Donald Trump senkt Trinkgeld-Steuer zur Fußball WM 2026 – aber nur theoretisch

Mehr als eine Million zusätzliche internationale Touristen werden zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in den USA erwartet. Doch der geplante Geldregen für die Gastronomie könnte einen Nebeneffekt haben, der ausgerechnet US-Servicekräften schadet. Wenn Restaurants ausländische Gäste stärker zum Trinkgeld drängen und dafür auf verpflichtende Servicegebühren setzen, könnte genau das den steuerlichen Vorteil aus dem Programm „no tax on tips“ schmälern.

WM 2026 in den USA - New York
WM 2026 in den USA – New York

Weltcup bringt Milliarden und neue Steuerfragen

Das Turnier, das von den USA, Kanada und Mexiko ausgerichtet wird, soll am 11. Juni 2026 beginnen und am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, enden. Nach aktuellen Schätzungen wird die Weltmeisterschaft in den USA direkt rund 6 Milliarden Dollar an Besucher-Ausgaben auslösen. Der durchschnittliche Gast soll zwölf Tage bleiben und etwa 400 Dollar pro Tag ausgeben, während Vielzahler wie Sponsoren und Käufer teurer VIP-Pakete sogar mit mehr als 1500 Dollar täglich zu Buche schlagen dürften.

Genau darin liegt aus Sicht der Beschäftigten in der Gastronomie das Risiko. Die republikanische Steuererleichterung „no tax on tips“, die im vergangenen Jahr als temporärer Steuerabzug beschlossen wurde und ein Wahlversprechen von Präsident Donald Trump erfüllen sollte, greift nur bei freiwilligen Trinkgeldern. Nach IRS-Vorgaben sind dagegen Zahlungen im Rahmen einer verpflichtenden Servicegebühr nicht für den bis zu 25.000 Dollar hohen Abzug qualifiziert.

Restaurants denken über Pflichtaufschläge nach

Für die Restaurants bedeutet der Zustrom von Besuchern aus Ländern mit anderen Trinkgeldgewohnheiten eine besondere Herausforderung. In den USA ist die Trinkgeldkultur deutlich anders als in den meisten anderen Staaten, weshalb einige Betriebe darüber nachdenken, pauschal eine verpflichtende Servicegebühr von 20 Prozent aufzuschlagen. Aus ihrer Sicht soll das zusätzliche Umsatz bringen und Missverständnisse mit internationalen Gästen vermeiden.

Für die Bedienungen hätte diese Lösung allerdings einen Haken. Was als abgesicherte Einnahme geplant ist, könnte am Ende dazu führen, dass ein größerer Teil des Einkommens steuerpflichtig bleibt, weil Pflichtgebühren eben nicht als freiwillige Trinkgelder gelten.

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