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Mit einem klaren 7:1 gegen WM-Neuling Curaçao ist die deutsche Nationalmannschaft in die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko gestartet. In Houston legte das Team von Julian Nagelsmann damit einen perfekten Auftakt in WM Gruppe E hin, auch wenn der Bundestrainer trotz des deutlichen Resultats nicht nur Lob verteilte.

Starker Start, aber nicht ohne Anlaufphase
Den Torreigen eröffneten Nmecha, Schlotterbeck, Musiala und Brown, ehe Undav sowie Havertz mit einem Doppelpack den Kantersieg perfekt machten. Nach der frühen Euphorie musste sich die Auswahl des DFB allerdings zunächst sortieren, denn Curaçao überraschte mit mehr Gegenwehr als erwartet und kam nach der ersten Aktion der deutschen Mannschaft zum Ausgleich.
Nagelsmann sprach danach von einer Partie, in der seine Elf zwar klar favorisiert gewesen sei, der Gegner aber deutlich besser aufgetreten sei als in den vorherigen Spielen. Besonders zu Beginn habe man sich kurz sammeln müssen, auch weil viele Neulinge im Team standen. Sein Fazit fiel deshalb differenziert aus. „Ich habe mich extrem für die Mannschaft gefreut. Wir waren heute sehr favorisiert, aber Curacao hat besser gespielt, als es alle erwartet haben. Sie haben auch anders gespielt, als in den ganzen Spielen zuvor. Wir bekommen aus der ersten Aktion den Ausgleich und mussten uns erstmal kurz sammeln. Es sind ja viele Newcomer dabei. Du musst dann erstmal sieben Tore machen. Es waren gute Dinge dabei, aber auch Dinge, die wir analysieren können.“

Neuer freut sich auf sein Comeback
Auch Manuel Neuer zog ein positives Resümee. Der Torhüter betonte, wie wichtig der gelungene Start und die Spielfreude des Teams gewesen seien. Außerdem hob er die frischen Impulse der Joker hervor, die nach ihrer Einwechslung viel Energie auf den Platz gebracht hätten. Für Neuer war die Partie zudem persönlich besonders, weil er lange auf genau diesen Tag gewartet hatte und unbedingt spielen wollte.
„Das Fazit ist sehr positiv. Es war wichtig, dass wir gut gestartet sind und viel Spielfreude an den Tag gelegt haben. Die Einwechselspieler haben viel neue Energie auf den Platz gebracht. Ich habe jeden Tag auf diesen Tag heute gewartet und wollte unbedingt spielen. Es hat sich gut angefühlt, mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen. Wenn der Schuss nicht abgefälscht wird, hab‘ ich ihn, aber die Distanz war zu nah, um zu reagieren. Ich hätte ihn gerne gehalten.“
Havertz, Brown und Nmecha nehmen die Energie mit
Felix Nmecha zeigte sich nach seinem Treffer sichtlich überwältigt und sprach von einem ganz besonderen Erlebnis für ihn, seine Familie und die gesamte Mannschaft. Er ordnete das Resultat als wichtiges Signal ein, mahnte aber zugleich, nun von Spiel zu Spiel weiterzuarbeiten.
Kai Havertz verwies ebenfalls auf das starke Resultat und das gute Spiel der DFB-Auswahl. Verbesserungspotenzial gebe es zwar immer, doch genau aus solchen Auftritten müsse das Team Energie ziehen. Nathaniel Brown wiederum erlebte ein denkwürdiges Debüt, denn in seinem ersten WM-Spiel traf er direkt. Er berichtete von einem unbeschreiblichen Moment vor den Augen seiner Familie und nannte das Gegentor unnötig. Gleichzeitig sagte er, dass das frühe Gegentor das Team wachgerüttelt habe und die deutsche Mannschaft danach deutlich höher gedreht habe. Die vielen erzielten Treffer täten gut, nun müsse man weiter an den Fehlern arbeiten.

Advocaat lobt die deutsche Qualität
Auf der Gegenseite erklärte Dick Advocaat, der die Nationalspieler aus Curaçao betreute, die Niederlage sei höher ausgefallen als erwartet. Zugleich verwies er auf die Stärke der Deutschen. Mit reinem Verteidigen, so seine Einschätzung, verliere man ohnehin. Deshalb habe Curaçao versucht, offensiver zu agieren, was aber nicht auf allen Ebenen funktioniert habe. Dass Deutschland sechs Angreifer auf dem Platz gehabt habe, sei für sein Team schlicht zu viel gewesen. Trotzdem sprach Advocaat von einem unfassbaren Moment für das Land, das im Vergleich zu Deutschland und den übrigen Gegnern ein kleines Nest sei.