Fußball heute Abend: PSG Aufstellung ohne Abwehrchef Hakimi – Große Chance für den FC Bayern?

Der Marokkaner Achraf Hakimi fällt beim Rückspiel des Champions-League-Halbfinales gegen den FC Bayern München mehrere Wochen aus und fehlt PSG damit ausgerechnet in einer Schlüsselphase. Der Rechtsverteidiger hatte sich in den Schlussminuten des wilden 5:4 im Hinspiel verletzt. Für Paris ist das ein harter Verlust, für Bayern eröffnet sich zumindest auf dem Papier eine große Chance. Für Marokko in der WM Gruppe C wäre der Ausfall bei der Fußball WM 2026 ein herber Verlust, davon möchte aber derzeit niemand reden.

Ein FC-Bayern-Spieler treibt am 28. April 2026 im Parc des Princes in Paris den Ball voran, verfolgt von einem PSG-Verteidiger. Im Hinspiel des Halbfinales der UEFA Champions League 2025/26 lieferten sich beide Teams einen intensiven Kampf um den Einzug ins Finale der Königsklasse. (Getty Images)
Hakimi im PSG Paris Trikot fehlt heute. Im Hinspiel des Halbfinales der UEFA Champions League 2025/26 lieferten sich beide Teams einen intensiven Kampf um den Einzug ins Finale der Königsklasse. (Getty Images)

Die Sorgen in Paris wurden schon am vergangenen Mittwoch sichtbar, als die Nachricht über den Ausfall des Marokkaners wie ein Schatten über dem Klub lag. Auch die französische L’Equipe traf die Lage mit ihrer Formulierung präzise: „Hakimi – ein schwerer Schlag, aber es gibt Lösungen“. Genau daran muss sich Luis Enrique nun messen lassen.

Hakimi als Taktgeber auf rechts

Im 4-3-3-System des PSG-Chefcoachs sind die Außenverteidiger weit mehr als reine Absicherer. Die Mannschaft arbeitet aggressiv gegen den Ball, schaltet nach Ballgewinnen sofort um und stellt mit den hoch schiebenden Schienenspielern die zweite Pressing-Welle hinter dem Offensivtrio um Ousmane Dembele. Gerade Hakimi und Nuno Mendes übernehmen dabei enorme Verantwortung. Sie sichern nicht klassisch mit den Innenverteidigern ab, sondern rücken weit nach vorn und schaffen so Tempo, Wucht und Tiefe im Pariser Angriffsspiel.

Das macht PSG gefährlich, öffnet aber auch Räume, sobald ein Gegner das Forechecking überspielt. Hakimi konnte viele dieser Situationen mit seiner Geschwindigkeit noch ausbügeln. Wenn er einmal Fehler machte, korrigierte er sie selbst wieder. Der 27-Jährige gilt nicht ohne Grund als einer der besten Außenverteidiger der Welt.

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Zaire-Emery rückt wohl nach

Im Rückspiel wird Hakimi fehlen. Als wahrscheinlichster Ersatz gilt Warren Zaire-Emery, der schon in der Hinrunde an seiner Stelle spielte, als Hakimi nach einem von Luis Díaz verursachten Foul mit einem verstauchten Knöchel aus dem Ligaphasen-Duell zwischen Bayern und PSG herauskam. Der 20 Jahre alte Franzose bringt Vielseitigkeit mit, Erfahrung auf diesem Niveau aber nur bedingt.

Auch gegen den giftigen Díaz hatte Zaire-Emery bereits Probleme, weil der Kolumbianer mit seinen tiefen Läufen immer wieder Unruhe stiftete. Dennoch konnte er ihn phasenweise eingrenzen, ehe sich Díaz in der 68. Minute mit dem Treffer zum 4:5 belohnte. Nun dürfte erneut er gefragt sein, Hakimis Rolle auf der rechten Seite zu übernehmen.

Je nach Spielverlauf könnte zudem Flügelstürmer Desire Doué mehr Defensivarbeit übernehmen müssen. Das würde zwar die Absicherung verbessern, gleichzeitig aber PSG im Angriff schwächen.

Bayerns Flügel als Problemzone

Für den FC Bayern klingt der Ausfall des PSG-Abwehrspielers zunächst nach Rückenwind. Doch die Münchner wissen auch, wie gefährlich die Pariser Offensive bleibt. Im Hinspiel hatte die FCB-Defensive mit Dembélé, Doué und Khvicha Kvaratskhelia große Mühe, alle drei kamen jeweils auf zwei Scorer-Punkte. Trotz der eigenen Offensivmomente von Díaz und Michael Olise reichte es nicht, die Pariser Angriffe konsequent zu stoppen.

Besonders das 1:1 durch Kvaratskhelia zeigte die Schwachstellen der Bayern. In der 24. Minute ließ der Georgier Josip Stanisic stehen, wurde angespielt, legte sich den Ball mit einem kleinen Tänzchen zurecht und jagte ihn ins Netz. Auch auf der anderen Seite bekam der Rekordmeister Probleme. Alphonso Davies und später Konrad Laimer taten sich gegen Hakimi und Doué schwer, vor allem beim 2:4, als Laimer in der Vorwärtsbewegung von einem Pass auf Hakimi überrascht wurde. Der PSG-Profi konnte ungestört flanken und fand Kvaratskhelia, der seinen zweiten Treffer erzielte.

Geschwindigkeitsduell entscheidet das Rückspiel

Dass die Münchner über außen anfällig waren, lag auch an der Struktur von Vincent Kompanys Team. Wie PSG setzt auch der Bayern-Coach seine Außenverteidiger nicht ausschließlich zur Sicherung ein. Stattdessen schieben die Schienenspieler nach innen oder besetzen Räume, die entstehen, wenn Díaz und Olise sich fallen lassen oder ins Zentrum ziehen. Genau dort entstehen dann Umschaltsituationen, die in einem Spiel dieses Kalibers sofort bestraft werden können.

Gegen Hakimi und Mendes besitzen Stanisic und Laimer allerdings Geschwindigkeitsnachteile. Davies wiederum ist nach seinem von Verletzungen geprägten letzten Kalenderjahr noch nicht wieder ganz bei alter Stabilität. Damit bleibt die rechte und linke Außenbahn auch im Rückspiel ein zentrales Duell, in dem PSG trotz Hakimi-Ausfalls weiterhin explosive Optionen hat. Wenn am Mittwochabend in München angestoßen wird, dürfte vor allem entscheidend sein, welche Mannschaft die Räume auf den Flügeln besser nutzt. Das Schachspiel kann beginnen.