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Ilkay Gündogan sieht die XXL-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada als Turnier der Joker. Angesichts der immer größeren Belastung durch zusätzliche und aufgeblähte Wettbewerbe rechnet der frühere DFB-Kapitän mit häufigen Wechseln und vielen Rotationen. Für ihn könnte am Ende sogar jene Mannschaft triumphieren, die ihre Kräfte am besten einteilt. In der deutschen Nationalmannschaft könnte dies bedeuten, dass z.b. die beiden Topstürmer Undav und Woltemade ab Spielminute 60 für Stimmung sorgen könnten und Havertz und Wirtz entlasten bzw. den lange verletzten Jamal Musiala.

Bankspieler rücken stärker in den Fokus
Der Profi von Galatasaray sagte der Süddeutschen Zeitung, dass bei dieser WM die Akteure von der Bank so wichtig werden dürften wie selten zuvor. Er erwartet nicht nur frühe Auswechslungen, sondern auch Veränderungen in der Startelf, und zwar selbst bei Teams, die erfolgreich unterwegs sind.
Gündogan verbindet daraus auch eine grundsätzliche Entwicklung im Klubfußball. Vereine müssten nach seiner Einschätzung immer stärker darüber nachdenken, ihre Kader in der Breite zu verstärken, statt ausschließlich auf absolute Spitzenklasse zu setzen. Gleichzeitig warnte er davor, Trainer sofort hart zu kritisieren, nur weil ein Spiel einmal ohne Sieg endet und der Topstürmer nach zehn Partien in Serie auf der Bank sitzt.
Belastung könnte spielentscheidend werden
Der 35-Jährige geht davon aus, dass sich die Dauerbelastung bei der Mammut-Endrunde auch qualitativ bemerkbar machen wird. Möglich sei deshalb, dass am Ende das Team Weltmeister werde, das am besten mit seinen Reserven haushalte.
Mit der WM 2022 in Katar verglich Gündogan die Ausgangslage bewusst nicht. Damals hätten die Spieler extrem fit gewirkt, sagte er, was aus seiner Sicht vor allem daran lag, dass das Turnier im europäischen Herbst mitten im Ligabetrieb ausgetragen wurde. Die Profis seien damals noch voll im Saft gewesen und nicht müde am Ende einer langen Saison, wie es nun der Fall sei.
Wenig Hoffnung auf Entlastung
Für die Zukunft erwartet Gündogan keine wirkliche Gegenbewegung. Er rechnet eher damit, dass weiterhin mehr Spiele hinzukommen als verschwinden. Es sei kaum vorstellbar, dass Wettbewerbe wieder abgeschafft würden, betonte er.