Afrika Cup & Senegal: Idrissa Gueye erwägt Medaillenübergabe an Marokko

Idrissa Gueye hat sich überraschend als möglicher Deeskalator in der Affäre um den Afrika-Cup angeboten. Nach dem 3:0-Erfolg mit dem FC Everton gegen den FC Chelsea erklärte der 128-malige Nationalspieler, er könne die Sieger-Medaillen an Marokko „übergeben“, wenn das Spannungen mildern würde. Senegals Gueye erwägt Medaillenübergabe an Marokko – zugleich betonte er aber, dass er seine Mannschaft weiterhin als rechtmäßigen Afrikameister sieht. Seine Äußerungen fielen nach einem Interview mit dem französischen Sender Canal+ und richten sich gegen die jüngste Entscheidung des Kontinentalverbands CAF.

Idrissa Gana Gueye vom Senegal kontrolliert den Ball beim Freundschaftsspiel zwischen Brasilien und Senegal im Emirates Stadium am 15. November 2025 in London. Ryan Pierse / Getty Images
Idrissa Gana Gueye vom Senegal kontrolliert den Ball beim Freundschaftsspiel zwischen Brasilien und Senegal im Emirates Stadium am 15. November 2025 in London. Ryan Pierse / Getty Images

Medaillenübergabe als Deeskalationsangebot

Gueye erklärte klar und persönlich: „Ich verpflichte mich persönlich, die Medaillen zusammenzutragen.“ Damit stellt sich der Everton-Profi in den Dienst der Spannungsreduzierung zwischen den Verbänden und Fans. Gleichzeitig verteidigte er die sportliche Leistung Senegals: „Ein Fußballspiel gewinnt man auf dem Platz, das haben wir in Marokko getan“, so Gueye. Er betonte, dass Titel auf dem Feld und nicht in Büros entschieden würden und bezeichnete die aktuelle Debatte als „einfach lächerlich“.

CAF-Entscheidung und geplanter Einspruch

Am Dienstag hatte der afrikanische Fußballverband CAF Senegal den Kontinental-Titel aberkannt und das Endspiel mit 3:0 für Marokko gewertet. Noch in der Nacht darauf kündigte der senegalesische Verband an, beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne Einspruch einzulegen. Gueye äußerte sich dazu zurückhaltend: „Wenn es nach mir ginge, hätte ich dem Verband geraten, keine Berufung einzulegen.“

Spielverlauf und Eskalation im Finale

Beim Finale am 18. Januar kam es in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit zu einer umstrittenen Elfmeterentscheidung zugunsten Marokkos, woraufhin die senegalesische Mannschaft zunächst den Platz verließ. Erst nach einer längeren Unterbrechung kehrten die Spieler auf den Rasen zurück, während senegalesische Anhänger Gegenstände aufs Spielfeld warfen und versuchten, den Platz zu stürmen. Der Marokkaner Brahim Diaz verschoss den Strafstoß, kurz darauf traf Papa Gueye zum 1:0. Gueye selbst hatte im Endspiel den gesperrten Kapitän Kalidou Coulibaly vertreten.

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