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Sechser-Problem: Ausfälle treffen Nagelsmanns Plan
Der Bundestrainer sah seine personelle Struktur im Mittelfeld beim Eintreffen in Herzogenaurach massiv durcheinandergeraten. Neben Pavlovic und Nmecha fielen auch Jamal Musiala, Nathaniel Brown (Fuß) und Jamie Leweling (Wade) verletzungsbedingt aus, sodass das DFB‑Lazarett erneut wächst. Die konkreten Diagnosen – Hüftbeschwerden bei Pavlovic, ein Außenbandriss oder -reiz beim Knie von Nmecha – machen einen kurzfristigen Einsatz unwahrscheinlich, die Ausfallzeiten sind jedoch noch offen. Gleichwohl verordnete Nagelsmann keine Experimente im Mannschaftstraining, sondern will die vorhandenen Abläufe festigen.
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Rollengespräche und personelle Optionen für das Mittelfeld
Über allem stehen laut Nagelsmann die sogenannten Rollengespräche, vor allem mit Spielern, die sich bei der WM in der zweiten Reihe einfinden könnten. Für das „Herzstück“ neben Leon Goretzka waren Pavlovic und Nmecha erste Optionen; nach deren Absagen rücken Stiller, Pascal Groß und Anton Stach stärker in den Fokus. Stachs Chancen steigen damit, ohne dass Nagelsmann bereits endgültige Diagnosen zu Ausfallzeiten nennt. Zusätzlich sollen Neulinge wie Lennart Karl und Torwart Jonas Urbig sowie bisher selten eingesetzte Optionen wie Josha Vagnoman eine Plattform erhalten.
Vorbereitung, Variabilität und der Plan B
Nagelsmann betont die kurze Vorbereitungszeit: „Die Zeit, die wir haben, wollen wir maximal nutzen.“ In nur vier richtigen Trainingseinheiten will der Chefcoach nichts mehr ausprobieren, sondern Abläufe festigen, die das Team durch die Qualifikation gebracht haben. Aus der EM sollen „ein paar Dinge“ übernommen werden, um die Variabilität zu erhöhen. Für den Fall, dass Plan A scheitert oder die Mannschaft keinen Top‑Tag hat, plant Nagelsmann eine einfache Umstellung „von der einen Ordnung auf die andere mit genau zwei Positionswechseln“ – ein schlanker, taktischer Plan‑B für das große Turnier.
Kimmich und der mentale Anspruch
Kapitän Joshua Kimmich ordnete die Absagen ein: Sie seien „immer bitter“, änderten aber nichts an der Grundtugend der Mannschaft. „Wir müssen heiß darauf sein, uns als Team weiterzuentwickeln, um bei der WM eine Rolle spielen zu können“, sagte Kimmich und verwies zugleich auf die Belastungsphase in den Vereinen, in der gerade Titel und Pokale entschieden werden. Nagelsmann hofft insbesondere auf die Münchner Profis und deren „ganz, ganz großartige Mentalität“ sowie die Gier, jedes Spiel gewinnen zu wollen; idealerweise sollen die noch convocierten Bayern‑Spieler zu „zwei Erfolgserlebnissen“ beitragen.
Termine und Zielsetzung
Die DFB‑Elf bestreitet die Testspiele gegen die Schweiz am Freitag in Basel (20.45 Uhr/RTL) und gegen Ghana drei Tage später in Stuttgart (20.45 Uhr/ARD). Nagelsmann macht deutlich, dass Weltmeisterschaften bereits Monate vor dem Turnier geformt werden müssen. Trotz des nicht „besten Kaders der Welt“, so der Bundestrainer, sollen Teamgeist, Flexibilität und taktische Klarheit die Grundlage für den WM‑Anspruch sein. „Dann bricht die Welt auch nicht zusammen“, mahnte Nagelsmann angesichts möglicher Rückschläge.