WM 2026: DFB Chef Neuendorf bekräftigt: „Kein Maulkorb“ Sport im Fokus

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat kurz vor dem WM 2026 Start noch einmal die Linie des Verbandes im Umgang mit politischen Themen untermauert. „Es gibt keinen Maulkorb“, sagte der 64-Jährige vor der Turniergeneralprobe der deutschen Nationalmannschaft in Chicago gegen die USA am Donnerstag um 20.30 Uhr bei RTL. Zugleich machte er deutlich, dass der sportliche Fokus der DFB-Stars klar auf dem Turnier liegen soll.

Deutschlands Nationalelf vor dem WM Spiel gegen Japan - sie halten sich den Mund zu! (Photo by Ina Fassbender / AFP)
Deutschlands Nationalelf vor dem WM Spiel gegen Japan – sie halten sich den Mund zu! (Photo by Ina Fassbender / AFP)

Politische Aussagen bleiben möglich

Wenn ein Spieler das Bedürfnis habe, sich zu politischen Fragen zu äußern, werde das weiterhin möglich sein, betonte Neuendorf. Die Profis seien jedoch voll auf das Turnier ausgerichtet, wollten Spiele gewinnen und die Fans begeistern. „Das steht bei den Spielern absolut im Mittelpunkt“, sagte der Verbandschef. Die Öffentlichkeit könne „darauf vertrauen, dass wir unsere Prinzipien haben und diese nicht über Bord werfen“, erklärte Neuendorf weiter.

Mit Kapitän Joshua Kimmich sei außerdem besprochen worden, dass Neuendorf die politischen Gespräche im Hintergrund führe. Sollten die Spieler den Wunsch nach Austausch haben, komme er dem selbstverständlich nach. Rückblickend nannte der DFB-Präsident die Lage bei der WM 2022 in Katar mit der langwierigen Diskussion um die „One Love“-Binde „überhitzt“, auch in den Medien. Diesmal sei es deutlich ruhiger geblieben. Zwar könne man viele Dinge kritisieren, auch in der Weltpolitik, doch der Verband habe sich entschieden, nicht auf jedes Thema zu reagieren. Das überfordere den Fußballverband auch ein Stück weit.

Sicherheit, Fans und sportlicher Blick nach vorn

Zur Sicherheitslage erklärte Neuendorf, der DFB stehe seit Monaten mit dem Auswärtigen Amt und den Konsulaten in den USA in Kontakt. Es würden zahlreiche Fans aus Deutschland anreisen, allein für die deutschen Spiele habe es 60.000 Anfragen gegeben, trotz der hohen Preise. Daraus erwachse auch Verantwortung für die Anhänger, damit sie in den USA gut aufgehoben seien. Er erwarte, dass alles in ruhigen Bahnen verlaufe.

Sportlich hofft Neuendorf nach dem Ausfall von Jungstar Lennart Karl auf eine Trotzreaktion. „Man kann ihm nicht tagelang nachtrauern. Sicher ist das ein Verlust und für den Jungen tragisch, aber der Blick muss nach vorne gehen. Jeder spielt ein Stück weit für ihn“, sagte er. Acht Tage vor dem WM-Auftakt gegen Curaçao in Houston habe zudem der Testspielerfolg des DFB-Gruppengegners Elfenbeinküste gegen Vizeweltmeister Frankreich mit 2:1 den Fokus weiter geschärft. Wer von einer leichten Gruppe gesprochen habe, müsse sich nun korrigieren. Ecuador und die Elfenbeinküste seien sehr ernstzunehmende Gegner.

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