FIFA News: WM-Chef Giuliani verteidigt Infantino: Kritiker sollen sich untersuchen lassen

Nach US-Präsident Donald Trump stellt sich nun auch Andrew Giuliani demonstrativ vor Gianni Infantino und schießt scharf gegen dessen Kritiker im Weltverband. Sollte der FIFA-Chef im kommenden Jahr nicht einstimmig in seinem Amt bestätigt werden, gehöre so etwas medizinisch abgeklärt, findet der frühere Leiter der WM-Taskforce im Weißen Haus.

FIFA-Präsident Gianni Infantino hält am 17. Juli 2026 beim FIFA-Empfang im Trump Tower in New York eine Ansprache, neben ihm US-Präsident Donald Trump. Wenige Tage später steigt im MetLife Stadium das WM-Finale 2026 zwischen Spanien und Argentinien. (Andrew Harnik / Getty Images North America via Getty Images)
FIFA-Präsident Gianni Infantino hält am 17. Juli 2026 beim FIFA-Empfang im Trump Tower in New York eine Ansprache, neben ihm US-Präsident Donald Trump. Wenige Tage später steigt im MetLife Stadium das WM-Finale 2026 zwischen Spanien und Argentinien. (Andrew Harnik / Getty Images North America via Getty Images)

Giuliani stellt sich demonstrativ hinter Infantino

„Dann sollte jeder, der gegen ihn gestimmt hat, sich untersuchen lassen“, erklärte Giuliani, der während des Turniers im Sommer die entsprechende Arbeitsgruppe der US-Regierung koordiniert hatte, gegenüber dem Portal The Athletic. Infantino war zuletzt vor allem wegen seines mittlerweile fallen gelassenen Plans in die Kritik geraten, Anteile an FIFA-Wettbewerben an private Investoren zu veräußern, darunter auch an den Bruder von Trumps Schwiegersohn.

Trotz dieser Kontroverse hebt Giuliani die sportliche und organisatorische Bilanz des Schweizers hervor. Mit der WM in Nordamerika habe Infantino „das größte globale Sportereignis aller Zeiten ohne Zwischenfälle auf die Beine gestellt“. Wer als Verbandschef erwäge, dem FIFA-Präsidenten bei der anstehenden Wahl im März 2027 die Unterstützung zu verweigern, treffe damit „wahrscheinlich eine der dümmsten Entscheidungen seines Berufslebens“, so die deutliche Warnung.

Wachsender Widerstand aus den Kontinentalverbänden

Der Gegenwind für Infantino kommt derweil aus mehreren Richtungen zugleich. Die Kontinentalverbände Europas, Asiens sowie Nord- und Mittelamerikas haben ihre Tonlage gegenüber dem FIFA-Chef zuletzt merklich verschärft. Einzelne nationale Verbände innerhalb dieser Konföderationen sicherten Infantino jedoch weiterhin ihre Unterstützung zu. Ein ernsthafter Gegenkandidat für die Präsidentschaftswahl hat sich bislang nicht öffentlich positioniert.

Rückendeckung erhielt Infantino in der vergangenen Woche bereits von Trump persönlich, der eindringlich vor einem „schrecklichen Fehler“ warnte, sollte der Schweizer nicht wiedergewählt werden.

Kein Vorwissen über den Investorenplan

Giuliani stellte in dem Interview klar, dass er vor der medialen Berichterstattung keinerlei Kenntnis von Infantinos Investorenplänen gehabt habe. Die Kritik an seinem Schützling führt er stattdessen auf Neid zurück. „Manche Menschen sind neidisch, wenn jemand sehr viel erreicht“, sagte er.

Als Beleg für die wirtschaftliche Strahlkraft der WM verweist Giuliani auf die Zahlen des Turniers in den USA, Mexiko und Kanada, das dem Weltverband Rekordeinnahmen von rund 13 Millionen Euro einbrachte. Infantinos Verdienst um die FIFA fasste er abschließend so zusammen: Er habe den Verband „auf ein ganz neues Niveau gehoben, das sie wahrscheinlich nicht für möglich gehalten hätten“.