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FIFA-Präsident Gianni Infantino hat angeregt, Profis, die sich beim Sprechen mit Gegenspielern den Mund zuhalten, vom Platz zu stellen. Unter dem Titel „Infantino: Rote Karte für Mund zuhalten?“ diskutierte das International Football Association Board (IFAB) die Idee am Samstag in Wales. Anlass war ein Vorfall um Gianluca Prestianni von Benfica Lissabon, der sein Trikot vor den Mund gezogen hatte, nachdem Vinícius Júnior von Real Madrid offenbar rassistisch beleidigt worden sein soll. Infantino sieht in einer Hinausstellung eine mögliche Maßnahme im Kampf gegen Rassismus.

IFAB-Diskussion in Wales
Das IFAB behandelte den Vorschlag bei seiner Sitzung in Wales und brachte damit eine Änderung des Regelwerks auf die Agenda. Dabei ging es konkret um das Verhalten von Spielern in direkten Auseinandersetzungen auf dem Platz und die Rolle des Schiedsrichters bei der Ahndung. Gleichzeitig betonten Teilnehmer, dass jede Regelanpassung klare Kriterien braucht, damit Schiedsrichter die Maßnahme konsistent umsetzen können. Der Vorschlag zielt darauf ab, Fair Play und Respekt auf dem Feld zu stärken.
Infantinos Vorschlag: Rote Karte als Sanktion
Infantino begründete seinen Vorstoß nach dem Treffen gegenüber Sky News: „Es muss vermutet werden, dass ein Spieler etwas gesagt hat, das er nicht hätte sagen dürfen – sonst hätte er seinen Mund nicht bedecken müssen.“ Er ergänzte: „Ich verstehe es einfach nicht. Wenn man nichts zu verbergen hat, dann versteckt man seinen Mund nicht, wenn man etwas sagt.“ Für den FIFA-Chef ist klar, dass eine Hinausstellung „eine Maßnahme … die wir ergreifen können und die wir ergreifen müssen, wenn wir es mit unserem Kampf gegen Rassismus ernst meinen“.
Kontext: Prestianni, Vinícius und mögliche Konsequenzen
Der konkrete Anlass für die Debatte war der Vorfall mit Gianluca Prestianni von Benfica Lissabon, der sich nach einem Wortwechsel offenbar sein Trikot vor den Mund gezogen hatte; betroffen war Vinícius Júnior von Real Madrid, dem rassistische Beleidigungen vorgeworfen werden. Der Weltverband will solche Situationen künftig bereits auf dem Platz stärker unterbinden, um Eskalationen und diskriminierende Äußerungen zu verhindern. Mögliche Regeländerungen könnten beim nächsten FIFA-Kongress im April in Vancouver beschlossen werden, um bereits bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) greifende Vorgaben zu haben.