DFB Frauen-Kapitänin Guilia Gwinn im Interview vor dem nächsten DFB-Länderspiel

DFB Frauen-Kapitänin Gwinn im Interview vor dem nächsten DFB-Länderspiel: Fünf Tage vor dem Auftakt der WM-Qualifikation gegen Slowenien in Dresden spricht Giulia Gwinn über die Vorfreude, die längere Abstellungsphase und die sportliche Ausrichtung des Teams. Die Kapitänin betont die positive Stimmung auf dem Campus und die klaren Ziele für das Länderspieljahr 2026. Gwinn erklärt, warum die Belastungssteuerung individuell erfolgt und wie die Mannschaft den Umbruch verarbeitet hat. Gleichzeitig spricht sie über die Entwicklung der Nationalmannschaft und die Rolle der Frauen-Bundesliga für die Zukunft des DFB-Teams.

Die deutsche Verteidigerin Giulia Gwinn (links) und die spanische Stürmerin Esther Gonzalez (#09) kämpfen um den Ball während des Hinspiels des Finales der UEFA Women's Nations League zwischen Deutschland und Spanien am 28. November 2025 in Kaiserslautern, Westdeutschland. (Foto: THOMAS KIENZLE / AFP)
Die deutsche Verteidigerin Giulia Gwinn (links) und die spanische Stürmerin Esther Gonzalez (#09) kämpfen um den Ball während des Hinspiels des Finales der UEFA Women’s Nations League zwischen Deutschland und Spanien am 28. November 2025 in Kaiserslautern, Westdeutschland. (Foto: THOMAS KIENZLE / AFP)

Vorbereitung auf die WM-Qualifikation: Training, Belastungssteuerung und Atmosphäre

Giulia Gwinn beschreibt die Stimmung im Team als fokussiert und motiviert: „Wir freuen uns, dass wir am Campus trainieren dürfen. Wir haben ein Ziel vor Augen und sind hochmotiviert.“ Die Kapitänin betont, dass die aktuelle Trainingswoche bewusst gestaltet wird und individuelle Belastungssteuerung dazugehört. Zu ihrer eigenen Einheit sagt sie: „Es ist nur eine kleine Belastungssteuerung. Ich habe mit Christian Wück abgesprochen, dass ich die intensivere Einheit heute nicht mitmache. Es ist also nichts Ernstes.“ Damit unterstreicht Gwinn, dass das Team die körperliche Vorbereitung präzise plant, um Verletzungsrisiken zu minimieren und die Leistungsfähigkeit für den Auftakt gegen Slowenien zu sichern.

| 3.3.2026-17:45
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Team-Entwicklung: Umbruch, Spielidee und kollektive Resilienz

Als Kapitänin zieht Gwinn eine positive Bilanz der jüngsten Entwicklung: „Als Mannschaft können wir sehr stolz auf das vergangene Jahr sein. Egal, ob EM oder Nations League.“ Sie räumt ein, dass die Ergebnisse nicht immer optimal waren, hebt aber hervor, dass die Mannschaft entscheidende Lernprozesse durchlaufen hat. „Wir haben alle Hürden als Team gemeinsam gemeistert. Egal, ob frühe Rückstände, Verletzungen oder Rote Karten.“ Gwinn will die defensive Stabilität ins Offensivspiel übertragen und die Spielidee als Gruppe weiter schärfen, um in der WM-Qualifikation konsequent aufzutreten.

Abstellungsphase und Integration neuer Spielerinnen

Die lange Abstellungsperiode sieht Gwinn als Chance für taktische Arbeit und Eingewöhnung neuer Kräfte: „Positiv ist für uns auch, dass wir eine längere Abstellung haben, denn so können wir noch einmal über wichtige Dinge wie die Spielidee reden und die neuen Spielerinnen, die zum ersten Mal dabei sind, gut auf die Spiele vorbereiten.“ Die Kapitänin hebt hervor, dass die Mannschaft beim Zusammenfinden schnell ein Gefühl von Vertrautheit habe: „Das Schöne bei uns ist, dass wir ankommen und direkt das Gefühl haben, schon ewig zusammen zu sein.“ Diese kollektive Dynamik soll sich in klaren Rollen auf dem Platz und stabilen Abläufen niederschlagen.

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Talentförderung und Liga-Entwicklung: Stellung zur Google Pixel Frauen-Bundesliga

Gwinn adressiert auch die Bedeutung der heimischen Liga für den DFB-Kader und äußert sich zur internationalen Anziehungskraft der Frauen-Bundesliga. Sie sieht keinen massiven „Ausverkauf“ nach England und betont die Attraktivität des Wettbewerbs in Deutschland: „In der Frauen-Bundesliga spielen immer noch viele internationale Spielerinnen, die gerne in Deutschland spielen. Ich befürchte keinen Ausverkauf nach England.“ Für Gwinn steht fest, dass der Wettbewerb weiter gestärkt werden muss, damit der Frauenfußball in Deutschland sportlich und strukturell vorankommt — zum Nutzen der Nationalmannschaft und der Nachwuchsentwicklung.

Neue Gesichter auf dem Platz: Carlotta Wamser

Auf die Integration junger Spielerinnen wie Carlotta Wamser geht Gwinn mit Lob ein: „Sie hat das super gemacht rechts hinten. Es hat Spaß gemacht, ihr dabei zuzusehen.“ Gwinn betont, dass Wamser in den vergangenen Monaten durch ihre Laufwege und Einsatzfreude aufgefallen sei und dass das Zusammenspiel gegen Frankreich wertvolle Erfahrungen brachte. Solche Einbindungen veranschaulichen, wie neue Talente in die Spielidee integriert werden und zugleich die Kadertiefe für anstehende Aufgaben erhöhen.