Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
Marokko marschiert weiter durch die WM 2026, Kanadas Sommermärchen ist vorbei: Mit dem 0:3 (0:0) im Kanada gegen Marokko zog der WM-Halbfinalist von 2022 am Samstagabend im Houston Stadium als erste afrikanische Nation zum zweiten Mal in ein WM-Viertelfinale ein. Azzedine Ounahi schnürte einen Doppelpack (50., 82.), der für den früh verletzten Ismael Saibari eingewechselte Soufiane Rahimi erhöhte tief in der Nachspielzeit (90.+8). Co-Gastgeber Kanada hielt vor allem in der ersten Halbzeit stark dagegen, scheiterte aber wie im ganzen Turnier an der eigenen Chancenverwertung, und ist damit der erste der drei Gastgeber, der aus dem Turnier ausscheidet. Marokko trifft im Viertelfinale am 9. Juli in Boston auf den Sieger von Paraguay gegen Frankreich. Wie die Medien in beiden Ländern auf den Abend reagieren, haben wir hier gesammelt, alle Details zum Spiel stehen im Spielbericht zum Achtelfinale.

Marokkos Presse: „Die Biene sticht Kanada zweimal“
In Marokko feiern die Medien den nächsten Schritt der „Löwen vom Atlas“ auf ihrem Weg zum erhofften großen Coup, allen voran Doppelpacker Ounahi.
Hespress (arabische Ausgabe)
„النحلة تلسع كندا مرتين ورحيمي يكمل الثالث.. الأسود في ربع النهائي“ (deutsch: „Die ‚Biene‘ sticht Kanada zweimal, Rahimi macht das dritte Tor komplett: die ‚Löwen‘ im Viertelfinale“)
Das größte Nachrichtenportal des Landes widmet die Schlagzeile Ounahis Spitznamen: Die „Biene“ stach Kanada gleich zweimal. Zugleich verschweigt Hespress nicht, dass die Atlas-Löwen in den ersten 20 Minuten unter dem kanadischen Druck kaum ins Spiel fanden, ehe sie die Partie nach der Pause übernahmen.
Hespress (französische Ausgabe)
„Mondial 2026 : le Maroc terrasse le Canada et file en quarts“
„Marokko streckt Kanada nieder und stürmt ins Viertelfinale“: Getragen von einem „glänzenden“ Ounahi setze das Team von Trainer Mohamed Ouahbi seinen historischen Lauf fort, schreibt die Redaktion, und erinnert daran, wie kompliziert der Start gegen das intensive kanadische Pressing war.
Le360
„Mondial 2026: le Maroc domine le Canada et file en quarts de finale“
Das Portal spricht von der Fortsetzung einer „großartigen WM-Epopöe“: Nach dem Halbfinale von Katar stünden die Löwen nun erneut unter den besten Acht. Als nächstes Hindernis auf dem Weg ins Halbfinale warte Frankreich oder Paraguay, dazu hebt Le360 die Paraden von Torhüter Yassine Bounou in der schweren Anfangsphase hervor.
Le Matin
„Mondial 2026: Le Maroc en quarts de finale après sa victoire face au Canada (3-0)“
Die traditionsreiche Tageszeitung protokolliert nüchtern den Spielverlauf: Der Unterschied sei erst nach der Pause entstanden, durch Ounahis Führungstor in der 50. und seinen Doppelpack in der 82. Minute, ehe Rahimi in der Nachspielzeit den Deckel drauf machte.
Al3omk
„بثنائية أوناحي ورصاصة رحيمي.. المغرب يهزم كندا ويبلغ ربع نهائي كأس العالم 2026“ (deutsch: „Mit einem Ounahi-Doppelpack und einem Rahimi-Geschoss: Marokko schlägt Kanada und erreicht das WM-Viertelfinale“)
Auch Al3omk räumt ein, dass der Abend für Marokko unangenehm begann: Kanada sei stark gestartet und habe Bounous Tor mehrfach bedroht, unter anderem durch Jonathan David und Tani Oluwaseyi. Doch der Keeper hielt die Null, danach übernahmen die Atlas-Löwen.
Kanadas Presse: „Kanada geht erhobenen Hauptes“
In Kanada mischt sich Enttäuschung mit großem Stolz auf die beste WM der Geschichte, und mit reichlich Wehmut über die vergebenen Chancen.

La Presse (Montreal)
„Le Canada s’incline la tête haute“
„Kanada verneigt sich erhobenen Hauptes“: Niemand habe wirklich an dieses Team geglaubt, dann habe es das ganze Land zum Glauben gezwungen, so sehr, dass sich das 0:3 nun wie eine Enttäuschung anfühle. Die erste Halbzeit sei „vielleicht die beste der Ära Jesse Marsch“ gewesen, doch am Ende gelte: „Sechster der Welt wird man nicht einfach so.“ Pikante Randnotiz des Blattes: Marokkos Matchwinner im Tor, Yassine Bounou, wurde ausgerechnet in Montreal geboren.
