Für Paris Saint-Germain gehören Titelfeiern inzwischen zum Alltagsgeschäft. Nach dem Gewinn des UEFA-Supercups gegen Aston Villa gibt sich der französische Serienmeister trotzdem bescheiden und blickt bereits auf die großen Ziele der neuen Saison. Der Hunger, so betonen Trainer und Spieler, sei noch längst nicht gestillt.

Ein weiterer Pokal, ein weiteres Siegerfoto: Beim 2:1 (1:1) über Europa-League-Champion Aston Villa sicherte sich PSG in Salzburg den nächsten Titel seiner ohnehin schon prall gefüllten Trophäensammlung. Luis Enrique, der mit dem 13. Erfolg seiner Amtszeit als Coach jubelte, blieb dennoch auffallend gelassen. „Wenn ich ehrlich sein soll, ist es kein wichtiger Pokal“, räumte der Spanier nach der Partie ein. Niemand werde den Klub aus der französischen Hauptstadt an diesem Erfolg messen, so seine Einschätzung.
Viel größer ist die Sehnsucht nach dem eigentlichen Prunkstück des europäischen Klubfußballs, dem Henkelpott. „Unsere Mannschaft hat die letzten beiden Titel in der Champions League gewonnen“, erinnerte Enrique. „Das bedeutet, dass wir auch den dritten Titel in Folge holen können.“ Ein Vorhaben, das bislang einzig Real Madrid gelungen ist. Selbst der Trainer räumte ein, dass eine solche Ansage „vielleicht von etwas zu viel Selbstvertrauen“ zeuge, „aber das ist unsere Mentalität“. PSG werde deshalb versuchen, „jeden einzelnen Titel zu gewinnen“.

Getrieben von der Angst vor der Niederlage
In der vergangenen Spielzeit, der erfolgreichsten der Vereinsgeschichte, sicherte sich Paris fünf von sieben möglichen Titeln. Was einst als Ansammlung egoistischer Einzelkönner galt, ist mittlerweile zu einer geschlossenen Erfolgsmaschinerie geworden, angetrieben nicht nur von sportlichem Ehrgeiz, sondern auch von einer tief sitzenden Abneigung gegen das Verlieren. „Ein Hass auf Niederlagen“, nannte Siegtorschütze Désiré Doué als Antrieb der Mannschaft. „Denn das tut wirklich weh.“
Mit kollektiver Stärke auf dem Rasen und der finanziellen Rückendeckung aus Katar hat sich der Klub die Vormachtstellung im europäischen Fußball erarbeitet. Satt ist man deshalb noch lange nicht. „Wir sind immer hungrig, wir wollen mehr“, stellte Doué klar. Auf die fast schon überraschte Nachfrage, ob sich die Truppe in der kommenden Saison überhaupt noch steigern könne, entgegnete der Youngster knapp: „Natürlich, wir können uns immer verbessern.“

Konkurrenz rüstet sich für den Angriff auf den Thron
Dass PSG die Dominanz nicht kampflos überlassen wird, ist der Konkurrenz durchaus bewusst. Bayern München, im Vorjahr im Halbfinale der Königsklasse spektakulär an den Parisern gescheitert, nimmt unter Trainer Vincent Kompany im dritten Versuch erneut Kurs auf den Henkelpott. „Daran gibt es keinen Zweifel“, stellte der Belgier unmissverständlich klar.
Auch Rekordsieger Real Madrid investiert weiterhin kräftig in seinen Kader, um die eigene Erfolgsgeschichte fortzuschreiben, während Vorjahresfinalist FC Arsenal ebenfalls lauert. Bei Paris Saint-Germain richtet sich der Blick derweil ausschließlich auf die Fortsetzung der eigenen Ära. Schon am kommenden Sonntag soll im französischen Supercup gegen den RC Lens der nächste Schritt folgen. Der jüngste Titelgewinn, das machten Trainer und Mannschaft in Salzburg unmissverständlich klar, soll keineswegs der letzte gewesen sein.
