USA und Kanada üben scharfe Kritik an FIFA-Boss Infantino

Der Widerstand gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino wächst weiter. Nun haben sich auch die Fußballverbände der WM-Mitausrichter USA und Kanada der Kritik angeschlossen und stellen sich damit an die Seite der europäischen und asiatischen Konföderationen.

Die Pokalübergabe nach dem WM-Finale 2026: Rodri mit der Trophäe zwischen Donald Trump und Gianni Infantino im MetLife Stadium. (Justin Setterfield / Getty Images North America via Getty Images)
Die Pokalübergabe nach dem WM-Finale 2026: Rodri mit der Trophäe zwischen Donald Trump und Gianni Infantino im MetLife Stadium. (Justin Setterfield / Getty Images North America via Getty Images)

US Soccer und Canada Soccer verkündeten ihre Haltung gemeinsam mit der CFU (Caribbean Football Union) und der UNCAF (Central American Football Union) über Instagram. In einer gemeinsamen Erklärung betonten die vier Organisationen, sie „stehen gemeinsam mit unseren Kollegen auf der ganzen Welt für sinnvolle Veränderungen ein, die die Führung, Transparenz und Rechenschaftspflicht der FIFA stärken“. In ihren Instagram-Stories verlinkten sie zudem auf das offene Schreiben der UEFA, der AFC (Asiatische Fußball-Konföderation) und der CONCACAF, dem Verband von Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik.

Ceferin und Verbündete erhöhen den Druck

Ausgangspunkt der Kontroverse war ein am Montagmorgen veröffentlichter Brief, mit dem UEFA-Präsident Aleksander Ceferin und seine Mitstreiter den Ton gegenüber dem Weltverbandschef verschärft hatten. „Fußball ist die größte gemeinsame Leidenschaft der Welt. Er gehört weder einer Einzelperson noch einer Institution“, heißt es darin. Führung im Fußball verpflichte dazu, „der Fußballfamilie zu dienen, die einem diese Verantwortung anvertraut“, so die Verbände weiter. Und weiter: „Wenn Vertrauen durch Täuschung gebrochen wird, wenn sich eine Person über das Kollektiv stellt, das ihr Autorität anvertraut hat, dann wurde diese Pflicht vernachlässigt.“

Bemerkenswert dabei: Weder in diesem Brief noch im Social-Media-Statement der nordamerikanischen WM-Gastgeber fällt der Name Infantino explizit. Die Botschaft an den FIFA-Chef bleibt dennoch unmissverständlich.

Mexiko stellt sich gegen die eigene Konföderation

Mit ihrer Positionierung geraten Kanada und die USA in einen offenen Gegensatz zum dritten WM-Ausrichter Mexiko. Der mexikanische Verband war als Abweichler innerhalb der CONCACAF aufgetreten und hatte Infantino seine Rückendeckung zugesichert, während seine kontinentalen Nachbarn ihn öffentlich in die Kritik nehmen.

Für Infantino, der bislang als einziger offizieller Kandidat für die Präsidentschaftswahl im März 2027 gilt, spitzt sich die Lage damit weiter zu. Ausgelöst worden war die Vertrauenskrise durch die überraschende Präsentation eines mittlerweile wieder zurückgezogenen Investorenplans, der massive Kritik am Führungsstil des Schweizers nach sich zog.