeneß: „Wenn es Deutschland gelingt, eine Mannschaft zu werden, obwohl der Trainer es nicht geschafft hat, zweimal hintereinander mit derselben Elf zu spielen – dann haben wir eine Chance“. Der 74-Jährige hatte in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrfach scharf gegen Nagelsmann ausgeteilt.
Dabei zog er den Vergleich zu „seinem“ FC Bayern. „Die Situation ist dieselbe wie bei uns“, erklärte Hoeneß. „Vor der Saison hat doch jeder gesagt: Der Kader ist zu klein, der Kader ist nicht gut genug. Aber dann hat der Trainer die Spieler alle besser gemacht, und vor allem hat er aus den Spielern ein Team gemacht.“
„Er glaubt, er gewinnt das Spiel“
Besonders deutlich wurde Hoeneß bei seiner Einschätzung des Nationaltrainers: „Aber unser Bundestrainer glaubt, er gewinnt das Spiel. Nein, die Mannschaft gewinnt das Spiel.“ Damit machte er klar, dass für ihn nicht der Chefcoach, sondern das Kollektiv den Ausschlag gibt.
Schon kürzlich hatte Hoeneß im DAZN-Interview betont, er wolle Nagelsmann „überhaupt nichts Böses“. Er hoffe lediglich, dass der 37-Jährige darüber nachdenke, „dass diejenigen, die so etwas sagen – kürzlich hat ja auch Matthias Sammer Ähnliches geäußert -, ihm keine Niederlage wünschen, sondern seinen Erfolg“.
Beleidigt nach Gespräch mit Hoeneß
Nach einem Gespräch mit ihm sei Nagelsmann „leicht beleidigt“ gewesen, berichtete Hoeneß außerdem. Ihm fehle beim Bundestrainer ein Stück weit „diese Bereitschaft, zuzuhören und anzunehmen“, sagte der Münchner Ehrenpräsident. Gleichzeitig stellte er klar: „Er wird mit seinen Entscheidungen leben müssen. Wenn er erfolgreich ist, bin ich der Erste, der ihm gratuliert. Wenn nicht, dann wird es für ihn schwer.“