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Bellingham schockt Mexiko mit Doppelschlag
Die Three Lions fanden in Mexiko-Stadt zunächst nur schwer in die Partie, ehe Bellingham binnen 98 Sekunden für die Wende sorgte. Der Mittelfeldspieler traf in der 36. und 38. Minute doppelt und brachte England in einem Spiel mit hohem Tempo auf Kurs. Kane legte später nach und machte mit seinem sechsten Turniertor per Foulelfmeter in der 60. Minute den nächsten Schritt in Richtung des ersten WM-Titels seit 1966 perfekt.
Mexiko gab sich vor der heimischen Kulisse jedoch nicht geschlagen. Julian Quinones verkürzte noch vor der Pause in der 42. Minute, Raúl Jiménez stellte in der 69. Minute per Foulelfmeter erneut den Anschluss her. Trotz großer Moral reichte es am Ende nicht, auch weil England die Führung über die Distanz brachte.
Hitze, Höhe und ein unruhiger WM-Abend
Tuchel hatte dem Co-Gastgeber schon vor dem Anpfiff wegen der Höhenlage von mehr als 2200 Metern und der Unterstützung von den Rängen einen „klaren Vorteil“ eingeräumt. Im legendären Aztekenstadion, in das England 40 Jahre nach dem historischen WM-Viertelfinale gegen Argentinien mit der „Hand Gottes“ und Diego Maradonas „Jahrhunderttor“ zurückkehrte, herrschte früh Ausnahmezustand. In Mexiko-Stadt und weiten Teilen Nordamerikas war die Stimmung grün-weiß-rot aufgeladen.
Die Fans ließen sich einiges einfallen, um die Engländer aus dem Rhythmus zu bringen. Kane und seine Teamkollegen wurden in der Nacht mit Leuchtraketen am Teamhotel wach gehalten, bei der Ankunft des Mannschaftsbusses kamen Schaumstoff-Sprays zum Einsatz, und bei der Hymne des Gegners wurde laut gepfiffen. Dazu begann die Partie wegen eines Unwetters wie schon Mexikos Sechzehntelfinale gegen Ecuador, das 2:0 endete, mit einer Stunde Verzögerung.
Mexiko drückt, England bleibt eiskalt
Die Mexikaner waren mit vier Zu-Null-Siegen durch die Vorrunde und die bisherigen K.o.-Spiele marschiert und hatten im eigenen Stadion seit dem Bau vor 60 Jahren in 89 Länderspielen nur zweimal verloren. Gegen England wartete nun der erste echte Härtetest. El Tri überließ dem Gegner zunächst die Kontrolle und setzte auf Nadelstiche, die erste gute Möglichkeit vergab Jiménez per Kopf gegen Jordan Pickford in der 15. Minute.
Im strömenden Regen fehlten England lange die Ideen, bis Bukayo Sakka einen Geistesblitz hatte und Bellingham den Ball mühelos einköpfen konnte. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld ging es schnell, Kane legte quer, Bellingham vollendete. Tuchel raste an der Seitenlinie vor Freude, in den rund 9000 Kilometer entfernten Pubs in der Heimat bebte tief in der Nacht die Stimmung.
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Mexiko schlug jedoch noch vor der Pause zurück. Quinones hämmerte einen Abpraller zum vierten Turniertreffer ins Netz, kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte Jiménez sogar den Ausgleich auf dem Fuß. Bellingham rettete außerdem in höchster Not vor dem einköpfbereiten César Montes in der 45. Minute plus vier.
Rot, Elfmeter und ein Zittern bis zum Schluss
Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein offener Schlagabtausch. Nico O’Reilly traf den Pfosten in der 49. Minute, ehe Jarell Quansah nach einem heftigen Einsteigen und einem umstrittenen VAR-Eingriff die Rote Karte sah und England in Unterzahl geriet. Mexiko witterte nun seine Chance und drängte mit einem Mann mehr auf den Ausgleich.
Kane behielt zunächst die Nerven, als er nach einem Foul von Torhüter Raul Rangel an Anthony Gordan vom Punkt verwandelte. Später verursachte der englische Kapitän selbst allerdings einen Strafstoß gegen sich, den Jiménez zum 2:3 nutzte. In der langen Schlussphase inklusive elf Minuten Nachspielzeit warf Mexiko alles nach vorn, doch der Ausgleich wollte nicht mehr gelingen. So verlor der zweite von drei Gastgebern nach dem Aus für Kanada unter Tränen im Achtelfinale erstmals überhaupt ein WM-Spiel im ikonischen Nationalstadion von Mexiko-Stadt.