Vier Spiele, elf Tore und ein Tabellenführer, der den Ball praktisch nie hatte: Der FC Chelsea gewann an der Stamford Bridge 4:3 gegen Brighton und übernahm damit die Spitze der Premier League, obwohl die Gäste 74 Prozent Ballbesitz verbuchten. Manchester United drehte am Abend ein 0:1 gegen Ipswich Town noch in ein 5:2.
Chelsea schlägt Brighton 4:3 und hat den Ball nur ein Viertel der Zeit
Die Partie FC Chelsea gegen Brighton war nach einer halben Stunde entschieden und doch bis zur letzten Sekunde offen. Roméo Lavia staubte nach vier Minuten zu seinem ersten Chelsea-Tor ab, Pedro Neto schob in der 14. Minute nach einem Vorstoß von Morgan Rogers ein, und João Pedro traf in der 32. Minute nach Vorarbeit von Jorrel Hato zum 3:0. Danach kippte das Spiel: Malick Yalcouyé volleyte drei Minuten später an den Innenpfosten und hinein, und in der 63. Minute lenkte ausgerechnet João Pedro eine Hereingabe ins eigene Tor.
Cole Palmer stellte in der 75. Minute mit einem gekrümmten Schuss den alten Abstand wieder her, ehe Pascal Groß in der 96. Minute nach einem langen Einwurf per Kopf auf 3:4 verkürzte. Die Statistik dieses Spiels liest sich absurd: Chelsea kam auf 26 Prozent Ballbesitz und trotzdem auf 17 Torschüsse, Brighton hatte den Ball fast dreimal so lange und blieb bei 14. Trainer Xabi Alonso hob nach dem Spiel den Einsatzwillen seines Torschützen João Pedro hervor. Sein deutscher Gegenüber Fabian Hürzeler räumte ein, dass Chelsea die Qualität besessen habe, jeden Fehler zu bestrafen, lobte aber die Haltung seiner Mannschaft, das Spiel bis zum Schluss offen zu halten.
Eine Kuriosität am Rande: Schiedsrichter Michael Oliver leitete die komplette zweite Halbzeit ohne Funkverbindung. Weil der Zuschauerlärm nicht mehr herausgefiltert wurde, verständigten sich Oliver, seine Assistenten und der vierte Offizielle ohne Headsets, der Videoassistent Andrew Kitchen musste seine Hinweise über die Uhr des Schiedsrichters schicken. In der Premier League war das seit rund zwanzig Jahren nicht mehr vorgekommen.
Bruno Fernandes trifft dreifach, Maguires Handspiel zählt trotzdem
Manchester United lag im Old Trafford nach 29 Minuten hinten, Leif Davis hatte für Ipswich getroffen. Dann übernahm der Kapitän: Bruno Fernandes glich in der 40. Minute nach Zuspiel von Matheus Cunha aus, verwandelte in der 61. Minute einen Elfmeter und vollendete sieben Minuten später seinen dritten Dreierpack im Trikot der Red Devils. Bryan Mbeumo stellte in der 82. Minute auf 5:1, Chuba Akpom traf in der Nachspielzeit noch zum Endstand. 33 Torschüsse standen am Ende für die Gastgeber zu Buche.
Für Gesprächsstoff sorgte das zwischenzeitliche 2:1: Harry Maguires Schuss war zuvor an seinen eigenen Arm gesprungen, landete aber über den Fuß von Jacob Greaves im Netz und wurde als Eigentor gewertet. Weil das Handspiel unabsichtlich war und der Treffer durch einen Abwehrspieler fiel, blieb das Tor bestehen. Ipswichs Trainer Gary O’Neil nannte die Regel bei Sky Sports kompliziert und die Entscheidung schwer für jeden Schiedsrichter. Michael Carrick fand nach dem Spiel vor allem Worte für seinen Kapitän: „Was soll ich noch sagen? Wir haben schon eine Menge über ihn gesagt, und ich bin erst sechs oder sieben Monate hier.“
Leeds rettet einen Punkt, Sunderland gewinnt durch einen Joker
Leeds United kam gegen Brentford zu einem 1:1. Kevin Schade brachte die Gäste in der 41. Minute nach Vorlage von Keane Lewis-Potter in Führung, Dominic Calvert-Lewin glich in der 79. Minute aus. Trainer Daniel Farke lobte danach die Widerstandskraft seiner Mannschaft, die zwar nur zwei Schüsse aufs Tor brachte, aber die zweite Halbzeit überstand, in der Brentford 22 Torschüsse anhäufte. Im vierten Spiel des Tages entschied ein Einwechselspieler die Partie: Wilson Isidor, zehn Minuten zuvor gekommen, traf in der 75. Minute nach Zuspiel von Habib Diarra zum 1:0 für Sunderland gegen den FC Fulham. Régis Le Bris hob anschließend den Zusammenhalt seiner Mannschaft hervor, während Fulham nach zwei Spieltagen weiter ohne Punkt dasteht.
+++ 🔴 Bundesliga 2026/27 komplett sehen: 📺 Bei MagentaTV bekommst du WOW, DAZN und MagentaSport in einem Paket ⚡ Samstagskonferenz, alle Sonntagsspiele und die Champions League ➡️ 🔴 +++
Der Ausgleich von Leeds war eine komplett deutsche Vorbereitung: Lukas Nmecha, in der 69. Minute eingewechselt, legte Calvert-Lewin den Treffer auf. Auf der Gegenseite hatte Kevin Schade die Führung erzielt, Vitaly Janelt spielte bei Brentford durch und sah in der 76. Minute Gelb. Anton Stach stand bei Leeds über die volle Distanz auf dem Platz. Pascal Groß war bei Brighton der auffälligste Spieler, er bereitete die erste gefährliche Aktion vor und traf am Ende selbst. Bernd Leno hielt das Fulham-Tor bis zur 75. Minute sauber und kassierte den einzigen Gegentreffer, der seiner Mannschaft die zweite Niederlage einbrachte.
Chelsea vorn, Tottenham und Fulham ohne Punkt
Nach dem Sonntag führt Chelsea die Tabelle mit sechs Punkten aus zwei Spielen an, punktgleich mit Aufsteiger Hull City und Manchester City. Brentford, Everton, Leeds und Newcastle folgen mit je vier Zählern. Manchester United kletterte nach der Auftaktniederlage in Hull auf Platz elf, Sunderland steht mit dem ersten Saisonsieg auf Rang zwölf. Am Tabellenende stehen Tottenham Hotspur mit 0:5 Toren, Crystal Palace, Coventry und Fulham, alle vier noch ohne Punkt. Der zweite Spieltag ist damit noch nicht abgeschlossen: Aston Villa empfängt den FC Arsenal erst am Montagabend.
