FIFA Chef – Infantino mit erneuter Kandidatur: Kein Jubel aus Dänemark wegen Grönland & Trumop

Gianni Infantino hat seine Bewerbung für eine weitere Amtszeit als FIFA-Präsident angekündigt, doch der Vorstoß löst nicht überall Begeisterung aus. Aus Dänemark kam deutlich verhaltene Reaktion, verbunden mit Kritik an Infantinos Alleingang bei der Verleihung des FIFA-Friedenspreises an US-Präsident Donald Trump.

FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht beim Semafor World Economy Summit 2026 in Washington D.C. am 15. April 2026. Der Gipfel versammelte Wirtschaftsführer und Tech-CEOs zu Diskussionen über Wirtschaft, Künstliche Intelligenz und globale Geschäftstrends. (Alex Wong / Getty Images North America via Getty Images)
FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht beim Semafor World Economy Summit 2026 in Washington D.C. am 15. April 2026. Der Gipfel versammelte Wirtschaftsführer und Tech-CEOs zu Diskussionen über Wirtschaft, Künstliche Intelligenz und globale Geschäftstrends. (Alex Wong / Getty Images North America via Getty Images)

Dänemark lässt Zustimmung offen

In einer Mitteilung des dänischen Verbands DBU machten die Skandinavier klar, dass sie in diese Auszeichnung nicht eingebunden waren. Verbandschef Jesper Möller ließ sich mit den Worten zitieren: „Wir haben in Zusammenhang mit dem Friedenspreis der FIFA keine Rolle gespielt, halten aber an einem prinzipiellen Ansatz bei dieser Art von Auszeichnungen fest“. Und weiter betonte er: „Preise im Fußball sollten auf offenen und transparenten Kriterien beruhen und sich an den grundlegenden Werten des Spiels orientieren. Es ist unsere klare Erwartung, dass die FIFA dies berücksichtigt.“

Mit Blick auf eine mögliche Wiederwahl des Schweizers blieb Dänemark bewusst unbestimmt. Möller stellte zugleich heraus, dass sein Verband „bekanntlich eines der sehr wenigen Mitgliedsländer“ gewesen sei, „die Gianni Infantino bei der Wahl 2023 nicht unterstützt haben“. Die eigene Haltung wolle die DBU „selbstverständlich im Vorfeld des FIFA-Kongresses im März 2027 erörtern“.

Kritik an Infantino wächst

Infantino hatte am Donnerstag beim Kongress in Vancouver seine erneute Kandidatur verkündet. Damit steht die norwegische Verbandschefin Lise Klaveness im Kreis der Verbände nicht mehr ganz allein mit ihrer Kritik am FIFA-Boss. Sie ist aus den Reihen der Funktionäre die einzige Unterstützerin einer Beschwerde gegen Infantino bei der FIFA-Ethikkommission.

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Klaveness sprach gegenüber der norwegischen Zeitung VG von einer „Kultur der Angst“. Auf die Frage nach den Ursachen sagte sie: „Es geht wohl um politisches Kapital und Beziehungen.“

DFB prüft die Lage

Auch der Deutsche Fußball-Bund hält sich zunächst zurück. Der Verband, der eine Bewerbung für eine der kommenden WM-Endrunden erwägt, legte seine Position zur Kandidatur Infantinos vorerst nicht fest. DFB-Chef Bernd Neuendorf sagte, der Vorstoß komme zwar „nicht überraschend“, zugleich sei die Bewertung aber nicht seine „alleinige Entscheidung“.

Man werde sich im DFB und gemeinsam mit der DFL „mit der Kandidatur beschäftigen und nach dem Ende der Bewerbungsfrist eine Entscheidung treffen“.