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Portugal lässt zu viele Chancen liegen
Was auf dem Papier nach einem zähen Remis klingt, entwickelte sich in Miami zu einem intensiven Spiel mit reichlich Möglichkeiten auf beiden Seiten. Sowohl Portugal als auch Kolumbien erspielten sich gute Gelegenheiten, nutzten sie aber nicht. Besonders bitter aus kolumbianischer Sicht war der späte Treffer von Davinson Sanchez in der 90.+1 Minute, der nach VAR-Eingriff wegen Abseits aberkannt wurde.

Kolumbien holt sich den Gruppensieg
Kolumbien reichte der Punktgewinn dagegen zum ersten Platz. Das Team von Nestor Lorenzo hatte die Vorrunde bislang stark absolviert und sich mit dem Remis die Spitzenposition gesichert. Im Sechzehntelfinale geht es für die Südamerikaner in der Nacht zu Freitag um 3.30 Uhr MESZ, live bei MagentaTV, in Kansas City gegen Ghana. Im Achtelfinale könnte die Schweiz warten, im Viertelfinale wäre sogar ein Duell mit Lionel Messis Argentinien möglich.
Schon vor dem direkten Duell in Miami hatten beide Mannschaften das Ticket für die Runde der letzten 16 sicher. In der Begegnung ging es deshalb vor allem darum, sich einen vermeintlich günstigeren Gegner für den ersten K.o.-Schritt zu verschaffen.
Ronaldo bleibt blass, Kolumbien setzt Nadelstiche
Portugal wirkte zunächst erstaunlich gehemmt. Während Kolumbien durch den ehemaligen Bundesliga-Stürmer Jhon Córdoba in der 17. Minute und Jhon Arias in der 22. Minute erste Warnzeichen setzte, lief bei Ronaldo und Co. lange wenig zusammen. Erst kurz vor der Pause zog der Ex-Europameister das Tempo spürbar an und vergab innerhalb von nur drei Minuten durch Bruno Fernandes, Rúben Neves und João Félix drei hochkarätige Chancen in der 39., 40. und 42. Minute.
Auch nach dem Seitenwechsel suchte Portugal weiter den Weg nach vorne. Der eingewechselte João Neves sollte im Mittelfeld für mehr Dynamik sorgen, doch die Angriffe versandeten immer wieder an der gut organisierten Defensive der Kolumbianer. Ronaldo, der vier Tage zuvor gegen Usbekistan noch einen Doppelpack erzielt hatte, blieb über weite Strecken ohne Wirkung.
Kolumbien musste offensiv nicht ins volle Risiko gehen, schließlich hätte ein Unentschieden für den Gruppensieg gereicht. Nach Ballgewinnen schaltete das Team aber immer wieder gefährlich um und setzte durch Richard Rios in der 62. Minute sowie erneut durch Arias in der 66. Minute weitere Nadelstiche. So bekamen die 64.478 Zuschauer in Miami eine Partie geboten, die nicht nur spannend, sondern auch unterhaltsam war.