Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
Die Fußballerinnen des FC Bayern haben ihre vierte Meisterschaft in Serie vorzeitig perfekt gemacht. Beim 3:2 (1:1) bei Union Berlin machte Giulia Gwinn in der Schlussphase alles klar, sodass der Titel in der Bundesliga schon jetzt feststeht. Für die Münchnerinnen war es zugleich der 19. Ligasieg in Folge.

Gwinn setzt den Schlusspunkt in der Alten Försterei
In der Alten Försterei startete Bayern vor 13.220 Zuschauern konzentriert und ging früh in Führung: Edna Imade traf in der 8. Minute, nachdem sie zuvor bereits einen ersten Kopfballversuch (6.) angesetzt hatte, den Union-Torhüterin Cara Bösl noch abgefangen hatte. Doch die Gastgeberinnen antworteten prompt, als Sophie Weidauer in der 11. Minute eine Nachlässigkeit von Barbara Dunst nutzte, frei auf Keeperin Ena Mahmutovic zulief und sicher abschloss.
Auch danach drängte Bayern weiter, ließ den Ball geduldig durch die eigenen Reihen laufen, fand im letzten Drittel aber zunächst keine Lücke. Linda Dallmann prüfte Bösl schließlich mit einem Versuch aus der zweiten Reihe, doch die Union-Torfrau parierte stark (33.). Nach der Pause erhöhte das Team von José Barcala den Druck erneut, und Dunst belohnte die Bemühungen mit dem 2:1 (50.).
Union bleibt lange dran, Bayern bleibt aber souverän
Union verteidigte weiter bissig in den Zweikämpfen und blieb gefährlich. Barcala reagierte in der 62. Minute mit den Einwechslungen von Pernille Harder und Klara Bühl, die nach überstandener Wadenverletzung zurückkehrte und neben der zuvor von einer Schulterverletzung genesenen Gwinn zunächst auf der Bank gesessen hatte. Trotzdem ließ sich Union nicht abschütteln und kam durch Lia Kamber in der 77. Minute noch einmal zum Ausgleich in der Schlussphase.
Doch Bayern hatte die passende Antwort: Gwinn, die sich während der Länderspielphase im ersten WM-Qualifikationsspiel des DFB-Teams gegen Österreich (5:1) die Schulter ausgekugelt hatte, kam in der Schlussphase ins Spiel und traf keine 15 Minuten später zum 3:2-Endstand. Damit war der erste Matchball genutzt, der vierte Titel in Serie eingetütet und der Spitzenreiter nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Mit nun 64 Punkten und noch vier ausstehenden Partien ist die Meisterschaft entschieden.
Feier mit angezogener Handbremse vor dem Saison-Endspurt
Die Spielerinnen jubelten nach dem Schlusspfiff wild im Kreis, José Barcala herzte seine Meisterinnen, und in den Meistershirts ließen sie sich von den mitgereisten Fans feiern. Trotzdem bleibt der Blick sofort nach vorn, denn die nächsten Wochen haben es in sich: Am Samstag um 18.15 Uhr geht es auf Disney+ im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Barcelona, dazu wartet am 14. Mai das DFB-Pokalfinale gegen den Dauerrivalen VfL Wolfsburg. Nach dem insgesamt achten Meistertitel will Bayern den Blick auf das Triple richten.
„Das ist echt der Wahnsinn“, sagte Barbara Dunst bei MagentaTV. Eine große Party sei aber noch nicht geplant: „Auf uns wartet in den nächsten Tagen der nächste Kracher, deshalb feiern wir noch piano, das heben wir uns für den Schluss auf. Dennoch genießen wir hier die Kulisse.“ Gwinn kündigte ebenfalls Zurückhaltung an, hoffte aber auf „gute Musik“ und vielleicht auf „das ein oder andere Radler trinken“.
Barcala hatte schon im Vorfeld betont, wie wichtig ein früher Titelgewinn wäre: „Es wäre fantastisch, es so früh wie möglich zu schaffen, dann könnten wir die Energie für die nächsten Schritte verwenden.“ Genau dieser Plan ging auf – und der Spanier kann nun wieder auf Gwinn und Bühl bauen, wenn Bayern mit Rückenwind in die entscheidenden Wochen startet.