Die Transferfenster in Bundesliga, Premier League, La Liga und Co. sind längst geschlossen, doch der Markt für arrivierte Namen ist keineswegs leergefegt. Von David Alaba über Jadon Sancho bis Sergio Ramos: Eine ganze Riege internationaler Topstars ist derzeit ohne Arbeitgeber und hofft auf einen Anruf.

Königsklassen-Gewinner ohne Klub: Alaba, Carvajal und Ramos suchen Perspektive
David Alaba (34) steht sinnbildlich für das Phänomen. Fünf von Blessuren durchzogene Jahre bei Real Madrid liegen hinter dem Österreicher, dessen Marktwert mittlerweile auf 3 Millionen Euro gesunken ist. Bei der WM präsentierte sich der viermalige Champions-League-Sieger als Kapitän seiner Nationalmannschaft und absolvierte alle vier Partien, ehe im Achtelfinale gegen Spanien mit einem klaren 0:3 Endstation war. Manchester United soll an einer Verpflichtung interessiert sein.
Ähnlich prekär ist die Lage bei Dani Carvajal (34). Der frühere Leverkusener bestritt 451 Pflichtspiele im Trikot der Königlichen, holte sechsmal den Henkelpott und wurde 2024 mit Spanien Europameister. Sein Marktwert liegt bei 4 Millionen Euro. Gemeinsam mit seinem vereinslosen Landsmann Joselu soll er sich zuletzt auf dem Trainingsgelände des spanischen Verbands fithalten, einen neuen Klub hat er dadurch aber noch nicht gefunden.
Auch Sergio Ramos (40) wartet weiter auf ein neues Kapitel. Weltmeister, zweifacher Europameister, viermaliger Champions-League-Gewinner und mit 180 Länderspielen eine lebende Legende des spanischen Fußballs, ist seit seinem Abschied bei CF Monterrey im Dezember 2025 ohne Vertrag. Sein Marktwert beziffert sich nur noch auf 800.000 Euro, seine Ambitionen sind davon offenbar unberührt.

Vom Superstar zum Vagabunden: Benzema, Sancho, Pogba und Coutinho im Wartestand
Karim Benzema (38) wurde vor vier Jahren mit dem Ballon d’Or ausgezeichnet, ehe er 2023 den Sprung von Madrid ins saudische Wüstenexil wagte. Nach drei Jahren bei Al-Ittihad und nur sechs Monaten sowie 16 Einsätzen bei Al-Hilal wurde sein Kontrakt vorzeitig aufgelöst. Sein Marktwert liegt aktuell bei 5 Millionen Euro, ein Karriereende erscheint mittlerweile ebenso denkbar wie ein weiterer Wechsel in die Region.
Deutlich unruhiger verlief zuletzt die Karriere von Jadon Sancho (26), mit einem Marktwert von 18 Millionen Euro der teuerste Free Agent auf dem aktuellen Markt. Nach starken Leistungen während seiner Leihe zurück zum BVB in der Rückrunde 2023/24 fand der Engländer weder bei Chelsea noch bei Aston Villa oder zuletzt bei Manchester United zu alter Form. Ein Engagement in Italien, bei der Fiorentina oder der AS Rom, zerschlug sich ebenso, während Dortmund inzwischen auf jüngere Alternativen setzt.
Paul Pogba (33) kämpft nach seiner 18-monatigen Dopingsperre, die im März 2025 endete, um den Anschluss. Bei der AS Monaco kam der einstige Regisseur der Équipe Tricolore verletzungsbedingt kaum zum Einsatz, sein Vertrag wurde vorzeitig aufgelöst. Sein Marktwert liegt bei 2,5 Millionen Euro, wie es für ihn weitergeht, ist offen.
Ebenfalls ohne Klub ist Philippe Coutinho (34), der in seiner Karriere bei Inter Mailand, Liverpool, dem FC Barcelona und dem FC Bayern unter Vertrag stand. Noch 2022 überwies Aston Villa 20 Millionen Euro für ihn nach Barcelona. Im Februar verließ der Brasilianer Vasco da Gama mit der Begründung, er sei „mental erschöpft“. Einen offiziellen Rücktritt hat er bislang nicht erklärt, zuletzt wurde ihm ein Wechsel in die nordamerikanische MLS nachgesagt. Sein Marktwert wird mit 2,5 Millionen Euro angegeben.
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Neben diesen prominenten Fällen tummeln sich weitere bekannte Namen auf dem freien Markt, darunter Mahmoud Dahoud, Raphael Guerreiro, Mauro Icardi, Riyad Mahrez, Anthony Martial, Pedro, Renato Sanches, Oleksandr Sintschenko, Raheem Sterling und Georginio Wijnaldum.
Für all diese Spieler gibt es aber durchaus Hoffnung: Vertragslose Profis können unabhängig von den regulären Transferperioden jederzeit verpflichtet werden. Zudem sind in einigen Ländern die Fenster noch nicht ganz geschlossen: Österreich zieht am Donnerstag um 17.00 Uhr die Reißleine, die Türkei am Freitag, die Schweiz bereits am Dienstag und Saudi-Arabien erst am 12. Oktober.