Infantinos FIFA Imperium: Zehn Jahre voller Geld, Gier und Größenwahn – Die totale Diktatur?

Zehn Jahre nach seiner Wahl prägt Gianni Infantino die FIFA als dominierende Figur. Kritiker sprechen von einem System aus Geld, Macht und persönlichem Einfluss, Reformversprechen gelten vielen als gebrochen. Unter Infantinos Präsidentschaft wuchsen Einnahmen, Kommissionen und Mega-Turniere – zugleich häufen sich Vorwürfe zu Intransparenz und Nähe zu Staatschefs. Wir wollen die zentralen Kontroversen, Beschlüsse und Folgen seiner Amtszeit zusammenfassen. Ex-Präsident Joseph S. Blatter spricht von einer „totalen Diktatur“. Zuletzt sorgte der FIFA-Präsident für Aufsehen, als er Libanese wurde.

FIFA Präsident Gianni Infantino (Foto Depositphotos.com)
FIFA Präsident Gianni Infantino (Foto Depositphotos.com)

Infantinos zehn Jahre an der FIFA-Spitze

Am 26. Februar 2016 wurde Gianni Infantino zum FIFA-Präsidenten gewählt; er setzte sich damals gegen Prinz Ali bin al-Hussein und Jérôme Champagne durch. Der Schweizer aus Brig versprach, das Ansehen des Weltverbandes nach Jahren von Klagen und Skandalen wiederherzustellen. Stattdessen konstatiert ein Großteil der Kritiker Ernüchterung: Infantino regiert den Verband nach Angaben von Beobachtern immer stärker zentralistisch und hat die Führungsstruktur der FIFA maßgeblich verändert. Diese Jahre markieren eine Verschiebung hin zu stärkerer Konzentration von Entscheidungsmacht und verstärkter Einflussnahme auf die Weltpolitik.

Geld, Mega-Wettbewerbe und Vermarktungsstrategie

Infantino trieb die Kommerzialisierung voran: Unter seiner Leitung expandierte die Männer-WM auf 48 Teams, die Frauen-WM erhielt ebenfalls ein größeres Format, und die Klub-WM wurde auf 32 Teilnehmer ausgedehnt. FIFA-Prognosen sprechen für den aktuellen WM-Zyklus von rund 13 Milliarden US-Dollar an Einnahmen, Rekordzahlen, die Infantinos Strategie der Expansion und Vermarktung befördern. Fair Square kritisierte, dass Geld genutzt werde, um sich politische Unterstützung bei Mitgliedsverbänden zu sichern; gleichzeitig erhöhten sich die Anzahl der FIFA-Kommissionen, was mehr Posten und Einflussmöglichkeiten schuf.

Kontroversen: Demokratievorwürfe und internationale Verstrickungen

Kritiker wie Michel Platini schildern gegenüber Medien einen autokratischeren Führungsstil seit der Pandemie. Ex-Präsident Joseph S. Blatter sprach gar von einer „totalen Diktatur“. Infantino wird in der Berichterstattung eine enge Nähe zu autoritären Staatschefs nachgesagt, außerdem geriet seine Nähe zu internationalen Politikern nach der Verleihung eines sogenannten „Friedenspreises“ an US-Präsident Donald Trump in die Kritik. Die Vergabe der Weltmeisterschaft 2034 an Saudi-Arabien gilt als Beispiel für Entscheidungen, die zuvor angekündigte Reformen relativierten und gleichzeitig politische sowie wirtschaftliche Unterstützung sichern sollten.

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WASHINGTON, DC - 07. MÄRZ: Gianni Infantino, Präsident der Fédération Internationale de Football Association (FIFA), spricht neben US-Präsident Donald Trump bei der Unterzeichnung einer Durchführungsverordnung im Oval Office des Weißen Hauses am 07. März 2025 in Washington, DC. Präsident Trump unterzeichnete eine Durchführungsverordnung zur Einrichtung einer Task Force des Weißen Hauses für die Fußballweltmeisterschaft 2026. Anna Moneymaker/Getty Images/AFP (Foto von Anna Moneymaker / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)
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Interne Spannungen, nationale Verbände und mögliche Wiederwahl

Infantino geriet wiederholt in Konflikte mit europäischen Verbänden; Verzögerungen beim Kongress sorgten für Proteste, die anschließend zurückgenommen wurden. Im Umgang mit Nationalverbänden zeigte sich seine Macht: Im „One Love“-Konflikt etwa erteilte er dem DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf eine harte Lektion, das Verhältnis habe sich laut Neuendorf später aber wieder entspannt. Kritiker wie Theo Zwanziger betonen, dass finanzielle Mittel kritische Stimmen zum Schweigen bringen könnten. Zugleich stand Infantino bereits im Fokus der Schweizer Ermittlungsbehörden; er müsste sich im kommenden Jahr einer möglichen Wiederwahl stellen und könnte durch eine Statutenänderung bis 2031 im Amt bleiben.