WM 2026 im TV: ARD-Moderatorin Esther Sedlaczek & Bastian Schweinsteiger moderieren die FIFA WM

Esther Sedlaczek vor der WM 2026: Familie, Routine und ein lockerer Umgang mit Bastian Schweinsteiger

Für Esther Sedlaczek wird die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko zu einem langen, intensiven Arbeitsmarathon. Die ARD-Moderatorin reist fünf Wochen von Spiel zu Spiel, bekommt dabei aber familiäre Unterstützung aus nächster Nähe. Am Freitag, 12.6. wird sie mit ARD-Experte und Weltmeister von 2014 Bastian Schweinsteiger das erste Mal live zu sehen sein vor dem WM Spiel Gruppe B Kanada – Bosnien-Herzegowina.

Bundestrainer Julian Nagelsmann im ARD-Interview mit Moderatorin Esther Sedlaczek und Experte Bastian Schweinsteiger beim Länderspiel Deutschland gegen Ghana in der MHPArena in Stuttgart am 30. März 2026. (AFP)
Bundestrainer Julian Nagelsmann im ARD-Interview mit Moderatorin Esther Sedlaczek und Experte Bastian Schweinsteiger beim Länderspiel Deutschland gegen Ghana in der MHPArena in Stuttgart am 30. März 2026. (AFP)

Im Interview mit SPORT BILD spricht die 40-Jährige zudem offen über ihren Talisman, die besonderen Reisestrapazen in der Gruppenphase und das Zusammenspiel mit Experte Bastian Schweinsteiger. Vor allem eines macht Sedlaczek klar: Vor der Kamera will sie natürlich bleiben.

Familie als fester Anker auf der WM-Reise

Ein zentraler Punkt für Sedlaczek ist die Nähe zur Familie. Ihre Angehörigen werden während des Turniers in den USA sein, was sie als ganz entscheidend beschreibt. Sie sagt, sie habe Familie, liebe ihre Familie und sei ein absoluter Familienmensch. Wenn sich die Möglichkeit biete, ein solches Ereignis gemeinsam zu erleben, dann solle man das auch tun. Deshalb freut sich die Familie auf dieses gemeinsame Abenteuer und die gemeinsame Zeit. Allerdings fliegt ihre Familie nicht mit zu den einzelnen Spielorten, weil das zu anstrengend wäre.

Auf Reisen nimmt Sedlaczek ohnehin immer etwas ganz Bestimmtes mit. Von ihrem Mann bekam sie zur ersten WM 2022 in Katar einen Kugelschreiber geschenkt, der für sie zu einem besonderen Talisman geworden ist. Vor der EM 2024 hatte sie ihn einmal verlegt, was sie sofort nervös machte.

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Ein wilder Ritt durch Nordamerika

Auch sportlich und logistisch kündigt sich für die ARD ein Kraftakt an. In der Gruppenphase führt die Route unter anderem nach Toronto, Houston, Seattle, Dallas, Boston und New York. Sedlaczek erwartet deshalb eine extrem fordernde Anfangsphase. Sie spricht von viel Reiserei, einem wilden Ritt und einer riesigen Herausforderung, die mental wie körperlich auf die Probe stellt, nicht zuletzt wegen der verschiedenen Zeitzonen und der langen Flüge. Erst ab der K.o.-Runde werde es etwas entspannter, weil dann auch ein paar längere Unterbrechungen dazukommen.

ARD-Moderatorin Esther Sedlaczek und Experte Bastian Schweinsteiger berichten live am Spielfeldrand vom DFB-Pokal-Halbfinale 2025 in Bielefeld. Die beiden halten ARD/WDR-Mikrofone und stehen sichtlich gut gelaunt vor der Kamera. Getty Images
ARD-Moderatorin Esther Sedlaczek und Experte Bastian Schweinsteiger berichten live am Spielfeldrand vom DFB-Pokal-Halbfinale 2025 in Bielefeld. Die beiden halten ARD/WDR-Mikrofone und stehen sichtlich gut gelaunt vor der Kamera. Getty Images

Schweinsteiger, Nagelsmann und drei große Turniere

Fester Partner an ihrer Seite ist ARD-Experte Bastian Schweinsteiger. Von ihm soll Sedlaczek die Frage bekommen haben, warum sie vor Spielen immer so früh im Stadion ist. Ihre Reaktion fällt gewohnt locker aus. Sie sagt, es sei klar gewesen, dass so eine Frage von ihm komme, und ergänzt lachend, dass sie gern früh da sei, um sich noch mit Kollegen auszutauschen. Das sei eben kein klassischer Bürojob, in dem man sich in der Mittagspause unterhält. Schweinsteiger sei da anders und würde am liebsten erst kurz vor dem Anpfiff kommen. Das sei ihr zu knapp, hier gingen die Vorstellungen deutlich auseinander. Er könne nicht so recht verstehen, warum sie immer so früh im Stadion sei.

Auch beim Umgang mit den frechen Sprüchen ihres Experten bleibt Sedlaczek entspannt. Sie verkneife sich dabei nichts, betont sie. Das Gute sei, dass alles direkt raus könne. Sie wolle vor der Kamera natürlich und authentisch auftreten. Es sei schön, gemeinsam so zu arbeiten, ohne sich hinterher zu fragen, was das gerade gewesen sei. Stattdessen nähmen sie sich so, wie sie seien. Das erleichtere das Zusammenspiel enorm. Dazu komme, dass sich beide mögen und respektieren. Inzwischen seien sie noch besser aufeinander abgestimmt, sagt Sedlaczek. Es sei bereits das dritte gemeinsame Turnier, was sie selbst beeindrucke. Sie wisse inzwischen genau, wie Schweinsteiger arbeite und was er als Experte brauche. Das gebe zusätzliche Sicherheit. Vor der Kamera könnten sie sich aufeinander verlassen, und Spaß miteinander hätten sie ebenfalls.

Bei der WM wird Sedlaczek außerdem die Interviews mit Bundestrainer Julian Nagelsmann für die ARD führen. Sie beschreibt ihn als Fußballfachmann auf allerhöchstem Niveau. Gleichzeitig gibt es Themen, bei denen die Gesprächsführung anspruchsvoll wird, etwa bei Personalfragen. Dann überlege sie, wie sie ihn am besten abhole. Helfen würden ihr dabei frühere Gespräche, denn dann wisse sie besser, wie sie vorgehen müsse, um eine Antwort zu bekommen, ohne sofort auf Abwehr zu stoßen. Schließlich gebe es Themen, die für Zuschauer und Fans wichtig seien, auch wenn sie für den Bundestrainer unangenehm sein könnten.

Seit ihrem Wechsel 2021 von Sky zur ARD hat Sedlaczek genau die Turniere moderiert, von denen sie zuvor geträumt hatte. Sie durfte bereits große Fußballturniere und zweimal Olympische Spiele begleiten. Dennoch denkt sie nicht in immer höheren Zielen. Man dürfe auch irgendwann aus Demut sagen, dass das alles toll sei, erklärt sie. Dieses ständige Streben nach immer mehr empfinde sie nicht. Zu Hause warten drei gesunde Kinder auf sie. Sie habe einen Traumjob, der sie immer wieder an neue Orte führe und ihr diese Abenteuer ermögliche. Mehr brauche sie nicht. Im Moment wolle sie alles aufsaugen und genießen, statt schon auf die nächste Tür zu schauen, die sich vielleicht öffnet. Sie sei einfach total happy und richtig glücklich mit dem, was sie habe und machen dürfe.