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Jürgen Klopp übernimmt beim DFB nicht als Einzelkämpfer. Der künftige Bundestrainer bringt ein siebenköpfiges Team mit, in dem alte Weggefährten auf gestandene Verbandsleute treffen. Ein Überblick über die Köpfe hinter dem Neuaufbau der Nationalmannschaft.

Jürgen Klopp – Der Chefkoch der Mission EM 2028
Die letzten Formalitäten sind erledigt, Klopp (59) unterschreibt einen Vertrag bis 2030 und wird am Freitag offiziell als 13. Bundestrainer in der Frankfurter DFB-Zentrale präsentiert. Laut „Bild“ löst der Deutsche Fußball-Bund ihn bei seinem Arbeitgeber Red Bull mit einer Spende von einer Million Euro an dessen Stiftung heraus. Im Gegenzug erhält der Verband einen Übungsleiter, der schon Borussia Dortmund und den FC Liverpool aus sportlichen Tiefs zu großen Erfolgen geführt hat. „Das Talent ist da“, stellte Klopp klar und ergänzte: „Wir müssen eine Erwartungshaltung kreieren, mit der die Spieler umgehen können.“ Sein Credo lautet damit auch, den selbstauferlegten Anspruch als vermeintliche Fußball-Großmacht etwas zu relativieren.
Peter Krawietz – Head of Soccer Philosophy
Die Verbindung zwischen Klopp und Peter „Piet“ Krawietz reicht bis in dessen Studienzeit zurück. Als 24-jähriger Sportstudent erklärte Krawietz dem damaligen Rechtsverteidiger Klopp in Mainz taktische Feinheiten, woraus sich zunächst hitzige Diskussionen und später eine bis heute andauernde Freundschaft entwickelten. „Uns verbindet die Lust aufs Gewinnen. Ein natürlicher Ehrgeiz, Bock auf Fußball“, beschreibt Krawietz (54) das gemeinsame Fundament. Er begleitete Klopp beim FSV Mainz 05, in Dortmund und in Liverpool und fungierte zuletzt als „Head of Soccer Philosophy“ im RB-Konstrukt. Klopp adelte sein Gespür mit den Worten: „Was dieser Mann auf dem Fußballplatz sieht, ist bemerkenswert. Ich weiß nicht, wie er das macht, aber das ist ein Talent.“
Pepijn Lijnders – der Analytiker
Für den analytischen Blick auf die Mannschaft steht Pepijn „Pep“ Lijnders, der Klopp knapp neun Jahre lang in Liverpool als Assistent zur Seite stand. „Jürgen ist der Chef, er trifft die Entscheidungen. Und ich helfe ihm dabei. Indem ich mit ihm das Training plane und durchführe. Indem ich Probleme erkenne und sie abstelle, bevor sie unsere Abläufe stören“, beschrieb der Niederländer seine Rolle einst. Ein reiner Ja-Sager sei er dabei nie gewesen, gelegentlich sei es auch bei Padel-Tennis-Duellen zu hitzigen Wortgefechten gekommen. Verbunden seien beide vor allem durch die gemeinsame Idee des Gegenpressings, wie Lijnders einmal auf den Punkt brachte: „Wir wollen Chaos stiften.“ Nach einer Zwischenstation als Cheftrainer bei RB Salzburg arbeitete er zuletzt als Assistent von Pep Guardiola bei Manchester City.
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Sven Bender – Co-Trainer
Für die Trainingssteuerung und den Nachwuchsbereich bringt Sven Bender (37) seine Erfahrung als früherer Abwehrspieler ein. „Es gibt wenige Tage, ob mit oder ohne Fußballspielen, an denen ich keine Schmerzen habe“, verriet Bender vor Monaten mit Blick auf über 450 Profieinsätze und 55 Verletzungen, die seinen Körper gezeichnet haben. „Ich habe meinen Körper maximal manipuliert“, so der frühere Innenverteidiger. Unter Klopp wurde „Eisen-Manni“ in Dortmund Meister und Double-Gewinner, weshalb ihn sein damaliger Coach als „meine Lebensversicherung“ bezeichnete. Bender bestritt sieben Länderspiele, spielte in Leverkusen mit Kai Havertz und Florian Wirtz zusammen und gewann 2016 mit seinem 14 Minuten älteren Zwillingsbruder Lars Olympia-Silber. Seine Trainerlaufbahn begann er 2022 in der DFB-U16, ehe er in Dortmund als Assistent von Nuri Sahin und Edin Terzic arbeitete und zuletzt die SpVgg Unterhaching betreute.
Rudi Völler – Sportdirektor
Als Vaterfigur für Julian Nagelsmann sieht sich Rudi Völler (66) trotz allem nicht gescheitert genug, um seinen Posten als Sportdirektor aufzugeben. „Dafür hängt mir das alles hier zu sehr am Herzen“, stellte der frühere Weltmeister und spätere Vize-Weltmeister als Teamchef klar. Er wolle weiterhin unterstützen, „auf meine Art“, und kündigte an, eng mit dem neuen Bundestrainer zusammenzuarbeiten. Klopp lobte die Konstellation als „total hilfreich, dass man jemanden da hat, der die Abläufe kennt“. Völler bringe „seine Fußball-Erfahrung auf der einen Seite, aber auch die langjährige Tätigkeit im Verband“ mit, während er selbst, so Klopp mit einem Augenzwinkern, „nur zweimal Studenten-Nationalmannschaft gespielt“ habe.

Per Mertesacker – „Geschäftsführer Sport“
Für die strategische Ausrichtung im Hintergrund soll Per Mertesacker (41), Weltmeister von 2014, künftig als Geschäftsführer Sport die Nachfolge von Andreas Rettig antreten. Als profilierter Redner mit tiefem Einblick in die Nachwuchsarbeit, den er sich als langjähriger Akademie-Leiter des FC Arsenal erarbeitet hat, gilt er als wertvolle Verstärkung. Rettig war zuvor auch für die Verzahnung zwischen A-Nationalmannschaft und den U-Teams zuständig, eine Aufgabe, die Mertesacker im Zusammenspiel mit Nachwuchsdirektor Hannes Wolf als Bindeglied fortführen könnte. Über Klopps Wirkung sagte Mertesacker: „Ich glaube, dass er etwas entfachen kann.“
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Hannes Wolf – Trainingsphilosophie & Ausbildung
Auch Hannes Wolf (45) gehört fest zum neuen Umfeld um Klopp, der dessen konzeptionelle Arbeit ausdrücklich lobte: eine „wundervolle Idee“. Mit seiner „Trainingsphilosophie Deutschland“ krempelte Wolf 2024 die Ausbildung im DFB über sämtliche Altersstufen hinweg um. Mehr Spielzeit, mehr Freude am Fußball und mehr Intensität bilden dabei die zentralen Leitlinien. Kritik an dem Konzept gibt es reichlich, doch Klopp stellte sich demonstrativ hinter seinen früheren BVB-Kollegen und konterte, die Kritiker hätten „nicht im Ansatz so viel“ Fachwissen wie Wolf selbst.