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Brasiliens Start in die WM 2026 verlief ernüchternd. Gegen den gefährlichen Geheimfavoriten Marokko kam der Rekordweltmeister in East Rutherford vor den Toren New Yorks nur zu einem 1:1, obwohl Vinícius Júnior die erste Auftaktpleite einer Selecao seit 1934 noch verhinderte. Der erhoffte Glanz blieb dabei weitgehend aus. Bei den 5 WM-Titeln hatte Brasilien schon einmal deutlich heller gestrahlt, diesmal fehlten Tempo, Präzision und Stabilität. Marokko, 2022 noch bis ins Halbfinale marschiert, trat mutig auf und verdiente sich den Punkt. Für die Afrikaner traf Ismael Saibari in der 21. Minute zur Führung, Vinícius glich in der 32. Minute aus.

Marokko schlägt früh zu
Die Selecao tat sich von Beginn an schwer. Im Aufbau leistete sich das Team um Vinícius zahlreiche Fehler, defensiv öffneten sich große Lücken. Marokko nutzte das konsequent aus, als Saibari nach einem einfachen Steilpass durch die Mitte frei vor Alisson Becker auftauchte und den Ball lässig über den brasilianischen Keeper hob. Der Angriff passte zur frühen Dominanz der Marokkaner, die als einer der gefährlichen Geheimfavoriten ins Turnier gegangen waren.

Starcoach Carlo Ancelotti, der als Cheftrainer erstmals bei einer WM an der Seitenlinie steht, reagierte in der Trinkpause intensiv und suchte nach Lösungen. Auch Neymar redete seinen Mitspielern ins Gewissen. Der Angreifer fehlte Brasilien allerdings noch angeschlagen, sein Fitnesszustand bleibt ein großes Fragezeichen. Seit 2023 hat der Superstar kein Länderspiel mehr bestritten.
Vinícius hält Brasilien im Spiel
Mitten in der brasilianischen Unsicherheit trug Vinícius die Hoffnung seiner Mannschaft auf den Schultern. Der Real-Madrid-Profi hatte den WM-Titel als klares Ziel ausgerufen und setzte mit einer Einzelaktion das Zeichen. Er zog von außen nach innen, legte sich den Ball zurecht und traf kompromisslos ins lange Eck. Damit bewahrte er die Selecao vor dem historischen Fehlstart und brachte sein Team wieder zurück ins Spiel.
Auch danach blieb Vinícius der auffälligste Akteur. Der sonst nicht gerade für seine Defensivarbeit bekannte Stürmer bekam sogar Applaus, nachdem ihm eine gelungene Aktion gegen den Ball gelungen war. Anschließend peitschte er die Fans weiter an. Brasilien hatte die Unterstützung der eigenen Anhänger im Rücken, unter ihnen die Idole Ronaldo, Kaká und Roberto Carlos, die 2002 den bislang letzten von fünf WM-Titeln geholt hatten. Selbst NFL-Legende Tom Brady fieberte im brasilianischen Trikot mit.
WM 2026 Tabelle der Gruppe C
Späte Rettung, aber keine Entwarnung
Nach der Pause ließ Marokko etwas nach, doch auch die erneuten Impulse von der Bank brachten Brasilien nicht die große Wende. Die Bemühungen wirkten engagiert, die Ideen im letzten Drittel blieben jedoch überschaubar. Vor allem in der Schlussphase fanden die Brasilianer kaum Lösungen gegen die disziplinierte marokkanische Ordnung.

In der Nachspielzeit musste Alisson Becker dann noch einmal in höchster Not eingreifen und rettete mit einer Parade das Unentschieden in der 90.+9. Minute. Für Brasilien war es ein respektabler Punkt gegen einen starken Gegner, aber kein Auftakt, der den Anspruch eines Titelanwärters untermauerte.