WM Spiel Deutschland gegen Curacao: Zweistelliger Sieg möglich?

Vor dem WM 2026 Auftakt Deutschland gegen Curaçao rechnet Bild-Redakteur Alfred Draxler mit einem klaren Statement der deutschen Fußballmannschaft. Für ihn ist sogar ein zweistelliger Sieg möglich, wenn am Sonntag alles zusammenpasst. Das Duell gegen die Karibik-Insel soll direkt zum Start der Endrunde für ein echtes Schützenfest sorgen. Auch Lothar Matthäus ist derselben Meinung!

Deniz Undav zieht sich nach seinem Treffer zum 3:0 für Deutschland eine Verletzung zu und muss das Spielfeld verlassen. Freundschaftsspiel gegen Finnland am 31. Mai 2026 in der MEWA Arena in Mainz. (Alexander Hassenstein / Getty Images Europe via Getty Images)
Deniz Undav zieht sich nach seinem Treffer zum 3:0 für Deutschland eine Verletzung zu und muss das Spielfeld verlassen. Freundschaftsspiel gegen Finnland am 31. Mai 2026 in der MEWA Arena in Mainz. (Alexander Hassenstein / Getty Images Europe via Getty Images)

Zweistellige Ansage vor dem Auftakt

Gegen Curaçao, aber auch gegen die Elfenbeinküste und Ecuador, hält Draxler ein Vorrunden-Aus der deutschen Auswahl für so gut wie ausgeschlossen. Besonders den ersten Auftritt sieht er mit großer Zuversicht. Zweimal nacheinander war Deutschland bei Fußball-Weltmeisterschaften bereits in der Gruppenphase gescheitert, diesmal erwartet er einen deutlich entspannteren Start.

Der Journalist verweist darauf, dass eine zweistellige Torausbeute bei Weltmeisterschaften bislang nur einmal vorkam. 1982 in Spanien schlug Ungarn El Salvador mit 10:1. Heute seien die Bedingungen allerdings andere als damals, betont er.

Bei diesen WM 2026 Spielen fallen die meisten Tore: Die Tabelle

Die FIFA-Weltrangliste ist der beste verfügbare Gradmesser dafür, wie ungleich ein WM-Spiel besetzt ist. Je weiter Favorit und Außenseiter auseinanderliegen, desto höher die Wahrscheinlichkeit für ein Torfestival. Diese zehn Vorrundenspiele haben das größte Gefälle:

# Spiel Anstoß (MESZ) Gruppe FIFA-Ranking TV
1 Brasilien gegen Haiti Sa., 20.06., 2:30 Uhr Gruppe C Platz 6 gegen Platz 83 ARD
2 Neuseeland gegen Belgien Sa., 27.06., 5:00 Uhr Gruppe G Platz 9 gegen Platz 85 MagentaTV
3 Marokko gegen Haiti Do., 25.06., 0:00 Uhr Gruppe C Platz 8 gegen Platz 83 ZDF
4 Deutschland gegen Curaçao So., 14.06., 19:00 Uhr Gruppe E Platz 10 gegen Platz 82 ARD
5 England gegen Ghana Di., 23.06., 22:00 Uhr Gruppe L Platz 4 gegen Platz 74 ARD
6 Spanien gegen Kap Verde Mo., 15.06., 18:00 Uhr Gruppe H Platz 2 gegen Platz 69 ARD
7 Iran gegen Neuseeland Di., 16.06., 3:00 Uhr Gruppe G Platz 21 gegen Platz 85 ZDF
8 Kroatien gegen Ghana Sa., 27.06., 23:00 Uhr Gruppe L Platz 11 gegen Platz 74 ZDF
9 Jordanien gegen Argentinien So., 28.06., 4:00 Uhr Gruppe J Platz 3 gegen Platz 63 ZDF*
10 Ecuador gegen Curaçao So., 21.06., 2:00 Uhr Gruppe E Platz 23 gegen Platz 82 ZDF

„Es gibt keine Kleinen mehr“ gilt nur noch bedingt

Den Satz „Es gibt keine Kleinen mehr“ habe Ex-Bundestrainer Berti Vogts zwar einmal geprägt, doch inzwischen sei die WM auf 48 Teams aufgebläht worden. Dadurch gebe es plötzlich wieder jede Menge Außenseiter. Jordanien, Usbekistan, Kap Verde und eben Curaçao stehen zum ersten Mal überhaupt bei einer Weltmeisterschaft am Start.

Curaçao ist dabei das kleinste Land, das sich jemals für eine WM qualifiziert hat. Rund 160.000 Einwohner leben dort, also ungefähr so viele Menschen wie in Paderborn. Flächenmäßig würde die Karibik-Insel sechsmal ins Saarland passen.

Die Spieler der Auswahl stehen zwar alle in der niederländischen Liga unter Vertrag, doch der gesamte Kader bringt laut Draxler nur einen Marktwert in etwa auf die Höhe jener Summe, die Bayer Leverkusen gerade für das 10-jährige Talent Kennet Eichhorn von Hertha BSC bezahlt. Das Paket soll knapp 25 Millionen Euro schwer sein.

Rückblick auf das 8:0 von 2002 gegen Saudi-Arabien

Draxler rät daher, die möglichen Warnungen von Bundestrainer Julian Nagelsmann vor einem unangenehmen Gegner nicht zu ernst zu nehmen. Eine ähnliche Konstellation gab es bereits bei der WM 2002 in Japan und Südkorea unter Teamchef Rudi Völler, als Saudi-Arabien der erste Gegner war.

Damals setzte BILD mit der legendären Schlagzeile „Rudi, haudi Saudi“ ein Ausrufezeichen. Die Mannschaft lieferte und gewann mit 8:0, dem höchsten Sieg in der deutschen WM-Geschichte. Nur zwei Treffer mehr würden diesmal schon ein zweistelliges Resultat bedeuten.

Ein hoher Erfolg gegen Curaçao würde die WM-Stimmung in Deutschland in jedem Fall anheben. Ob er am Ende tatsächlich etwas bringt, werde sich aber erst später zeigen, denn die wirklich schweren Gegner warteten erst in den K.o.-Spielen.