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Stuart Attwell leitet das Länderspiel gegen Ghana am Montag in Stuttgart (20.45 Uhr/ARD) und ruft damit unangenehme Erinnerungen an die Heim-EM 2024 wach. Der englische Unparteiische fungierte im selben Stadion als Videoassistent beim bitteren Viertelfinal-Aus der DFB-Auswahl gegen Spanien (1:2 n.V.). Insbesondere eine Handspiel-Szene von Marc Cucurella nach einem Torschuss von Jamal Musiala in der 106. Minute sorgt weiterhin für Diskussionen, weil der VAR nicht eingriff. Bundestrainer Julian Nagelsmann und Ex-Kapitän Michael Ballack reagierten nach der Partie heftig und sorgten für Debatten über Regelanwendung und Videoassistenten.

Einsatz in Stuttgart beim Länderspiel gegen Ghana
Am Montag um 20.45 Uhr überträgt die ARD das Länderspiel gegen Ghana aus Stuttgart, geleitet vom englischen Schiedsrichter Stuart Attwell. Die Ansetzung des 43-Jährigen sorgt beim DFB und in der Öffentlichkeit für hässliche Erinnerungen an das EM-Viertelfinale im selben Stadion. Gleichzeitig weckt Attwells Rolle als Videoassistent damals Fragen zur Arbeit des VAR und zur Spielleitung auf höchstem Niveau.
Die umstrittene Cucurella-Szene im EM-Viertelfinale
Beim Viertelfinal-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen den späteren Europameister Spanien (1:2 n.V.) war Attwell als Videoassistent im Einsatz. In der Verlängerung (106.) gab es nach einem harten Torschuss von Jamal Musiala ein Handspiel des Spaniers Marc Cucurella im eigenen Strafraum. Dass der VAR Attwell bei der Szene nicht eingriff, entzündete heftige Kritik. Schiedsrichter Anthony Taylor entschied damals auf Weiterspielen.
Reaktionen aus dem Lager der DFB-Elf
Bundestrainer Julian Nagelsmann bezeichnete die Nicht-Intervention des VAR als „Wahnsinn“ und polterte: „Dass es dann keinen Elfmeter gibt – das kann ich nicht akzeptieren.“ Der frühere DFB-Kapitän Michael Ballack schimpfte: „Ein klareres Handspiel gibt es nicht mehr im Fußball.“ Diese wütenden Reaktionen spiegelten die Empörung nach dem Schlusspfiff wider.
Rechtliche Einordnung und Expertenmeinungen
Schiedsrichter-Experten sahen die Entscheidung von Anthony Taylor in der Folge jedoch regeltechnisch vertretbar. Sie führten an, es habe erkennbar keine Absicht vorgelegen, die Distanz zum Schützen sei kurz gewesen und der Schuss sehr hart. In dieser Argumentation spielten Kriterien wie Absicht, natürliche Körperposition und die Nähe zum Schützen eine Rolle.
Statements von Unparteiischen
Der Unparteiische Patrick Ittrich fasste die Schwierigkeit der Bewertung so zusammen: „Diese Szene zeigt das ganze Dilemma der Regel“. Er ergänzte angesichts der Bildlage: „Ich bin eigentlich auch eher bei Handspiel, aber es nicht das Handspiel, bei dem du ihn rausschickst, weil du keine anderen Bilder hast.“ Damit verdeutlichte Ittrich die Grenze zwischen subjektiver Wahrnehmung und regeltechnischer Bewertung.
Frühere VAR-Rolle beim EM-Achtelfinale gegen Dänemark
Besonders bemerkenswert im Kontext der Debatte ist, dass Attwell im EM-Achtelfinale gegen Dänemark (2:0) seinem Landsmann Michael Oliver als Videoschiedsrichter assistierte. Oliver entschied bei einer vergleichbaren Szene auf Handelfmeter für Deutschland, was den Unterschied in der Auslegung von Szenen durch verschiedene Unparteiische und Videoassistenten unterstreicht. Diese Gegensätze nährten die Diskussion über Konstanz und Interpretationsspielraum beim Einsatz von VAR-Technologie.
Karriere und Bilanz von Stuart Attwell
Stuart Attwell (43) ist seit 2009 FIFA-Schiedsrichter und war bereits bei der EM 2021 als VAR im Einsatz. Trotz seiner internationalen Erfahrung pfiff er bislang noch kein Länderspiel der deutschen A-Nationalmannschaft. Bei Einsätzen für den DFB endeten die bisherigen Begegnungen unter seiner Leitung mit Niederlagen: Die U21 und die U19 des DFB verloren jeweils ihre eine Begegnung unter seiner Leitung.