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Mit Yan Diomande hat RB Leipzig in Frankfurt nicht nur den nächsten großen Schritt Richtung Champions League gemacht, sondern auch den Mann, über den derzeit alles gesprochen wird. Der 19-jährige Ivorer war beim 3:1 (1:1) bei Eintracht Frankfurt erneut der prägende Offensivspieler und könnte den Sachsen dennoch schon im Sommer wieder entgleiten. Ole Werner schwärmte zwar von seinem Youngster, formulierte damit aber zugleich die Sorge vieler RB-Anhänger.

Werner lobt – und ahnt den nächsten Abschied
Der Leipziger Chefcoach sagte bei Sky über Diomande: „eigentlich kaum zu halten“. Gemeint war zunächst dessen enormer Antritt, mit dem er den Gegenspielern mehrfach davonlief. Zugleich klang in dieser Formulierung mit, dass der Flügelspieler nach einer weiteren starken Saison womöglich schnell in den Fokus europäischer Topklubs geraten könnte. „Wenn er mit 19 so weiterarbeitet, wie er das aktuell macht, dann stehen ihm alle Türen offen“, erklärte Werner und ließ damit durchblicken, dass ein Abschied eher früher als später möglich ist.
Diomande selbst zeigte sich bei Sky zurückhaltend. Mit seinem steigenden Marktwert befasse er sich nicht. „Mein Job ist es, auf dem Platz zu spielen, und mein Umfeld kümmert sich um die Dinge daneben. Ich konzentriere mich nur auf die restlichen Saisonspiele“, sagte der Offensivmann.
Zwölftes Saisontor und großes Wort nach Europa
In Frankfurt verzückte Diomande die Leipziger erneut mit seinem zwölften Saisontor in der 27. Minute. Er umkurvte die Frankfurter Defensive, setzte sich stark durch und schlenzte den Ball überlegt in die Ecke. Mit diesem Treffer trug er entscheidend dazu bei, dass RB den nächsten Schritt Richtung Königsklassen-Qualifikation machte.
Für Werner ist die Entwicklung seines Talents Teil des Leipziger Selbstverständnisses. Sommerabgänge seien für ihn zwar noch „kein Thema, das wahnsinnig viel Zeit einnimmt“, gleichzeitig verschließe man sich der Realität aber nicht. „Es ist auch ein Stück weit unsere Identität und DNA, dass wir junge Spieler entwickeln und ihnen helfen, auf das absolute Topniveau zu kommen.“ Danach ziehen sie – wie in der Vergangenheit oft – weiter. Werner sprach offen von „einem Interessenskonflikt“ mit den eigenen hohen Ambitionen.
RB hält Diomande nur noch so lange wie möglich
Das Signal aus Leipzig ist deshalb eindeutig: Man genießt Diomande, solange es geht. Werner beschrieb ihn als „extrem spektakulär, extrem klar“. Außerdem verfüge der Youngster über ein gutes Fußballverständnis und wisse genau, „wo Räume aufgehen und wo sich Gelegenheiten ergeben“.
Mit fünf Punkten Vorsprung auf Rang fünf ist der Europapokal bereits gesichert, die Champions League zum Greifen nah. Sollte Diomande in den verbleibenden vier Partien weiter liefern, steht einer Leipziger Königsklassenparty am Saisonende nichts im Weg. Dass RB erstmals in der Vereinsgeschichte in Frankfurt gewann, geriet dabei fast zur Nebensache – das Gesprächsthema Nummer eins blieb Yan Diomande.
Diomande trägt wegen seines großen Hang zur Pünktlichkeit übrigens den Spitznamen „The German“.