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100 Tage vor der Fußball-WM steht Deutschland als Favorit in der WM 2026 Gruppe E – doch die Bilanz der Qualifikation und offene Personalfragen zeigen Schwächen. Julian Nagelsmann hat zwar mit Joshua Kimmich und Oliver Baumann erste personelle Entscheidungen signalisiert, doch Torwartkonkurrenz und Formfragen bei Offensivspielern bleiben. In Houston startet die DFB-Elf am 14. Juni (19 Uhr MESZ) in die XXL-WM, die in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet. Neben Gastgebern wie Mexiko warten mit Curaçao, Ecuador und der Elfenbeinküste Gegner, die taktisch und individuell Probleme bereiten können.

Die Lage der DFB-Elf: Marktwert, Form und Personalfragen
Auf dem Papier gilt Deutschland in Gruppe E als klarer Favorit – der Marktwert des Teams überragt die Kontrahenten deutlich. Dennoch zeigte die Qualifikation Schwankungen: Es gab eine frühe Niederlage, einen umkämpften Sieg gegen Nordirland und ein knappes 2:0 gegen Luxemburg. Zum Abschluss meldete sich die Mannschaft mit einem deutlichen 6:0 gegen die Slowakei zurück. Diese Ergebnisse offenbaren Unsauberkeiten in Chancenverwertung und Konstanz, an denen Nagelsmann arbeiten muss.
Nagelsmann hat in einem Interview mit dem „kicker“ bereits personelle Tendenzen genannt: Joshua Kimmich und Oliver Baumann gelten als gesetzt. Gleichzeitig bleibt die Torhüterposition umkämpft: Noah Atubolu (SC Freiburg) und Alexander Nübel (VfB Stuttgart) stehen als Konkurrenten bereit. Bei der Offensive sorgen Formkrisen und Verletzungen für Fragezeichen: Nick Woltemade durchlief in England eine Torflaute, Jamal Musiala fiel nach einer schweren Verletzung bei der Klub-WM monatelang aus. Nur mit verbesserter Chancenverwertung und stabiler Offensive lässt sich die individuelle Klasse in Ergebnisse ummünzen.
Die Gegner in Gruppe E: Stärken und Schlüsselspieler
Die drei Gruppengegner bringen unterschiedliche Stärken mit, die Deutschland taktisch fordern können. Curaçao setzt auf eingeschworene Teamchemie und Spieler mit niederländischer Ausbildung, Ecuador auf defensive Stabilität und individuelle Klasse im Mittelfeld, die Elfenbeinküste auf Tempo und individuelle Offensivspieler. Alle drei Nationen verfügen über Akteure mit Erfahrung in europäischen Ligen, was die Partien anspruchsvoll macht.
Curaçao – die „Blaue Welle“ mit holländischer Prägung
Curaçao feiert einen historischen WM-Einzug: Die Karibikinsel ist der kleinste Staat, der je bei einer WM startet. Das Team trägt den Spitznamen „Blaue Welle“ und reist mit einem Kader, in dem viele Spieler aus den Niederlanden stammen oder dort ausgebildet wurden. Trainerwechsel prägt die Vorbereitung: Dick Advocaat zog sich wegen familiärer Gründe zurück, sein Nachfolger ist Fred Rutten. Mit Spielern wie Tahith Chong (Werder Bremen) und Jürgen Locadia, die Bundesliga-Erfahrung besitzen, besitzt Curaçao sowohl Tempo als auch individuelle Qualität im Offensivspiel.
Ecuador – defensive Kompaktheit und Caicedo als Schlüssel
Ecuador baut seine Stärke vor allem auf eine robuste Defensive: Mit Spielern wie Piero Hincapié, Joel Ordóñez und Willian Pacho verfügt die Mannschaft über eine stabile Viererkette. Die Qualifikation unterstreicht das: Ecuador kassierte nur fünf Gegentore und stellt damit die beste Defensive Südamerikas. Moisés Caicedo (FC Chelsea) gilt als größtes Talent und variabler Mittelfeldspieler, der defensiv zupackt, aber auch zentrale und offensive Aufgaben übernehmen kann. Gegen Deutschland wird Ecuadors Kompaktheit in der Defensive eine taktische Herausforderung darstellen.
Elfenbeinküste – Offensive will Wiedergutmachung
Die Elfenbeinküste kam beim jüngsten Afrika-Cup als Titelverteidiger nicht über das Viertelfinale hinaus und sucht nun die sportliche Wiedergutmachung bei der WM. Amad Diallo (Manchester United) zeigte sich beim Afrika-Cup in guter Form: Drei Tore und eine Vorlage aus fünf Spielen machten ihn zum besten Scorer seines Teams. Daneben stehen voraussichtlich Akteure mit Bundesliga-Erfahrung im Aufgebot, etwa Yan Diomande (RB Leipzig) und Bazoumana Touré (TSG Hoffenheim). Die Ivorer bringen Tempo und individuelle Durchschlagskraft mit, die insbesondere in Umschaltsituationen gefährlich werden kann.
Vorbereitung, Kadermodus und Spielplan bis zum Turnierstart
Der DFB kündigte an, den Kader für die nächsten Testspiele am 19. März zu benennen; Nagelsmann sprach davon, dass dieses Aufgebot dem endgültigen WM-Kader „artverwandt“ sein soll. In den Vorbereitungsspielen trifft Deutschland am 27. März auf die Schweiz und am 30. März auf Ghana, bevor am 31. Mai in Mainz ein Test gegen Finnland stattfindet. Die WM-Generalprobe ist für den 6. Juni in Chicago gegen die USA angesetzt.
Das WM-Hauptquartier der deutschen Mannschaft liegt in Winston-Salem (North Carolina). Den Turnierauftakt bestreiten die Gastgeber bereits am 11. Juni: Mexiko empfängt Südafrika im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt. Deutschland startet sein Turnier am 14. Juni um 19 Uhr MESZ in Houston und beginnt damit die Gruppenphase gegen Curaçao.