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Julian Nagelsmann hat den zweiten WM-Sieg der Nationalmannschaft und den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Phase mit großer Zufriedenheit eingeordnet. Der Bundestrainer sprach von viel investierter Energie, lobte die Joker und hob besonders die mentale Komponente des Erfolgs hervor. Zugleich machte er deutlich, dass im Spiel gegen Ecuador trotz des sicheren Weiterkommens noch nicht vollständig rotiert wird.

Joker und Mut entscheiden die Partie
Auf die Frage, wie er den zweiten Erfolg bei dieser Weltmeisterschaft erlebt habe, betonte Nagelsmann den enormen Aufwand seiner Mannschaft. Die eingewechselten Spieler hätten die Partie letztlich entschieden. Beim Gegentor sei die Defensive zu spät in den Zweikampf gekommen und nicht bis zum Ende konsequent geblieben. So etwas gehöre dazu, sagte der 38-Jährige.
Wichtiger sei ihm gewesen, dass die Mannschaft im entscheidenden Moment mutig geblieben sei. Nagelsmann erklärte, man habe „an der Mutschraube gedreht“. Die Spieler hätten das Risiko angenommen, weil sie den Sieg unbedingt wollten. Genau das sei stark gewesen, weshalb er „superglücklich für die Truppe“ sei.

Emotionen als Kraftquelle
Auch die Wirkung eines solchen Sieges auf die Mannschaft stand im Fokus. Aus tabellarischer Sicht zähle jeder Dreier gleich, sagte Nagelsmann. Emotional gewonnene Spiele könnten jedoch noch mehr auslösen als klare Erfolge. Sie täten gut, weil alle die Bedeutung spürten.
Nach dem späten Siegtreffer habe die komplette Mannschaft in einer Ecke des Spielfelds gelegen, was für ihn ein besonderes Zeichen gewesen sei. Solche Momente könnten Kräfte freisetzen, hoffte der Bundestrainer. Er wünsche sich, dass noch mehrere dieser emotionalen Erfolge folgen.
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Undav, Wechsel und der Zustand von Schlotterbeck
Als Matchwinner wurde Deniz Undav genannt, der nach seiner Einwechslung traf. Auf die Frage, ob er nun von Beginn an spielen müsse, antwortete Nagelsmann offen, man könne darüber immer diskutieren und verschiedene Ansätze vertreten. Warum sollte er „seinen Flow jetzt brechen“? Undav sei in seinen Bewegungen „superschlau“ unterwegs gewesen. Vor dem zweiten Treffer habe er einen „Sensationskontakt“ gezeigt, besser lasse sich diese Rolle kaum ausfüllen. Gleichzeitig sei auch die umgekehrte Sicht denkbar, nämlich ihn von Anfang an aufzustellen. Das werde man, auch mit Undav selbst, besprechen. Tief im Herzen sei dieser aber zufrieden mit seiner aktuellen Rolle.
Die frühe Wechselstrategie erklärte Nagelsmann mit dem fehlenden Schwung in den ersten zehn Minuten nach der Pause. Er sei grundsätzlich ein großer Freund von Auswechslungen, weil frische Kräfte ein Spiel entscheiden könnten. Dass Deniz kommen würde, sei klar gewesen. Nadiem Amiri brauche zudem nicht lange, um auf ein hohes Emotionslevel zu kommen. Seine Flanke vor dem Ausgleich habe herausragende Qualität gehabt. Alle Einwechselspieler hätten ihre Aufgabe gut gelöst und ihren Anteil beigesteuert.
Weniger erfreulich war die Situation um Nico Schlotterbeck, der zur Pause heruntergenommen werden musste. Nagelsmann sprach von einer Innenbandverletzung im Sprunggelenk. Die Bildgebung stehe noch aus, das Ganze habe aber nicht gut ausgesehen. Es sei aller Ehren wert gewesen, dass Schlotterbeck bis zur Halbzeit durchgehalten habe. Er habe sich für die Mannschaft regelrecht zerrissen.
Belastung, Rhythmus und die Fans im Stadion
Mit dem Einzug in die K.o.-Runde stellt sich nun die Frage nach Schonung im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador. Nagelsmann verwies darauf, dass die anderen Gruppen nicht zu beeinflussen seien und Taktieren im Fußball ohnehin extrem schwierig bleibe. Früher oder später träfen sie auf starke Gegner. Im Trainerteam und gemeinsam mit Rudi Völler werde man besprechen, was man mit Blick auf die Belastung anpassen könne. Gleichzeitig müsse die Mannschaft im Rhythmus bleiben. Deshalb werde es wohl einen Mix geben.
Bis zur nächsten Partie ist ein Tag weniger Pause vorgesehen. Dennoch will das Team an seinen gewohnten Abläufen festhalten, inklusive Familienbesuch. Nagelsmann machte klar, dass diese Treffen allen zusätzliche Kraft geben. Auf das Training werde deswegen nicht verzichtet. Am Montag haben die Spieler frei, die Trainer aber nicht. Für den Stab beginnt dann bereits die Vorbereitung auf Ecuador.
Zum Schluss schwärmte der Bundestrainer von der Atmosphäre im Stadion. Schon vom Hotelzimmer aus habe er viele deutsche Trikots gesehen. Ein Fanmarsch sei immer etwas Besonderes, sagte er. Er wisse genau, was es bedeute, sich ein Ticket zu kaufen und aus Deutschland anzureisen. Die daraus entstehende Synergie sei enorm wichtig und könne „brutale Power und Energie“ freisetzen.