CBC Sports
„Canadian men’s historic World Cup run ends as Morocco wins Round of 16 match, 3-0“
Der öffentlich-rechtliche Sender verabschiedet das Team mit einem fast poetischen Bild: Das Banner mit Kanadas Namen, das wie eine Schlachtflagge von Spielort zu Spielort reiste, werde nun „ein letztes Mal zusammengefaltet“. Und weiter: „Dieses Team hat Geschichte geschrieben, und es war wohl alle Geschichte, die in ihm steckte.“
Sportsnet
„Canada eliminated by Morocco in World Cup Round of 16“
Der TV-Riese würdigt den „historischen Lauf“, in dem die Männer-Nationalmannschaft ihren ersten WM-Punkt, ihren ersten WM-Sieg und erstmals die K.o.-Runde holte. In einem zweiten Stück sammelt Sportsnet unter der Zeile „What a team“ die Fan-Reaktionen: ein „mitreißender Lauf mit bitterem Ende“.
The Globe and Mail
„Canada’s stunning World cup run comes to an end after 3-0 loss to Morocco“
Kolumnist Cathal Kelly bringt das Klassen-Gefälle auf den Punkt: Jeder habe gewusst, dass es in dieser Runde härter werde. „Aber erst wer Marokko in voller Länge erlebt hat, versteht, wie viel härter.“ Aus dem Fanhaus in North Vancouver beschreibt die Zeitung Hände vor Gesichtern und verschränkte Arme.
Radio-Canada
„Le Canada éliminé par le Maroc au Mondial“
Der französischsprachige öffentliche Rundfunk bilanziert: Kanada habe sich nichts vorzuwerfen, Marokko sei schlicht zu stark gewesen. Es ende eine historische WM mit dem ersten Punkt, dem ersten Sieg und dem ersten K.o.-Erfolg der Geschichte.
Internationale Stimmen: Frankreich blickt schon aufs Viertelfinale
Eurosport (Frankreich)
„Le Maroc brise le rêve du Canada en huitièmes de finale (3-0) et pourrait retrouver la France en quarts“
„Marokko zerstört Kanadas Traum“: Frankreichs Sportportal denkt sofort weiter, denn bei einem Sieg der Équipe Tricolore gegen Paraguay käme es am Donnerstag zum Kracher Frankreich gegen Marokko. Fast eine Stunde lang seien die Löwen von den Kanadiern „ernsthaft geärgert“ worden, ehe Ounahis „schöner Doppelpack“ sie aus der Affäre zog.
Foot Mercato (Frankreich)
„Coupe du Monde 2026, Maroc : le joli doublé d’Ounahi a sonné le Canada“
Das Portal seziert das vorentscheidende 2:0: ein Blitzkonter über Talbi, Ablage von Brahim Díaz, Abschluss Ounahi, frei im Strafraum. Kanada sei danach „ausgeknockt“ gewesen.
Sky Sport (Italien)
„Canada-Marocco 0-3: risultato, gol e marcatori ai Mondiali 2026“
Italiens Sky bilanziert kurz und trocken: „Marokko verfehlt die Mission in Houston nicht“, 3:0 durch Ounahi und Rahimi, Viertelfinale gegen Frankreich oder Paraguay.
Sportschau (Deutschland)
„WM 2026: Marokko quält sich gegen Kanada ins Viertelfinale“
Die ARD sieht einen Favoriten „ohne Glanz“, der sich zudem um den verletzt ausgewechselten Ismael Saibari sorgt. Kanada habe sich für ein engagiertes Spiel nicht belohnt und sei damit der erste ausgeschiedene Gastgeber des Turniers.
t-online (Deutschland)
„Eiskalt gegen den Gastgeber: Marokko wirft Kanada raus“
„Jubel in Marokko, Trauer in Kanada“: Mit einem verdienten 3:0 hätten sich die Nordafrikaner ins Viertelfinale geschafft, schreibt das Portal.
Der Tenor: Effizienz schlägt Euphorie
Die Blätter beider Länder sind sich einig: Kanada spielte die beste erste WM-Halbzeit seiner Geschichte, doch Marokko brauchte nur drei echte Chancen, um das Spiel zu entscheiden. Während die marokkanische Presse bereits vom zweiten Halbfinale in Serie träumt und auf das Viertelfinale am 9. Juli in Boston blickt, verabschiedet Kanada sein Team erhobenen Hauptes: erster Punkt, erster Sieg, erste K.o.-Runde, und trotzdem das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre. Ob es zum Traumduell Marokko gegen Frankreich kommt, entscheidet sich noch heute Nacht, unsere Einschätzung dazu steht in unserer Prognose zu Paraguay gegen Frankreich.