WM-Finale 2026: Der einzige Deutsche ist Bastian Dankert als VAR

Die deutsche Mannschaft ist längst ausgeschieden, ein Deutscher ist beim WM-Finale am Sonntag (21:00 Uhr MESZ, live im ZDF und bei MagentaTV) trotzdem mittendrin: Bastian Dankert. Der 46-jährige Rostocker sitzt beim Endspiel zwischen Spanien und Argentinien als Videoassistent im Video Assist Centre in Dallas und soll dem slowenischen Schiedsrichter Slavko Vincic im größten Spiel des Weltfußballs den Rücken freihalten. Für Dankert ist es die Krönung einer Karriere, die vor elf Jahren beinahe an einem Handtor zerbrochen wäre.

Bastian Dankert im Einsatz als Schiedsrichter beim Bundesliga-Spiel zwischen dem Hamburger SV und RB Leipzig am 1. März 2026 im Volksparkstadion in Hamburg. (Selim Sudheimer / Getty Images Europe via Getty Images)
Bastian Dankert beim Bundesliga-Spiel zwischen dem Hamburger SV und RB Leipzig im März 2026: Beim WM-Finale sitzt der Rostocker im Video Assist Centre in Dallas. (Selim Sudheimer / Getty Images Europe via Getty Images)

 

Weltmeisterschaften
19.7.2026
- 21:00
Spanien
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Argentinien

Der Rekordler: Kein deutscher Profi hat diese Vita

An Dankerts Sammlung großer Endspiele kommt derzeit kein deutscher Profifußballer heran. Der Referee des Brüsewitzer SV war als Videoassistent beim EM-Finale 2021 im Einsatz, dazu bei den Endspielen der Conference League 2022, der Europa League 2025, der Klub-WM 2025 und der Champions League 2026, außerdem beim europäischen Supercup 2024. Auch bei großen Frauen-Turnieren war er dabei. UEFA und FIFA bauen gleichermaßen auf seine Expertise, nun folgt mit dem WM-Finale die ultimative Krönung.

„Wir freuen uns sehr für Bastian und sind stolz, dass unsere Farben auch im WM-Finale vertreten sind“, sagte DFB-Schiedsrichterboss Knut Kircher dem SID. Dankert sei „ein weltweit anerkannter VAR mit jahrelangen Topspielerfahrungen und auch einem guten Zusammenspiel im Team mit Vincic“.

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Zwölf Einsätze allein bei dieser WM

Dankert ist der einzige Unparteiische, der bei drei WM-Endrunden als Videoassistent zum Einsatz kam. Allein bei diesem Turnier war er zwölfmal im Videocenter in Dallas aktiv, sechsmal als Videoassistent und sechsmal als unterstützender VAR. Selbst der Weltverband würdigte ihn: „Mittlerweile gehört er zu den Schiedsrichtern mit den meisten VAR-Einsätzen in der WM-Geschichte“, schrieb die FIFA. Am Sonntag trägt er die Verantwortung im Video Assist Centre im Herzen von Dallas, unterstützt vom Kolumbianer Nicolás Gallo und dem Katari Khamis Al Marri.

Damit ist Dankert der einzige Deutsche, der bei diesem Turnier bis zum Schluss dabei ist. Für Felix Zwayer, den einzigen deutschen Hauptschiedsrichter der WM 2026, war das Turnier dagegen nach nur zwei Einsätzen beendet.

Vom Handtor-Fauxpas zum Finale: Dankerts schwerste Phase

Dass diese Geschichte so ausgeht, war nicht abzusehen. Rund drei Jahre nach seinem Bundesliga-Debüt unterlief Dankert im Oktober 2015 ein schwerer Fehler samt anschließendem Sturm der Entrüstung: Er erkannte ein Handtor von Hannovers Leon Andreasen gegen den 1. FC Köln an. Ein Videoassistent hätte ihm damals helfen können, das Hilfsmittel wurde allerdings erst 2017 eingeführt.

Ausgerechnet in dieser Rolle wurde Dankert danach noch erfolgreicher als als Hauptschiedsrichter, in der er sein Highlight 2024 mit dem DFB-Pokalfinale zwischen Bayer Leverkusen und dem 1. FC Kaiserslautern erlebte. Seine Leistungen als Videoassistent lösten das Ticket für die größten Spiele des internationalen Fußballs, nun also für das größte überhaupt.

Die Videoleinwand zeigt die VAR-Überprüfung einer möglichen Elfmeter-Szene nach einem Foul von Marokkos Noussair Mazraoui an Frankreichs Kylian Mbappé im Viertelfinale der WM 2026 am 9. Juli 2026 im Boston Stadium in Foxborough. (Molly Darlington / Getty Images North America via Getty Images)
Im WM-Finale entscheidet mit Bastian Dankert ein Deutscher mit, wenn der VAR eingreift. (Molly Darlington / Getty Images North America via Getty Images)

Slavko Vincic: Der Final-Schiedsrichter vergoss Tränen

Geleitet wird das Endspiel im MetLife Stadium von East Rutherford vom erfahrenen Slowenen Slavko Vincic, der seit 2010 auf der FIFA-Liste steht und 2024 bereits das Champions-League-Finale zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund pfiff. Bei der Verkündung seiner Nominierung flossen Tränen. „Zunächst einmal ein Schock. Dann Freude. Ich habe gezittert“, erzählte der 46-Jährige von diesem Moment. Es gehe „ein Traum“ in Erfüllung.

Bei dieser WM leitete Vincic zuvor die Gruppenspiele Brasilien gegen Marokko und Algerien gegen Jordanien sowie das Sechzehntelfinale zwischen Mexiko und Ecuador. Unterstützt wird er an den Seitenlinien von seinen Landsleuten Tomaz Klancnik und Andraz Kovacic. Dankerts Aufgabe am Sonntag: Vincic in seinem größten Karriere-Spiel zu helfen und ihn im Fall der Fälle vor groben Fehlern zu bewahren.

Wer überträgt das WM-Finale?

Das Endspiel zwischen Spanien und Argentinien läuft am Sonntag ab 21:00 Uhr MESZ live und kostenlos im ZDF, die Vorberichte starten um 19:30 Uhr. Parallel zeigt MagentaTV das Finale ab 18:30 Uhr in UHD/4K. Alle Infos zum Finaltag, zur Abschlussfeier und zur ersten Halbzeitshow der WM-Geschichte stehen in unserem Artikel Wann ist das WM Finale 2026?

Wer ist der Videoassistent im WM-Finale 2026?

Der Deutsche Bastian Dankert. Der 46-Jährige aus Rostock ist beim Endspiel im Video Assist Centre in Dallas im Einsatz, unterstützt vom Kolumbianer Nicolás Gallo und dem Katari Khamis Al Marri.

Wer pfeift das WM-Finale 2026?

Der Slowene Slavko Vincic, unterstützt von seinen Landsleuten Tomaz Klancnik und Andraz Kovacic. Er leitete 2024 bereits das Champions-League-Finale.

Ist ein Deutscher beim WM-Finale dabei?

Ja, mit Bastian Dankert als Videoassistent. Der einzige deutsche Hauptschiedsrichter der WM 2026, Felix Zwayer, kam im Turnier nur auf zwei Einsätze.