Major League Soccer nach der WM: Alles Messi, oder was?

Kaum ist die WM Geschichte, rollt in der Major League Soccer schon wieder der Ball. Nur ausgerechnet der größte Anziehungspunkt der Liga lässt noch auf sich warten: Lionel Messi kehrt nicht sofort zurück, während Robert Lewandowski und Antoine Griezmann bereits ihre nordamerikanischen Kapitel aufschlagen.

Der frühere Weltmeister Thomas Müller, inzwischen für die Vancouver Whitecaps FC in der nordamerikanischen Major League Soccer am Ball, behauptet den Ball im Zweikampf mit Paxten Aaronson von den Colorado Rapids. Die MLS-Partie fand am 25. April 2026 im BC Place in Vancouver statt. (Elizabeth Ruiz Ruiz / Getty Images North America via Getty Images)
Der frühere Weltmeister Thomas Müller, inzwischen für die Vancouver Whitecaps FC in der nordamerikanischen Major League Soccer am Ball, behauptet den Ball im Zweikampf mit Paxten Aaronson von den Colorado Rapids. Die MLS-Partie fand am 25. April 2026 im BC Place in Vancouver statt. (Elizabeth Ruiz Ruiz / Getty Images North America via Getty Images)

Mit einem eigens produzierten Clip wollten die Verantwortlichen der Liga klarmachen, dass Fußball in den USA und Kanada auch nach dem Weltturnier nicht pausiert. „Danke, Welt, ab hier übernehmen wir. Die MLS ist zurück“, heißt es in dem Video, dessen Anfang und Ende demselben Mann gehören: Lionel Messi, dem unangefochtenen Aushängeschild der Liga. Die Ironie dabei: Ausgerechnet er wird in den ersten Spieltagen fehlen. Wenn Chicago Fire mit Neuzugang Lewandowski am Mittwoch bei Inter Miami antritt, dürfte Messi noch nicht wieder im Kader stehen. Seit Freitag läuft der Spielbetrieb bereits wieder, doch niemand weiß genau, wie viel Regenerationszeit der Argentinier nach den Strapazen des Turniers und der bitteren Finalniederlage benötigt. Zwei Wochen, drei Wochen, es bleibt offen. Fest steht nur, dass er dem Empfang der Nationalmannschaft in Argentinien ferngeblieben ist.

Messi als Zugpferd mit Ausrufezeichen

Dass der 39-Jährige der wirtschaftliche Motor der Liga ist, bestreitet niemand. Überall, wo Messi mit Inter Miami gastiert, schnellen die Ticketpreise nach oben, und Vereine weichen bei Bedarf aus ihren gewohnten Fußballarenen mit meist bis zu 25.000 Plätzen in deutlich größere Stadien aus. Der Los Angeles FC etwa verlegte sein Saisoneröffnungsspiel gegen den amtierenden Meister Miami vom eigenen BMO Stadium (22.000 Plätze) ins benachbarte Coliseum, wo am Ende 75.673 Tickets über die Theke gingen. Auch Ligachef Don Garber lässt keinen Zweifel an der Bedeutung des Superstars. „Ich bin überglücklich bei dem Gedanken, dass der beste Spieler der Welt im WM-Finale spielt (…) und dann wieder zurückkommt und das Trikot von Inter Miami trägt. Was könnte besser sein?“, sagte er vergangenen Donnerstag in New York bei einem Termin unter dem Motto „Die MLS ist zurück“. Messi sei „ein Geschenk“, so Garber, eines, das sich immer wieder aufs Neue erneuere.

Lionel Messi (Nr. 10) von Inter Miami CF zeigt seine Reaktion beim MLS-Spiel gegen Philadelphia Union im Nu Stadium am 24. Mai 2026 in Miami. Der Argentinier gehört seit 2023 zu den Gesichtern der nordamerikanischen Profiliga. Megan Briggs / Getty Images North America via Getty Images
Lionel Messi (Nr. 10) von Inter Miami CF zeigt seine Reaktion beim MLS-Spiel gegen Philadelphia Union im Nu Stadium am 24. Mai 2026 in Miami. Der Argentinier gehört seit 2023 zu den Gesichtern der nordamerikanischen Profiliga. Megan Briggs / Getty Images North America via Getty Images

Zwischen Startransfers und dem Vorwurf der Rentnerliga

Die Liga selbst will nach dem WM-Sommer ein „nächstes Kapitel“ aufschlagen, kämpft aber weiterhin gegen ihr Image als komfortabler Altersruhesitz gestandener Weltstars. Neben Lewandowski, der künftig für Chicago Fire aufläuft, verstärkt inzwischen auch der frühere französische Nationalspieler Antoine Griezmann Orlando City SC. Garber weist den Vorwurf der Rentnerliga jedoch entschieden zurück und verweist erneut auf Messi: „Er ist sicher nicht hierher gekommen, um in den Ruhestand zu gehen.“ Untermauert wird das durch die Vertragslaufzeit, die den Argentinier bis Ende 2028 an Inter Miami bindet. Auch sportlich bleibt Messi bislang unersetzlich: In 14 Partien stehen zwölf Tore und acht Vorlagen zu Buche. Vor allem dank dieser Bilanz belegt Miami aktuell Platz zwei der Eastern Conference, hinter dem überragenden Nashville SC, bei dem der Berliner Hany Mukhtar die Fäden zieht. Im Westen führen unterdessen die Vancouver Whitecaps mit Thomas Müller die Tabelle an, die am Mittwoch beim FC Cincinnati gefordert sind. Im „Die-MLS-ist-zurück“-Video sucht man den deutschen Weltmeister von 2014 allerdings vergeblich.