Lothar Matthäus zeigt sich erleichtert, dass Spanien und nicht Argentinien den WM-Titel geholt hat. Der Rekordnationalspieler wirft der „Albiceleste“ vor, sich im Finale unsportlich verhalten zu haben. Für ihn war die „Selección“ verdient die beste Mannschaft des Turniers.

Der Weltmeister von 1990 machte im Interview bei RTL/Sky am Tag nach dem Finale keinen Hehl aus seiner Erleichterung über den 1:0-Erfolg der Spanier nach Verlängerung. „Das war kein Fußball, den ich sehen möchte“, befand Matthäus mit Blick auf den Auftritt der Argentinier und ergänzte: „Gott sei Dank hat Spanien gewonnen.“ Rund um Superstar Lionel Messi hatten die Südamerikaner versucht, dem spielerisch überlegenen Gegner mit robusten Mitteln die Struktur zu nehmen, blieben damit aber letztlich erfolglos.
Handgemenge sorgen für Ärger bei Matthäus
Nach dem Abpfiff kam es zu mehreren Rangeleien auf dem Rasen, die dem Rekordnationalspieler sauer aufstießen. „Das ist ihre Mentalität“, kommentierte Matthäus das Auftreten der Südamerikaner und stellte klar: „Argentinien hat kein gutes Gesicht gezeigt.“ Die spanische Elf bezeichnete er hingegen als die überzeugendste Mannschaft des gesamten Turniers.

Die Parallelen zur eigenen Karriere ließ der 65-Jährige nicht unerwähnt: Als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft hatte Matthäus 1990 in ganz ähnlicher Konstellation den WM-Pokal gestemmt, ebenfalls durch ein 1:0 gegen die Argentinier im Finale.
Klares Votum für die WM-Reform
Ein großer Unterschied zwischen den beiden Turnieren ist die Teilnehmerzahl. Während 1990 noch 24 Nationen um den Titel spielten, traten in Nordamerika bereits 48 Mannschaften an. Für Matthäus ist diese Erweiterung kein Kritikpunkt, sondern eine folgerichtige Entwicklung. „Die WM mit 48 Mannschaften war eine richtige Entscheidung der FIFA“, stellte er fest.
Auch einer weiteren Vergrößerung des Teilnehmerfelds auf 64 Teams steht der frühere Spielmacher der DFB-Elf aufgeschlossen gegenüber. „Da habe ich nichts dagegen. Wir werden kein Stoppschild aufstellen können“, so seine Einschätzung zur künftigen Ausrichtung des Turniers.