Spaniens Trainer De la Fuente zur Halbzeitshow: „In 30 Jahren Normalität“

Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente sieht in der umstrittenen Halbzeitshow des WM 2026 Finales kein Aufreger-Thema, sondern einen möglichen Vorboten künftiger Fußball-Normalität. Vor dem Endspiel gegen Argentinien am Sonntag (21.00 Uhr MESZ, live im ZDF und bei MagentaTV) reagierte der Europameistertrainer gelassen auf die Kritik an den ausgedehnten Plänen der FIFA.

Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente geht vor dem WM-2026-Viertelfinale gegen Belgien am 10. Juli 2026 im SoFi Stadium von Inglewood bei Los Angeles an der Seitenlinie entlang, im Vordergrund eine große spanische Fahne. (Alex Grimm / Getty Images North America via Getty Images)
Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente geht vor dem WM-2026-Viertelfinale gegen Belgien am 10. Juli 2026 im SoFi Stadium von Inglewood bei Los Angeles an der Seitenlinie entlang, im Vordergrund eine große spanische Fahne. (Alex Grimm / Getty Images North America via Getty Images)

Weltmeisterschaften
19.7.2026
- 21:00
Spanien
- -
Argentinien

De la Fuente ordnet die Debatte um Trinkpausen und XXL-Pause ein

„Ich glaube, dass all das, was wir heute noch als seltsam oder ungewöhnlich empfinden, also Trinkpausen oder die 30-minütige Halbzeitpause, vielleicht in 30 Jahren zur Normalität gehören wird“, erklärte der Coach der Furia Roja. Statt der sonst üblichen 15 Minuten soll die Unterbrechung im Finale nahezu doppelt so lang ausfallen, ein Novum, das im Vorfeld für erhebliche Diskussionen unter Fans und Experten gesorgt hatte. Der Weltverband begründet den ungewöhnlichen Zeitplan mit dem prominent besetzten Showprogramm, das während der Pause über die Bühne gehen soll. Inzwischen steht die Besetzung fest: Shakira, Madonna, Justin Bieber, die südkoreanische Band BTS, der Nigerianer Burna Boy, Coldplay, der venezolanische Stardirigent Gustavo Dudamel und ein New Yorker Grundschulchor treten in der Halbzeit auf. Ein Line-up, das dem Finale zusätzlichen Eventcharakter verleihen soll, gleichzeitig aber den gewohnten Spielrhythmus durcheinanderbringt. Ein Teil der Show wird direkt auf dem Rasen aufgebaut, also auf jener Oberfläche, die Spieler und Trainer während des Turniers wiederholt als trocken und hart kritisiert haben.

Spanischer Trainerstab stellt sich auf veränderte Rahmenbedingungen ein

Während die FIFA-Pläne von vielen Seiten scharf kritisiert wurden, nahm de la Fuente die Neuerung schlicht zur Kenntnis und verzichtete auf lautstarke Kritik. Seine Mannschaft habe sich auf die besonderen Umstände bereits eingestellt, betonte er. „Vielleicht entwickelt sich der Fußball in diese Richtung. Wir wissen es nicht“, sagte der Europameistertrainer weiter. Pragmatisch fügte er hinzu: „Es ist, wie es ist. Wir können das nicht ändern, also müssen wir es einfach genießen.“ Mit dieser Haltung geht Spanien in das Endspiel, ohne sich von den ungewohnten Rahmenbedingungen aus der Ruhe bringen zu lassen. Sportmediziner sehen die Verdopplung der Pause deutlich kritischer, weil Muskeltemperatur und neuromuskuläre Aktivierung in einer halben Stunde spürbar absinken und das Verletzungsrisiko nach dem Wiederanpfiff steigen kann. Der spanische Trainerstab setzt deshalb darauf, seine Spieler in den letzten Minuten vor dem Wiederbeginn gezielt zu reaktivieren.

Stand: 19. Juli 2026, 18:49 Uhr