Thomas Tuchel und Clément Turpin verbindet eine Vorgeschichte, die alles andere als freundlich begann. Vor dem WM-Auftakt Englands gegen Kroatien an diesem Mittwoch (22.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) im Dallas Stadium, dem gewohnten AT&T Stadium der Dallas Cowboys, pfeift ausgerechnet jener französische Schiedsrichter, dem Tuchel als Trainer des FC Bayern einst eine „Note sechs“ ausstellte. Beunruhigt ist der englische Teammanager davon aber nicht. „Nein, er ist ein Top-Schiedsrichter“, antwortete der 52-Jährige auf die Frage, ob ihn die Ansetzung des Franzosen mit Blick auf die Partie sorge.
Vom Champions-League-Frust zum Lob
Tuchels Ärger reicht gut drei Jahre zurück. Nach dem Viertelfinal-Aus des FC Bayern in der Champions League gegen Manchester City ließ er kein gutes Haar an Turpin. „Note sechs“, schimpfte er damals, der Franzose habe „absolut furchtbar“ gepfiffen, „Note sechs von der ersten Minute, von der ersten Entscheidung an“. Jede kleine Entscheidung sei gegen seine Mannschaft ausgefallen, monierte Tuchel seinerzeit.
Den Abend hat er bis heute präsent. „Er war mit meinem Verhalten während des Spiels nicht zufrieden, deshalb hat er mir die rote Karte gezeigt, und ich war mit seiner Leistung nicht zufrieden“, erinnerte sich der frühere Bayern-Coach. Inzwischen sieht er die Sache nüchterner. Als Trainer sei es immer besser, „nicht über den Schiedsrichter zu sprechen“. Das sei zwar nicht immer möglich, „es war ein emotionaler Abend, ein sehr wichtiges Champions-League-Spiel“. Wie sehr Tuchels eigene Zukunft an diesem Turnier hängt, ist auf der Insel längst ein eigenes Thema.
Tuchel plant ein zusätzliches Testspiel
Neben dem Schiedsrichter-Thema kündigte Tuchel an, nach dem Kroatien-Spiel noch ein weiteres Testspiel anzusetzen. Den langen Abstand zwischen den Gruppenspielen will er für Spielpraxis nutzen. „Wir können den Spielern, die morgen nicht so viele Minuten spielen, richtige Spielpraxis geben“, sagte der Teammanager. Schon in der WM-Vorbereitung hatte England diesen Weg gewählt und nach dem offiziellen Test gegen Costa Rica hinter verschlossenen Türen gegen den zweitklassigen Miami FC gespielt.
