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Die Debatte um Leroy Sané reißt nicht ab. Nach den teils fehlerhaften Auftritten gegen Curaçao und zuvor gegen die USA steht die Frage im Raum, ob der Flügelspieler gegen die Elfenbeinküste aus der deutschen Startelf rücken sollte. Doch gerade die dünne Personaldecke auf rechts spricht aus Sicht der Befürworter für einen Verbleib.

Sané unter Druck, Alternativen fehlen
Gegen Curaçao wirkte Sané bemüht, aber zu unpräzise, und auch im Test gegen die USA überzeugte er nicht vollends. Damals wurde seine Leistung immerhin durch den späten Siegtreffer zum 2:1 etwas überdeckt. Ein Wechsel auf dem rechten Flügel läge deshalb nahe, wenn Bundestrainer Julian Nagelsmann dort eine echte Alternative hätte, die unmittelbar mehr verspricht.
Nach der folgenschweren Verletzung von Lennart Karl ist diese Option jedoch nicht in Sicht. Jamie Leweling bringt zwar Flankenqualität mit, doch im aktuellen Kader fehlt ihm nach Einschätzung der internen Abnehmer eine passende Zielstation. Der nachnominierte Assan Ouedraogo kommt meist durchs Zentrum und nicht über die Außenbahn.
Warum der Umbau mehr Schaden als Nutzen bringen könnte
Eine andere Lösung wäre, Kai Havertz oder Jamal Musiala aus ihrer zentralen Rolle zu nehmen und stattdessen Deniz Undav in die Mannschaft zu ziehen. Rein nach dem Leistungsprinzip wäre dieser Gedanke durchaus nachvollziehbar. Dennoch spricht einiges dagegen, weil Nagelsmann dafür gleich zwei seiner wichtigsten Trumpfkarten aus der Balance bringen müsste.
Havertz oder Musiala auf eine Position zu schieben, die weiter vom gegnerischen Tor entfernt ist, würde ihre Stärken als Strafraumfreigeister spürbar einschränken. Gleichzeitig würde die Statik im deutschen Offensivspiel leiden. Dazu käme noch ein weiterer Preis, denn mit Undav von Beginn an ginge die Möglichkeit verloren, später noch einen Top-Top-Joker bringen zu können. Ein ausrangierter Sané wäre dafür nach dieser Logik kaum geeignet.
Der WM-Kader der DFB-Elf besitzt ohnehin einige Schieflagen, die ausgeglichen werden müssen. Deshalb ist die Lösung nicht automatisch, einfach die aktuell formstärksten elf Akteure gleichzeitig auf den Platz zu schicken.
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Der Fall für einen neuen Anlauf auf der rechten Seite
Auf der anderen Seite gibt es auch starke Argumente für einen Wechsel. Dass Sané gegen Curaçao von Beginn an auflief, überraschte zunächst nicht, weil er sich mit seinem engagierten, wenn auch nicht immer glücklichen Auftritt gegen die USA inklusive Siegtreffer für diese Chance empfohlen hatte. Genutzt hat er sie allerdings nicht.
Sané blieb damit bei nun 13 Einsätzen bei EM und WM ohne Tor, dazu steht nur ein Assist zu Buche. Gegen Curaçao arbeitete er zwar mit und gegen den Ball ordnungsgemäß, traf aber zu viele falsche Entscheidungen, wirkte fahrig und ließ gute Möglichkeiten liegen. Obwohl er in der deutschen Offensive der Schwächste war, ließ ihn Nagelsmann durchspielen. Das ließ sich nur schwer rechtfertigen, auch wenn die Hoffnung dahinter lag, dass der Spielstand und der zunehmend überforderte Gegner ihm noch Selbstvertrauen bringen würden.
Weil das nicht geschah, sollte gegen die Elfenbeinküste jemand anderes seine Chance bekommen. Das muss nicht zwingend Deniz Undav sein, der als Joker stark funktionierte und dessen Einsatz tiefere Umbauten erfordern würde. Naheliegend wäre auch Jamie Leweling, der geradliniger und taktisch disziplinierter agiert. Gegen defensivstarke und voraussichtlich tief stehende Gegner wie die Elfenbeinküste und Ecuador könnte zudem sein Abschluss aus der Distanz wertvoll sein, weil er sowohl mit links als auch mit rechts abziehen kann.
Nagelsmann hob am Sonntag demonstrativ hervor, Sané habe „superfleißig“ und „viel gearbeitet“. Das mag stimmen, gilt aber in der Regel auch für Leweling und die übrigen Nationalspieler und dürfte gerade bei einer WM als Maßstab nicht ausreichen.