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Bei Real Madrid herrscht vor dem Clásico blankes Chaos. Vor dem Duell, das Hansi Flicks FC Barcelona den nächsten Meistertitel bescheren könnte, wirkt der Klub aus der spanischen Hauptstadt zerrüttet und sportlich angeschlagen. Nun droht den Königlichen sogar eine historische Blamage.

Kabinenzoff mit Folgen
Auslöser der jüngsten Eskalation war der Streit zwischen Vizekapitän Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni. Nach Informationen aus dem Umfeld des Klubs gerieten beide Profis in der Vorbereitung auf das Topspiel am Sonntag um 21.00 Uhr bei DAZN gleich zweimal aneinander. Beim zweiten Wortgefecht endete die Situation folgenschwer, denn Valverde stürzte, zog sich eine Kopfverletzung zu, musste genäht werden und fällt wegen eines Schädel-Hirn-Traumas für den Clásico aus.
Real machte den Vorgang bemerkenswert offen und leitete gegen beide Spieler ein Disziplinarverfahren ein. Wie es weitergeht, ist offen. Valverde selbst bestätigte am Donnerstagabend eine „Meinungsverschiedenheit“, wies jedoch jede Schuld Tchouaménis zurück. In einem pathetisch anmutenden Instagram-Post schrieb der Uruguayer: „Mein Mitspieler hat mich zu keinem Zeitpunkt geschlagen, und ich habe das ebenfalls nicht getan.“ Zugleich erklärte er: „Während der Diskussion stieß ich versehentlich gegen einen Tisch und zog mir dabei eine kleine Schnittwunde an der Stirn zu.“
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Wer überträgt FC Barcelona gegen Real Madrid im TV?
Das Clásico zwischen FC Barcelona und Real Madrid am 10. Mai 2026 wird von DAZN kostenlos im Livestream gezeigt – eine Registrierung mit einem kostenlosen DAZN-Account reicht aus, kein Abo erforderlich. Die Vorberichterstattung beginnt um 20:30 Uhr mit Moderator Tobi Wahnschaffe und Experte Sami Khedira. Anstoß ist um 21:00 Uhr.
Eine Saison im freien Fall
Doch der Kabinenkrach ist nur das nächste Kapitel einer Seuchensaison, in der bei Real Madrid vieles aus dem Ruder gelaufen ist. Auch Antonio Rüdiger trägt zu dem bedenklichen Gesamtbild bei. Bereits im April war der Nationalspieler Medienberichten zufolge mit Álvaro Carreras aneinandergeraten. Zur Wiedergutmachung lud er seine Mannschaft vergangene Woche zum Lunch ein, doch die Teambuilding-Maßnahme verpuffte offenbar ohne Wirkung.
Die gut vernetzte Marca spricht inzwischen von einer „großen Krise“ und einer „unerträglichen Atmosphäre“ im Verein. Spätestens mit der Trennung vom Leverkusener Meistertrainer Xabi Alonso, der wohl einer internen Intrige zum Opfer fiel, geriet die Saison vollends aus der Spur. Danach folgten das teils unwürdige Auftreten nach dem Champions-League-Aus gegen Bayern München und nun die nächste Eskalation vor dem Prestigeduell mit dem Erzrivalen aus Barcelona.
Barcelona vor dem Titel, Real vor der Demütigung
Für den FC Barcelona von Hansi Flick bietet sich am Sonntag die Chance, den Meistertitel ausgerechnet im Clásico perfekt zu machen. In der 124 Jahre langen und 263 Pflichtspiele umfassenden Geschichte dieses Duells ist es den Katalanen noch nie gelungen, sich mit einem Sieg gegen Real die Meisterschaft zu sichern. Nur Real selbst schaffte das 1932. Nun steht der historische Coup für Barça im Raum, während Madrid zumindest das Schlimmste abwenden will.
Ein eigener Titel ist für Real ohnehin kaum noch erreichbar. Selbst bei einem Erfolg lägen die Königlichen drei Spieltage vor Schluss noch acht Punkte zurück. Die insgesamt fünfte Saison ohne Titel im laufenden Jahrtausend ist damit so gut wie besiegelt. Álvaro Arbeloa, der an der Seitenlinie steht, muss also den Blick auf das Minimum richten. Für Barcelona hingegen ist die Meisterschaft der erhoffte Trostpreis nach dem bitteren Aus in der Champions League und der Pokalpleite jeweils gegen Atlético Madrid. Offensivspieler Raphinha brachte die Stimmung auf den Punkt: „Für mich ist das Wichtigste, die Liga zu gewinnen“, sagte er. „Und wenn es gegen sie sein muss, dann umso besser.“