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In der deutschen Nacht vom 27.6. auf 28.6. fielen auf mehreren WM-Bühnen bemerkenswerte Entscheidungen. Österreich rettete sich mit einem späten Ausgleich gegen Algerien ins Weiterkommen, England zog dank eines glanzlosen Erfolgs gegen Panama als Gruppensieger in die K.o.-Phase ein. Dazu kamen Kroatiens Achtelfinal-Ticket, die späte Wende der DR Kongo und ein weiterer Messi-Moment für Argentinien.

Österreichs Irrsinn von Kansas City
Was sich in Kansas City zwischen Algerien und Österreich abspielte, war nach 60 Minuten ein wilder Schlagabtausch mit 2:2, der beiden Teams das Weiterkommen gesichert hätte. Danach kippte die Partie zunehmend in Ballgeschiebe und Pfiffe, ehe sich Schlimmes ankündigte.
Algeriens Riyad Mahrez schien den Österreichern in der dritten Minute der Nachspielzeit noch den letzten Schlag versetzen zu wollen und stellte auf 3:2. Doch Ralf Rangnicks Team schlug in der sechsten Minute der Nachspielzeit zurück, als Sasa Kalajdzic zum 3:3 traf und das „Wunder von Kansas City“ perfekt machte. Österreich trifft nun auf Spanien, Algerien auf die Schweiz.

England ohne Glanz, aber mit Rekordmann Kane
Auch Englands 2:0 gegen Panama war eher zäh als berauschend, selbst wenn Thomas Tuchel das offenbar etwas anders sah. Im letzten Gruppenspiel trafen Jude Bellingham und Harry Kane, wodurch die Three Lions als Erster in die nächste Runde einzogen.
Für Kane hatte der Treffer noch eine besondere Dimension. Er steht bei dieser WM bei drei Toren und insgesamt bei elf, damit ist er nun Englands alleiniger Rekordtorschütze vor Gary Lineker. Panama blieb zwar punktlos und mit 0:4 Toren ohne eigene Chance auf das Weiterkommen, bekam für den Auftritt aber dennoch Applaus für einen achtbaren Abschied.

Modric, Wissa und Ronaldo in der K.o.-Phase
Kroatien erinnerte zunächst an die großen jüngsten Turnierauftritte, als die Mannschaft 2018 im WM-Finale stand und Frankreich unterlag sowie 2022 das Spiel um Platz drei gegen Marokko gewann. Die Generation um Luka Modric ist inzwischen in die Jahre gekommen, doch offenbar ist noch genug Substanz vorhanden. Nach dem 2:4 gegen England folgten zwei Siege, am Ende stand Rang zwei in der Gruppe und damit das Duell mit Portugal.
Damit kommt es zum Wiedersehen zwischen Modric und Cristiano Ronaldo. Für den Portugiesen ist das ein Treffen mit einem langjährigen Ex-Mitspieler von Real Madrid, bei dem beide sechs Jahre lang gemeinsam aktiv waren. Kolumbiens 0:0 gegen Portugal war zuvor bereits das beste der torlosen Sorte gewesen, unterhaltsam und stellenweise spektakulär. Kolumbien spielt im Sechzehntelfinale nun gegen Ghana.
Auch die DR Kongo musste zunächst zittern, lag in der 67. Minute gegen Usbekistan mit 0:1 zurück und brauchte eine Antwort. Die kam von Yoane Wissa, der bei Newcastle United Mannschaftskollege von Nick Woltemade ist. Er verwandelte erst einen Foulelfmeter und traf kurz vor Schluss noch zum 3:1. Damit zog der nächste Außenseiter in die K.o.-Runde ein, wo nun England wartet.

Schottland scheidet aus, Messi trifft weiter
Für Schottland endete das Turnier bitter. Die Fans hatten knapp zwei Wochen lang vor allem in Boston die Biervorräte geleert, doch nach drei Tagen des Wartens folgte der sportliche Kater. Die Bravehearts gehörten nicht zu den besten acht Gruppendritten und schieden aus.
Damit war auch für Steve Clarke Schluss. Der 62-Jährige beendete seine Zeit als Nationaltrainer mit den Worten: „Es war mir eine Ehre“, und zog danach den Rücktritt. Clarke hatte Schottland überhaupt erst zur ersten WM-Teilnahme seit 28 Jahren geführt.
Argentinien bekam derweil den nächsten Beitrag von Lionel Messi. Gegen Jordanien stand der Weltmeister längst auf Kurs, Messi kam für die B-Elf nur zu einem 30-minütigen Kurzeinsatz und traf dennoch per Freistoß zum 3:1-Endstand nach 2:0-Führung. Es war sein 19. WM-Tor. Für den dreimaligen Weltmeister war es zudem der 50. gewonnene WM-Auftritt, nur Brasilien mit 78 Siegen und Deutschland mit 70 liegen in dieser Statistik noch davor.