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Joachim Löw ordnet den starken WM-Start des DFB-Teams zwar positiv ein, macht aber zugleich klar: Für einen Titel reicht das noch nicht. Nach dem souveränen 7:1 gegen Außenseiter Curacao sieht der frühere Bundestrainer die Nationalmannschaft auf dem richtigen Weg, aber noch nicht auf dem Niveau eines echten Favoriten.

Löw lobt Entwicklung, sieht aber noch Lücken
In der Live-Show „Kroos & Kroos: Die WM unter der Lupe“ auf Tiktok sprach Löw mit seinem früheren Spieler Toni Kroos und dessen Bruder Felix über den Auftritt der Auswahl von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Dabei stellte der 66-Jährige klar, dass er das DFB-Team trotz des klaren Erfolgs nicht zu den ganz großen Anwärtern auf den WM-Titel zählt.
„Die Mannschaft hat viel Qualität, aber noch nicht die Stabilität, die es braucht, um Titel zu gewinnen“, sagte Löw. Für den großen Coup beim XXL-Turnier in Kanada, Mexiko und den USA brauche es nach seiner Einschätzung außerdem Persönlichkeiten wie jene, die 2014 den Unterschied machten. „Das muss sich in dieser Mannschaft jetzt erst einmal zeigen. Joshua Kimmich allein wird nicht reichen, oder Manuel Neuer. Wir brauchen schon noch ein paar mehr“, betonte er. „Dann sind wir vielleicht stark genug.“
Mehr Dominanz über 90 Minuten gefordert
Vor allem die fehlende Konstanz über die gesamte Spielzeit hält Löw für ein zentrales Thema. Bei der Mannschaft, in der neben Neuer noch kein Spieler WM-K.-o.-Rundenerfahrung gesammelt hat, sei es entscheidend, in jeder Partie über 90 Minuten die Kontrolle zu behalten. „Sie lässt häufig den Gegner ein bisschen zurückkommen. Wenn wir es hinbekommen, stabil zu sein, solche Widerstände zu überwinden und mehr Orientierung, mehr Klarheit über 90 Minuten zu zeigen, dann gehören wir zum Favoritenkreis“, sagte Löw.
Gleichzeitig bescheinigt er der Elf unter Nagelsmann eine erfreuliche Entwicklung. Seit der EM 2024 habe das Team spürbar Fortschritte gemacht. Besonders der größere spielerische Mut und die besseren Abläufe im Angriff überzeugen den Ex-Bundestrainer.
Mut, Kreativität und ein Sieg fürs Selbstvertrauen
Löw hob hervor, dass die DFB-Auswahl nach einigen Jahren unter dem allerhöchsten Niveau inzwischen wieder eine klare spielerische Idee erkenne lasse. „Die Mannschaft hat seit der EM 2024 eine gute Entwicklung gemacht. Wir waren ein paar Jahre nicht auf dem allerhöchsten Niveau. Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass wir wieder eine gute Idee haben, Dynamik, eine gewisse Kreativität. Und vor allem können wir spielerische Akzente setzen“, lobte er.
Der deutliche Auftaktsieg gegen Curacao sei für das Selbstvertrauen wichtig, gerade mit Blick auf die nächsten Schritte hin zu mehr Dauerpräsenz gegen stärkere Gegner. Dennoch mahnte Löw zur Einordnung. Von Euphorie und Übermut hält er wenig, denn Curacao war aus seiner Sicht der einfachste Gegner dieses Turniers. „Man darf sich jetzt aber nicht im siebten Himmel wähnen. Das war sicher der leichteste Gegner bei dieser WM“, betonte er.