Vor dem 1.WM Spiel Deutschlands: iPad-Nachhilfe für unsere Nationalspieler

Beim WM-Auftakt des DFB richtet sich der Fokus auf einen Gegner, den viele deutsche Fans kaum auf dem Zettel haben: Curaçao. Der Karibik-Staat steht in der Weltrangliste auf Platz 82, wird von der Nationalmannschaft aber keineswegs unterschätzt. Nico Schlotterbeck macht klar, warum die Vorbereitung auf den Außenseiter besondere Aufmerksamkeit verlangt.

Bundestrainer Julian Nagelsmann jongliert mit dem Ball während einer Trainingseinheit der deutschen Nationalmannschaft im W. Dennie Spry Soccer Stadium in Winston-Salem, North Carolina, am 8. Juni 2026 bei der WM 2026. Alexander Hassenstein / Getty Images
Bundestrainer Julian Nagelsmann jongliert mit dem Ball während einer Trainingseinheit der deutschen Nationalmannschaft im W. Dennie Spry Soccer Stadium in Winston-Salem, North Carolina, am 8. Juni 2026 bei der WM 2026. Alexander Hassenstein / Getty Images

Curaçao als unangenehmer Prüfstein

Im Lager der deutschen Auswahl ist die Marschroute eindeutig. Trotz der eher unbekannten Besetzung des Gegners geht niemand davon aus, dass die Partie ein Selbstläufer wird. Schlotterbeck betont vor allem die Qualität der Mannschaft aus der Karibik und verweist auf deren Ausbildungshintergrund: „Curaçao ist eine gute Mannschaft mit vielen Spielern, die in den Niederlanden ausgebildet wurden. Deswegen sind die nicht zu unterschätzen, aber ich bin trotzdem der Meinung, dass wir Favorit sind und das Spiel gewinnen werden.“

Für die DFB-Elf bedeutet das eine andere Art der Spielvorbereitung als gegen vertraute Gegner aus der Bundesliga oder dem europäischen Fußball. Das gilt besonders für die Defensive, die sich auf unbekanntere Laufwege, Profile und Abläufe einstellen muss.

Kapitän Joshua Kimmich lacht beim Abschlusstraining der deutschen Nationalmannschaft am 13. Juni 2026 im W. Dennie Spry Soccer Stadium von Winston-Salem. Einen Tag später startet das DFB-Team gegen Curaçao in die WM 2026. (Alexander Hassenstein / Getty Images)
Kapitän Joshua Kimmich lacht beim Abschlusstraining der deutschen Nationalmannschaft am 13. Juni 2026 im W. Dennie Spry Soccer Stadium von Winston-Salem. Einen Tag später startet das DFB-Team gegen Curaçao in die WM 2026. (Alexander Hassenstein / Getty Images)

Mehr Analyse auf dem iPad

Auch im Training in Winston-Salem zeigt sich dieser Unterschied deutlich. Bundestrainer Julian Nagelsmann lässt seine Mannschaft die gegnerischen Details intensiver auf dem iPad studieren, weil viele Spieler von Curaçao im Alltag nicht so präsent sind wie bekannte Bundesliga-Profis. Schlotterbeck beschreibt das als spürbare Umstellung: „Es ist wirklich anders als im europäischen Fußball. Wenn ich gegen Augsburg oder Freiburg in der Bundesliga spiele, kenne ich die Spieler jahrelang. Gegen Curaçao ist es nicht so, dass ich jeden Spieler kenne.“

Darum fällt die Video- und Gegneranalyse diesmal ausführlicher aus. Statt nur auf grobe Muster zu schauen, nimmt sich der Innenverteidiger die einzelnen Akteure genauer vor und will vor allem ihre jeweiligen Stärken und Schwächen erkennen.

Worauf Schlotterbeck besonders achtet

Für ihn steht dabei ein Detail ganz oben auf der Checkliste: der starke Fuß des Gegners. Schlotterbeck erklärt, dass diese Information für Verteidiger oft den Ausschlag gibt, weil sie das Stellungsspiel und das Verteidigen unmittelbar beeinflusst. „Grundsätzlich kriegen wir vor dem Spiel das iPad hingestellt, wo viele Situationen mit den Gegenspielern sind. Was für mich immer das Wichtigste ist: Welchen Fuß der Gegner hat, ob er Rechts- oder Linksfuß ist. Weil das einfach entscheidend ist, wie du verteidigst. Aber ich werde mir gegen Curaçao schon mehr die Einzelspieler anschauen als gegen Freiburg, Augsburg oder Bayern München.“

Genau deshalb läuft die deutsche Vorbereitung diesmal mit zusätzlicher iPad-Nachhilfe für die Spieler, die sich auf ein ungewohntes Gegnerbild einstellen müssen.